Wieder drei Partien in fünf Tagen: Heilbronner Falken weiter im Dauerspielmodus

Eishockey  Zum Auftakt empfängt das DEL2-Schlusslicht am Freitag die Ravensburg Towerstars. Es ist das Duell zwischen den Bad Boys und den Disziplinkönigen der Liga - und Flügelspieler Tim Miller fehlt den Heilbronnern gesperrt.

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Neuzugang Josh Nicholls hat am Donnerstag das erste Mannschaftstraining mit den Falken absolviert. Foto: Andreas Veigel

Der freie Mittwoch hatte gutgetan. Als Trainer Michel Zeiter seine Schäfchen am Donnerstag wieder beim Training begrüßte, sah er sofort: "Da ist wieder neue Energie." Die werden die Heilbronner Falken für die nächste lange Eishockeywoche mit drei Spielen benötigen. Am Freitag (20 Uhr) sind die Ravensburg Towerstars zu Gast, am Sonntag (17 Uhr) geht es zum Tabellenführer nach Kassel, am Dienstag (20 Uhr) empfangen die Falken den ESV Kaufbeuren.

Gegen Dresden fehlte es an Energie

"Die Erholung ist schon arg strapaziert", sagt Zeiter mit Blick auf den Spielplan und seinen weiterhin eher dünnen Kader. Sechs Verteidiger, zehn Stürmer - mehr gibt die Personallage nicht her. Da sind Sperren, wie die für Tim Miller nach seinem Ausraster gegen Dresden doppelt bitter. "Meine Spieler sind keine Maschinen", sagt Zeiter.

Natürlich hatte auch der Schweizer Coach auf einen Sieg gegen Dresden gesetzt, ihm blieb aber nicht verborgen, dass seine Jungs nicht mehr die Energie aufs Eis brachten wie noch am Sonntag beim 6:2-Sieg im Derby gegen Bietigheim. "Trotzdem sind sie nach dem 0:3 zurückgekommen", lobt Zeiter. Im Schlussdrittel fehlten dann aber endgültig die Körner, um die Partie zu drehen.

Trainer Michel Zeiter mahnt, den Gameplan zu befolgen

Daher gilt für die kommenden drei Spiele als oberste Prämisse: den Gameplan befolgen. Die grundsätzlich defensive, energiesparende Ausrichtung einhalten. Die eigenen Angriffe entschlossen abschließen. Und unbedingt von der Strafbank wegbleiben. "Bei unseren fünf Siegen in diesem Jahr hatten wir sehr wenige Strafen. Das hängt unmittelbar zusammen", ist Zeiter überzeugt.

Insgesamt sind die Falken aber schon wieder die Bad Boys der DEL2. Obwohl sie die zweitwenigsten Spiele absolviert haben, stehen bereits 341 Strafminuten zu Buche. Fast 100 mehr als die dahinter platzierten Steelers.

Mit den Towerstars kommt am Freitag das Team in die Eishalle am Europaplatz, das im Schnitt am wenigsten auf der Strafbank sitzt. Gerade einmal sieben Minuten sind es pro Partie, die Falken kommen auf 20. Zudem hat die Mannschaft von Trainer Rich Chernomaz noch keine einzige große Strafe kassiert, bei den Falken sind es deren 15.

Doch die Ravensburger sind nicht nur die Disziplinkönige der DEL2. Sie sind auch das erfolgreichste Auswärtsteam. 20 Punkte in zwölf Partien haben sie auf fremdem Eis bereits ergattert. Da ist die Favoritenrolle gegen das nach wie vor schwächste Heimteam klar verteilt. "Die Mannschaft kann gegen Ravensburg befreit aufspielen", sagt Zeiter daher und betont: "Agiert sie diszipliniert, kann sie jede Mannschaft in der Liga schlagen."

Neuzugang Josh Nicholls muss im Ernstfall proben

Helfen dabei soll Neuzugang Josh Nicholls, der gegen Dresden sein Debüt feierte, ohne überhaupt eine Trainingseinheit mit der Mannschaft absolviert zu haben. Sein Trainingsdebüt feierte der 28-Jährige am Donnerstag. "Er bringt definitiv viel Potenzial mit", sagt Zeiter, warnt aber vor übergroßen Erwartungen in den ersten Spielen. "Er muss sich erst an das System und seine Mitspieler gewöhnen." Dazu werden in erster Linie die Spiele dienen müssen, da in dem engen Takt kaum Trainingseinheiten stattfinden.


Seit Dienstag ist Tim Miller die Nummer eins der Liga. Dank seiner zweiten Spieldauerstrafe in dieser Saison hat der 33-Jährige den ehemaligen Falken Brad Ross als Bad Boy der DEL2 abgelöst. "Er muss seine Emotionen am richtigen Ort einsetzen. Solche Aktionen schwächen die Mannschaft. Das geht nicht", gab Trainer Michel Zeiter dem Wiederholungstäter unmissverständlich zu verstehen.

Zu dessen Reaktion wollte sich der Coach nicht äußern: "Das sind Interna." Nach der ersten Sperre hatte Zeiter sein Enfant terrible als disziplinarische Maßnahme für ein Spiel auf die Tribüne gesetzt. Die Wirkung hat nur acht Spiele lang gehalten.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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