Die Null steht bei den Falken auf der falschen Seite

Eishockey  Beim 0:2 gegen die Lausitzer Füchse bleiben die Falken erstmals ohne eigene Treffer. Die kleine Erfolgsserie in der DEL 2 ist damit für die Heilbronner gerissen.

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Valentino Klos (vorne) war zurück aus Mannheim. Aber auch er hatte − wie die Falken insgesamt − gegen die Lausitzer Füchse einen schweren Stand. Die Gäste machten das hinten clever und ließen wenig zu.

Foto: Mario Berger

Nee, immer geht das nicht mit den Rückständen. Und den furiosen Aufholjagden. Den Zahn haben die Lausitzer Füchse den Heilbronner Falken am Dienstagabend gezogen und das DEL-2-Spiel mit 2:0 (0:0, 2:0, 0:0) gewonnen. Deutlich mehr auf Sicherheit bedacht, hielten sich die Falken im ersten Drittel hinten dieses Mal zwar schadlos - gerieten später aber trotzdem in Rückstand. Aber sie kamen nicht zurück.

Weil Weißwasser das clever verteidigte, sich gut eingestellt hatte auf eine der besten Offensiven der Liga. Und auch, weil den Falken nach vorne eine zündende Idee fehlte. So stand die Null am Ende auf der falschen Seite. "Wir hatten zwar 64 Schüsse, aber die waren nicht gefährlich genug", sagte Trainer Jason Morgan. Auch das Powerplay war nicht gut, kritisierte er. "Daran müssen wir arbeiten."

Fabricius musste kurzfristig passen

Karl Fabricius fehlte gegen Weißwasser, er hatte sich am Sonntag gegen Kassel bei einem Check am unteren Rücken verletzt und war noch nicht wieder fit genug. Dafür kehrte mit Valentino Klos ein Angreifer aus Mannheim zurück. Mit ihm Philipp Preto, so dass die Falken sechs Verteidiger aufbieten konnten - immerhin einer mehr als noch beim 7:5 gegen Kassel. Daran alleine lag es freilich nicht, dass nach 20 Minuten hinten bei den Falken die Null stand.

Die Gastgeber wirkten in der Defensive insgesamt wacher und deutlich aufmerksamer als noch gegen die Huskies am Sonntag, als es nach elf Minuten bereits 0:4 stand. Safety first - Sicherheit zuerst - war folgerichtig die gewählte Devise der Trainer. Dennoch: Das erste Drittel war richtig flott, es gab kaum Unterbrechungen. Die Heilbronner spielten gefällig nach vorn, überbrückten die neutrale Zone meist schnell und fackelten auch im Angriff nicht lang. So kamen in diesen ersten 20 Minuten viele Schüsse zusammen - aber ein Tor schlug sich nicht in der Statistik nieder.

Goalie Hungerecker ist der Mann des Abends

Das lag zum einen daran, dass die Falken bis dato nicht die ganz große Durchschlagskraft entwickelten, in der einen oder anderen Situation indes auch nicht das nötige Glück hatten. Zum anderen hatte Weißwasser seinen Besten im Tor stehen. Leon Hungerecker, der mit einer Förderlizenz ausgestattet von den Eisbären Berlin kam, war ein starker und sehr unaufgeregter Rückhalt. Ihn galt es für die Falken zu überwinden.

Doch das war auch nach 40 Minuten noch immer nicht gelungen: Vor dem letzten Abschnitt stand bei den Falken noch immer die Null. Jedoch nicht mehr bei Weißwasser. Die Gäste, die im ersten Durchgang offensiv kaum bis gar nicht in Erscheinung getreten waren, verpassten den Falken eine kalte Dusche, nutzten ihre erste Überzahl zur Führung. Nachdem der Pfosten zuvor noch die Falken gerettet hatte, gelang den Füchsen noch mit demselben Angriff das 1:0: Hunter Garlent traf in der 23. Minute aus kurzer Distanz. Mit Wucht.

Das 0:2 fällt trotz Überzahl

Die Chance, bei eigener Überzahl ließen die Falken diesmal nicht nur verstreichen. Sie kassierten - ganz blöd - ein Tor. Jeremy Williams, am Sonntag mit drei Treffern noch bester Spieler der Falken, ließ sich den Puck vom Schläger klauen, die Gäste rannten zu zweit auf einen Verteidiger zu, spielten es clever aus - und überwanden auch Arno Tiefensee im Tor. 0:2 durch den Ex-Falken Tim Detig (28.). Gar nicht gut. Zumal es absehbar schwer werden würde, zurückzukommen.

Denn Weißwasser machte es hinten richtig gut, ließ den Falken gerade so viel Platz, dass es zu wenig war, um richtig zwingend zu werden. Den Rest erledigte Hungerecker. So stieg mit der Zeit das Frustpotenzial, die Angriffe der Heilbronner wurden wütender, aber zuweilen kopfloser. Eine zündende Idee war gefragt. Ein Dosenöffner musste her.

64 Versuche, 0 Tore

Doch damit konnte niemand dienen. Vier Überzahlsituation allein im letzten Durchgang brachten nicht den gewünschten Erfolg. Das Spiel der Falken zu kompliziert. Und wenn sie doch eine richtig gute Chance herausspielten, war immer noch ein Hungerecker da. "Wir wussten, dass Heilbronn gefährliche Spieler hat. Wir wollten nur die Schüsse zulassen, die unser Torhüter halten kann", sagte Füchse-Trainer Chris Straube. Das klappte: Die Falken blieben erstmals ohne Tor in dieser Saison. Trotz 64:19 Schüssen nach 60 Minuten Spielzeit.

Tor: Tiefensee, Mnich. Abwehr: Morrison - Maschmeyer, Preto - Mapes, Krenzlin - Obu. Angriff: Della Rovere - Blackwater - Williams, Kirsch - Lambacher - Lautenschlager, Thiel - Klos - Tosto, Volkmann - Dunham. Tore: 0:1 (23.) Garlent, 0:2 (28.) Detig. Strafminuten: 4/14. Schiedsrichter: Michael Klein, Thorsten Lajoie. Zuschauer: 1064.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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