Die Heilbronner Falken sind wieder Schlusslicht

Eishockey  Ein Doppelschlag zu Beginn, einer am Ende: Die Heilbronner Falken verlieren das Kellerduell in Landshut mit 4:6 (2:2, 1:2, 1:2). Den Unterscheid machten am Ende die Special Teams.

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Matthias Nemec kehrte in Landshut ins Tor zurück, blieb aber den Beweis schuldig, die unumstrittene Nummer eins der Falken zu sein.

Foto: Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken sind wieder da, wo sie schon vor einigen Wochen waren und nicht mehr hinwollten: am Tabellenende der DEL 2. Das Team von Bill Stewart unterlag im Kellerduell beim EV Landshut mit 4:6 (2:2, 1:2, 1:2) und zog damit einmal mehr den Kürzeren in einem Spiel, in dem es darauf ankam. Entscheidend waren die Special Teams: Während die Falken im Powerplay nichts zustande brachten, traf Landshut in Überzahl drei Mal. Zwei der Treffer fielen kurz vor Schluss. "Die Schiedsrichter waren am Ende involviert", sagte Stewart, der sich schon auf das Wiedersehen am Donnerstag freut.

Zwei Mal Latte, ein Mal Videobeweis und zwei Tore: Die ersten vier Minuten der Partie hatten es richtig in sich. Aber zum Leidwesen der Falken: Nach einem Doppelschlag binnen nur 39 Sekunden führte Landshut verdient. Und beide Male sah die Heilbronner Defensive alt aus. Marco Baßler hatten die Falken vor dem Tor völlig alleine gelassen, er schob mühelos zum 1:0 (3.) ein. Direkt danach ließ sich Corey Mapes von Tim Brunnhuber vorführen, der den Falken-Kapitän einfach ins Leere laufen ließ und zum 2:0 abschloss (3.).

Landshut trifft nach elf Sekunden Aluminium

Zuvor hatte Landshut nach nur elf Sekunden Aluminium getroffen. Genau wie Josh Nicholls direkt nach dem Doppelschlag: Allerdings traf der Stürmer das leere Tor nicht. Kläglich, da half auch kein Videobeweis. Gar nicht gut, denn die Landshuter gaben mit der Führung im Rücken weiter den Ton an, versuchten, den nach einer Verletzungspause zurückgekehrten Matthias Nemec im Tor unter Druck zu setzen. Dem war der fehlende Rhythmus zunächst anzumerken, wenngleich er sich Stück für Stück ins Spiel arbeitete.

Genau wie seine Vorderleute: Einmal mehr war es die Reihe um Dylan Wruck, die den Falken wieder Hoffnung gab. Den Schuss des Heilbronner Topscorers konnte Torhüter Dimitri Pätzold nicht festhalten, Stefan Della Rovere staubte zum 1:2 ab (8.). Glück hatten die Falken, als Nemec einen Bock schoss, ihn in höchster Not aber selber bravourös ausbügelte (9.). Es war mächtig was los in der Anfangsphase.

Landshut legt im zweiten Drittel wieder vor

Und als die Gastgeber einen Fehler machten, war Nicholls zur Stelle: Diesmal schloss der Stürmer seinen Alleingang erfolgreich ab - so stand es 2:2 (13.). Das durfte auch Stewart besänftigt haben, der sich zuletzt daran störte, dass sein Team beste Gelegenheiten ausließ und im Fünf-gegen-Fünf erfolglos war. Es blieb ein munteres Kellerduell, die besseren Chancen hatten aber die Bayern. Robin Weihager traf in Überzahl abermals die Latte (15.), kurz darauf war Nemec zur Stelle (17.).

Weit weniger spektakulär ging es nach der Pause weiter. Die Zahl der Chancen nahm spürbar ab, das Spiel war nun umkämpfter. Ein Kellerduell eben. Zwar wirkten die Heilbronner nun wacher - lagen aber bald erneut zurück. Nach einem verkorksten Überzahlspiel der Gäste zeigten die Landshuter, wie Powerplay geht: Weihager hatte ein bisschen zu viel Platz und Zeit, traf trocken von links zum 3:2(26.). Nemec machte die lange Ecke auf, ging zu früh runter. Keine gute Idee.

Yannik Valenti jubelt zu früh - nur Aluminium

Und es kam noch dicker: Arkadiusz Dziambor rutschte in der neutralen Zone aus, Brunnhuber sagte Danke - 4:2 (34.). Die Falken lagen erneut mit zwei Toren zurück. Doch wieder kamen sie zurück: Nicholls traf nach feinem Zuspiel von Davis Koch zum 3:4 (39.), viel hätte nicht gefehlt, dann wäre den Falken auch der erneute Ausgleich geglückt. Es wäre jedoch zu viel des Guten gewesen - in der Summe waren die Gastgeber das eine Tor besser.

Heilbronn war gefordert, kam auch. Doch Yannik Valenti jubelte zu früh, traf nur Aluminium. Die Falken ließen nicht locker und glichen tatsächlich noch einmal aus: Davis Koch traf per Abstauber zum 4:4 (53.). Alles wieder offen? Ja, aber nur kurz. Denn als gleich zwei Falken kurz nacheinander eine Strafe kassierten, machten die Landshuter den Sieg perfekt - wie zu Beginn mit einem Doppelschlag. In doppelter Überzahl traf Zach O" Brien zum 5:4 (56.), 20 Sekunden später erzielte Tim Brunnhuber mit seinem dritten Treffer den 6:4-Endstand.


Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Maginot - Philipp Preto, Länger - Götz, Mapes - Dziambor. Angriff: Valenti - Wruck - Della Rovere, Kirsch - Neal - Pierre Preto, Gervais - Koch - Nicholls, Thiel - Knaub - Klos, Ribarik. Tore: 1:0 (3.) Baßler, 2:0 (3.) Brunnhuber, 2:1 (8.) Della Rovere, 2:2 (13.) Nicholls, 3:2 (27) Weihager, 4:2 (34.) Brunnhuber, 4:3 (39.) Nicholls, 4:4 (53.) Koch, 5:4 (56.) O'Brien, 6:4 (56.) Brunnhuber. Strafminuten: 6/8. Schiedsrichter: Jens Steinecke, Sascha Westrich. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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