Die Falken zeigen am Ende beim 4:7 gegen Freiburg Nerven

Eishockey  Die Heilbronner Falken bleiben Schlusslicht der DEL 2. Die Unterländer geben die Punkte beim 4:7 gegen Freiburg auch durch dumme Strafen zu leichtfertig aus der Hand.

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Zwei Drittel lang lief es eigentlich ganz ordentlich für die Falken. Allerdings verspielten Philipp Preto (rechts) und Co. gleich zwei Mal eine Führung − und machten sich das Leben am Ende selber schwer.

Foto: Ralf Seidel

Die Heilbronner Falken bleiben Schlusslicht der DEL2: Gegen den EHC Freiburg gingen die Falken im dritten von nun vier Spielen der neuen Runde leer aus, unterlagen am Ende mit 4:7 (2:2, 1:1,1:4). Das Team von Trainer Michel Zeiter brachte sich mit unnötigen Strafen im dritten Abschnitt selbst um den Lohn der zuvor durchaus guten Arbeit.

Die defensiv bislang starken Gäste brachten am Freitag nur vier Verteidiger mit nach Heilbronn - dafür zwölf Stürmer. Darunter auch Neuzugang Chad Bassen: Der 37-jährige Stürmer kommt mit der Erfahrung von 751-DEL-Spielen und ist Ersatz für Christoph Kiefersauer, der sich im ersten Saisonspiel gegen die Falken bei einem harten Check von Michael Knaub schwerer verletzt hatte und nun ausfällt.

Der Neue spielte zu Beginn aber keine Rolle, erst einmal waren die Falken an der Reihe. Justin Kirsch eröffnete früh den Schlagabtausch: Er luchste den Gästen inmitten eines Wechsels die Scheibe in der neutralen Zone ab, ging noch ein paar Meter und zog dann ab. Ben Meisner im Tor der Wölfe dachte, er hätte die Scheibe - die aber trudelte hinter ihm zum 1:0 über die Linie.

Die Führungen sind immer zu schnell verspielt

Das Problem der Heilbronner im ersten Drittel: Sie wussten ihre Führungen nicht lange zu halten. Keine Minute später glichen die Breisgauer schon aus. Zur Überraschung aller lag der Puck in der vierten Minute frei vor dem Kasten von Arno Tiefensee, der den noch verletzten Matthias Nemec ersetzte. Freiburgs Nikolas Linsenmaier reagierte gedankenschnell und drückte die Scheibe zum 1:1 ins Tor. Auch danach war es eine offene, schnelle und energiegeladene Partie, es ging auf und ab.

Glück hatten die Falken bei einer Unterzahl: Einmal in Position, feuerten die Wölfe drauf los - meist aber knapp vorbei. Ihre Überzahl unmittelbar im Anschluss wussten die Falken zu nutzen: Yannik Valenti schien zunächst Schwierigkeiten zu haben, die Scheibe unter Kontrolle zu bringen. Als den Stürmer dann aber niemand angreifen wollte, zog er staubtrocken aus dem Handgelenk ab: 2:1 (15.). Doch auch diese Führung hatte kaum Bestand: Zwei Minuten später traf Freiburgs Hagen Kaisler mit einem Überangebot an Platz zum erneuten Ausgleich. Das war zu billig. Und ärgerlich, zumal die Falken die Chance sausen ließen, noch vor der Pause auf 3:2 zu stellen.

Freiburgs Trainer macht eine klare Ansage an seine Männer

Das wollten die Falken nach Wiederbeginn offenbar schnell nachholen: Sie drückten aufs Tempo, gaben den Ton an. Aber das mit der erneute Führung klappte weiterhin nicht. Auch in Überzahl wollte den Gastgebern partout kein Tor gelingen. Das Powerplay war zwar ordentlich, aber nicht richtig gut. Heilbronn blieb danach am Drücker und wurde erst vom Powerbreak gestoppt. Das nutzte Freiburgs Trainer Peter Russell für eine deutliche Ansage, die im leeren Stadion gut zu verstehen war. Vor allem aber war sie bei seinen Spielern angekommen: Zunächst hatten die Falken bei einer Zwei-auf-drei-Situation noch Glück, im Schusshagel danach aber verloren sie die Orientierung - und Scott Allen traf zum 3:2 für Freiburg.

Ganz wichtig war, dass die Unterländer eine Unterzahl im Anschluss schadlos überstanden, vielleicht wären die Gäste sonst vorentscheidend davongezogen. Als alle schon an die Drittelpause dachten, schlugen Dylan Wruck und Bryce Gervais mit einer schönen Kombination zu: Einen langen Pass vom Topscorer der Vorsaison legte Gervais gekonnt wieder zurück auf Wruck - und der traf sieben Sekunden vor der Pausensirene zum verdienten 3:3. Alles offen.

Unnötige Strafen für die Falken als Knackpunkt

Es war nun eine Frage der größeren Frische, der stärkeren Nerven. Und die hatten letztlich die Gäste: Heilbronn kassierte erst eine Bankstrafe - und zehn Sekunden später das 3:4. Als die Buben von Zeiters wieder einen Platz in der Box reservierten, klingelte es erneut. Skyler McKenzie besorgte das 3:5 (49.). Ärgerlich. Da half auch das 4:5 von Stefan Della Rovere ebenfalls in Überzahl (52.) nichts mehr. Die Gäste trafen sogar noch zwei Mal ins leere Falken-Tor - und nahmen drei Punkte mit.


Tor: Tiefensee, Schickedanz. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maschmeyer - Pavlu, Mapes - Maginot. Angriff: Kirsch - Miller - Neal, Gervais - Wruck - Della Rovere, Klos - Pierre Preto - Valenti, Knaub - Schumacher.
Tore: 1:0 (3.) Kirsch, 1:1 (4.) Linsenmaier. 2:1 (15.) Valenti, 2:2 (17.) Kaisler, 2:3 (31.) Allen 3:3 (40.) Wruck, 3:4 (46.) Hult, 3:5 (49.) McKenzie, 4:5 (52.) Della Rovere, 4:6 (57.) Spornbeger 4:7 (60.) Allen.
Strafminuten: 12/8. 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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