Dezimierte Falken nehmen einen Punkt aus Crimmitschau mit

Eishockey  Heilbronn unterliegt im Penaltyschießen mit 1:2 bei den Eispiraten. Auf den schwachen Start folgt ein gute Comeback, das aber letztlich nicht mir drei Punkten belohnt wurde.

Email

Brock Maschmeyer war der einzige Heilbronner Torschütze in Crimmitschau. Sein Tor bescherte den Falken immerhin einen Auswärtspunkt.

Foto: Archiv/Veigel

Das Penaltyschießen war bezeichnend für das Spiel. Erst im achten Anlauf gelang der einzige erfolgreiche Abschluss. André Schietzold sicherte den Eispiraten Crimmitschau am Freitagabend den 2:1 (1:0, 0:1, 0:0)-Sieg gegen ersatzgeschwächte Heilbronner Falken. Die 1545 Zuschauer im Sahnpark hatten zuvor eine zerfahrene Partie mit wenigen Torszenen gesehen. Den einen Auswärtspunkt hatten sich die Gäste durch eine disziplinierte Leistung redlich verdient. In 65 Minuten gab es nur eine Strafzeit gegen die Falken.

"Ich bin zufrieden, wie wir nach dem schwachen Start und dem 0:1-Rückstand zurückgekommen sind. Nach dem Ausgleich haben wir deutlich besser nach vorne gespielt", sagte Falken-Coach Jason Morgan.

Lautenschlager und Lambacher fielen kurzfristig aus

Verletzungsbedingt fehlte weiterhin Karl Fabricius. Dazu fielen kurzfristig auch noch die Stürmer Julian Lautenschlager (Unterkörperverletzung) und Alex Lambacher aus, so dass Morgan nur neun Angreifer zur Verfügung standen. Dafür gab Neuzugang Leon Fern sein Debüt in der Falken-Verteidigung. Seinen Saison-Einstand in der DEL 2 feierte zudem Moritz Wirth. Der 22-Jährige war bisher ausschließlich für die Adler Mannheim in der DEL im Einsatz.

Im ersten Drittel neutralisierten sich beide Teams über weite Strecken. Das Augenmerk lag zuallererst auf einer stabilen Defensive, es gab kaum Torchancen, kaum Unterbrechungen. Das lag nicht zuletzt an der disziplinierten Spielweise.

Falken-Abwehr zu passiv beim Gegentor

Die Gastgeber waren insgesamt das etwas bessere Team, hatten mehr vom Spiel. Das wurde in der elften Minute belohnt. Scott Faser durfte ungestört durch die neutrale Zone marschieren, auch im Falken-Drittel wurde der 26-jährige Deutsch-Kanadier nicht attackiert, so dass er einfach mal abzog. Goalie Florian Mnich hatte sicher keine ganz freie Sicht, sah bei dem platzierten Schuss aber nicht gut aus.

Nach der 1:0-Führung plätscherte das Spiel weiter dahin. Nach einer Viertelstunde schrie Noah Dunham auf. Der Falken-Stürmer hatte einen Schuss aus kurzer Distanz an den Knöchel bekommen und musste erst einmal auf die Bank. Der Youngster biss aber auf die Zähne und kam im zweiten Spielabschnitt zurück aufs Eis. Die Falken verzeichneten bis zum Drittelende keine klare Einschussgelegenheit.

Maschmeyer trifft zum 1:1-Ausgleich

Das Mitteldrittel verlief ähnlich. Wieder waren die Eispiraten eine Spur gefährlicher. Heilbronn unterliefen zu viele Fehler im Aufbau. Durch die vielen Ungenauigkeiten konnten auch weiterhin kaum Chancen generiert werden, der letzte Pass kam gar nicht an den Mann.

Erneut in der Drittelmittel zappelte ein Puck im Heilbronner Tor. Einen abgefälschten Schuss von der blauen Linie hatte Mnich nicht parieren können. Allerdings war die Scheibe zuvor aus dem Drittel herausgespielt worden, so dass die Referees nach Videobeweis korrekt auf Abseits entschieden und den Treffer aberkannten. Die zweite Strafe im Spiel - zum zweiten Mal gegen die Gastgeber - führte die Falken in Überzahl zwar nicht direkt zum Ausgleich. Doch die Gäste waren jetzt offensiv präsenter. Aus einem Puckgewinn in der neutralen Zone resultierte schließlich der 1:1-Ausgleich. Verteidiger Brock Maschmeyer traf platziert aus spitzem Winkel ins lange Eck (37.).

Falken ohne Treffer im Penaltyschießen

Im Schlussdrittel änderte sich weiter wenig an der Statik des Spiels. Allerdings lagen die Vorteile jetzt eher auf Seiten der Gäste, besonders in der Schlussphase. Die beste Gelegenheit auf den Sieg ließ Stefan Della Rovere in der 58. Minute liegen.

In der Overtime hatten Jeremy Williams und Maschmeyer gute Gelegenheiten, einen zweiten Punkt mit auf die Heimreise zu nehmen. Im Penaltyschießen zogen die Falken dann aber den Kürzeren. Williams scheiterte gleich zwei Mal am starken Luca Gracnar, auch Justin Kirsch und Luca Tosto konnten ihre Penaltyschüsse nicht nutzen.


Tor: Mnich, Tiefensee; Abwehr: Wirth - Morrison, Maschmeyer - Fern, Mapes - Obu; Angriff: Williams - Blackwater - Della Rovere, Kirsch - Tosto - Thiel, Dunham - Klos - Volkmann.

Tore: 1:0 (11.) Feser, 1:1 (37.) Maschmeyer

Strafminuten: 4/2.

Schiedsrichter: Erich Singaitis, Jens Steinecke.

Zuschauer: 1545.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

Kommentar hinzufügen