Derby geht für die Falken früh in die falsche Richtung

Eishockey  Im letzten Spiel des Get-Ready-Cups liegen die Falken gegen Bietigheim bereits nach einer Viertelstunde 0:4 zurück. Am Ende verlieren erstatzgeschwächte Heilbronner mit 3:6.

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Das Gesicht von Yannik Valenti (vorne) sagt alles: Es lief nicht im ersten Drittel für die Heilbronner Falken, die im letzten Vorbereitungsspiel vor der am Freitag startenden Saison gegen Bietigheim schnell zurücklagen.

Foto: Marc Schmerbeck

Die Generalprobe ging in die Hose: Fünf Tage vor dem Start der neuen DEL2-Saison haben die Heilbronner Falken das Derby gegen die Bietigheim Steelers am Sonntagabend mit 3:6 (1:4, 2:1, 0:1) verloren. Dabei gerieten die Gastgeber zu früh zu deutlich in Rückstand, um die letzte Partie im Rahmen des Get-Ready-Cups noch einmal zu drehen und müssen sich mit Platz drei zufrieden geben.

0:3 nach kaum mehr als zehn Minuten - 0:4 nach einer guten Viertelstunde: Schnell war klar, dass dieser Abend kein guter mehr für die Falken werden würde.

Auch Ian Brady und Matthew Neal fehlten den Falken

Die im Vergleich zum 5:3 in Kaufbeuren noch einmal dezimierten Gastgeber - gegen Bietigheim fehlten zusätzlich zu Tim Miller, Bryce Gervais, Davis Koch, Michael Knaub sowie Brock Maschmeyer noch Ian Brady und Matthew Neal - begannen allerdings nicht so schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt. In den ersten Minuten waren die Falken durchaus präsent und hatten ihre Möglichkeiten.

Pierre Preto hatte in der sechsten Minute Pech, als sein Versuch ganz knapp am Pfosten vorbeistrich. Und auch Corey Mapes blieb der Treffer zum 1:0 verwehrt: Nachdem die Falken sich den Gegner fein zurecht gelegt hatten, traf der Kapitän nur Aluminium. Praktisch im Gegenzug fiel das 0:1, begünstigt durch einen Fehler der Falken. Ein Pass auf den Verteidiger im Drittel der Gäste ging in die Hose - und Norman Hauner war auf und davon. Matthias Nemec, der statt Arno Tiefensee wieder im Kasten stand, war ohne Chance. Es war der Anfang allen Übels.

Lange Gesichter auf der Tribüne lassen sich nur erahnen

C. J. Stretch stellte nur zwei Minuten später mit einem Schuss ins lange Eck auf 2:0 - warum er da überhaupt zum Schuss kam, müssen sich die Falken fragen. Ähnlich das 0:3, als Nemec zunächst einen Schuss parierte, Matt McKnight die freie Scheibe aber ins Tor schob. Drei Gegentreffer in nur dreieinhalb Minuten: Lange Gesichter bei den Falken. Auch bei den 250 Zuschauern. Wobei: Hinter der Maske, die auch am Platz noch getragen werden musste, war das nur zu vermuten.

Die Falken taten sich schwer, vor allem mit dem aggressiven Forechecking der Bietigheimer. Der Aufbau war so empfindlich gestört, sah entsprechend vogelwild aus. Auch beim 0:4 (16.) sah die Defensive nicht gut aus, hatte Max Renner völlig übersehen, der frei am langen Pfosten relativ leichtes Spiel hatte. Doch die Falken verkürzten, Dylan Wruck traf in Überzahl zum 1:4 (19.). Immerhin.

Powerplay der Falken ist zu pomadig

Es wurde noch besser: Weil Yannik Valenti nach neun Sekunden im zweiten Abschnitt zum 2:4 traf. Die Unterländer wollten sich nicht vorführen lassen, spielten jetzt auch besser - und hielten den Gegner besser vom Tor weg. Hätte das Powerplay besser geklappt: Die Falken wären auf 3:4 herangekommen.

Stattdessen setzte es das 2:5, kaum dass die Gäste wieder komplett waren. Heilbronn verlor in der neutralen Zone den Puck. Zwei Pässe sowie ein Schuss aus spitzem Winkel später hatte erneut Stretch getroffen.

Die Falken antworteten 23 Sekunden später mit dem 3:5, das Valentino Klos erzielte. Doch wieder vergaben die Hausherren die Chance, auf ein Tor heranzukommen. Erneut in Überzahl, diesmal 90 Sekunden in doppelter. Da kam einfach zu wenig, das Überzahlspiel der Falken war an diesem Tag ohnehin pomadig.

Bietigheim macht am Ende nicht mehr als nötig

Noch war diese Partie aber nicht verloren: Die Falken drückten entsprechend aufs Tempo, hatten auch ihre Chancen. Allein: Ein Tor, der so dringend benötigte Anschluss wollte ihnen nicht gelingen. Die Steelers machten nicht mehr als nötig, spielten das Ding sicher nach Hause - da half auch nichts, dass die Gastgeber zum Ende hin nach einer Auszeit ihren Torhüter früh vom Eis nahmen und es mit einem sechsten Feldspieler probierten. Im Gegenteil: Alexander Preibisch traf zum 6:3-Endstand ins leere Tor (59.).

Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Mapes - Maginot, Götz - Wirth; Pavlu - Ph. Preto. Angriff: Della Rovere - Wruck - Valenti; Pi. Preto - Brune - Kirsch; Florian - Klos - Schumacher.

Tore: 0:1 (8.) Hauner, 0:2 (10.) Stretch, 0:3 (11.) Mc Knight, 0:4 (16.) Renner, 1:4 (19.) Wruck, 2:4 (21.) Valenti, 2:5 (35.) Stretch, 3:5 (36.) Klos, 3:6 (59.) Preibisch. Strafminuten: 2/10. Schiedsrichter: Roland Aumüller, Bastian Haupt. Zuschauer: 250.

Steelers gewinnen den Get-Ready-Cup vorzeitig

Die Steelers haben den Get-Ready-Cup zur Vorbereitung auf die neue Saison in der DEL2 gewonnen: Das stand bereits am Freitagabend fest. Bietigheim hatte nur noch ein Punkt gefehlt, um vorzeitig als Sieger des Turniers hervorzugehen. Beim klaren 7:2 gegen Ravensburg kamen sogar drei hinzu. Die Falken hatten durch ihren Sieg in Kaufbeuren nach Punkten zu den Allgäuern auf Rang zwei aufgeschlossen: Beide hatten vor dem abschließenden Spieltag sieben Punkte. Das Fernduell um den zweiten Platz entschied Kaufbeuren am Sonntag dann mit einem 2:1-Sieg in Ravensburg für sich. DIe Towerstars wurden Letzter im Get-Ready-Cup.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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