Auch Kevin Maginot bleibt ein Falke

Eishockey  Mit Kevin Maginot hat ein weiterer Spieler aus der Vorsaison bei den Heilbronner Falken verlängert. Der Kader der Unterländer ist schon jetzt eine Ansage an die Konkurrenz - dabei sind zwei von vier Kontigentstellen noch unbesetzt.

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Auch Kevin Maginot bleibt ein Falke: Der Verteidiger ist bereits der 21. Spieler der Vorsaison, der in Heilbronn bleibt. Foto: Mario Berger

Natürlich ist Kevin Maginot keine Zahl, nicht irgendeine Nummer. Aber in einer langen Reihe ist der Verteidiger als vorläufiger Höhepunkt der 21. Spieler der so unsanft beendeten Vorsaison, der in der neuen DEL-2-Runde wieder für die Heilbronner Falken spielen wird.

An welcher Position er genau in der langen Reihe steht, wird Maginot freilich herzlich egal sein, als Eishockeyspieler interessieren ihn ganz andere Zahlen.

Früher suchten die Spieler nach einer Saison das Weite

Die persönliche Plus-Minus-Statistik ist eine davon: Die stand nach 52 Einsätzen nach der Saison bei minus eins. "Die würde ich gerne verbessern", sagt der gebürtige Mannheimer, der gleich für zwei Jahre in Heilbronn unterschrieben hat. Und eine größere Rolle würde er auch gerne übernehmen in einem Team, das in seinen persönlichen Karriere-Highlights schon jetzt eine Topplatzierung sicher hat. "Ich habe noch nie so viel Spaß in einem Team gehabt wie mit diesen Jungs." Auch nach ihrem Abschied aus Heilbronn sind die Spieler in engem Austausch gewesen, der Gedanke vom Abschlussfest, sich in dieser Konstellation wiederzusehen, ist zu einer Art Versprechen geworden, das mit der Verlängerung von Maginot eigentlich erfüllt ist.

Über 20 Spieler der Vorsaison zu halten: Das ist in der Branche eine Besonderheit, für Falken-Verhältnisse allemal. Es gab in Heilbronn schon Jahre, in denen die Spieler nach einer Saison lieber das Weite suchten. Auch Maginot kann sich noch an solche Zeiten erinnern, in der Saison 2014/2015 war er zum ersten Mal bei den Falken. "Da haben wir in der ganzen Saison gefühlt keine fünf Spiele gewonnen, das hat keinen Spaß gemacht." Maginot war wie viele andere am Ende weg. Und auch, wenn sich Heilbronn seitdem als Standort Stück für Stück gemausert hat, waren die Leistungsträger nach einer Saison noch immer abhandengekommen.

 

 

Heilbronner Falken
Jubel um Kevin Maginot (Nummer sechs).

Nicht diesmal. Der stark umworbene Dylan Wruck ist ebenso geblieben wie Bryce Gervais oder Ian Brady. Das Ziel, diese Mannschaft nicht zerbrechen zu lassen, sieht Rapp zu "95 Prozent" als erfüllt an. Der neue Geschäftsführer der Falken will sich mit weiteren Verpflichtungen fortan mehr Zeit lassen. Angesichts dieses Kaders kann er sich das durchaus erlauben, im Prinzip sind aktuell nur zwei der vier Kontingentstellen noch vakant. "Ob wir einen, zwei oder keinen Ausländer holen, werden wir sehen", sagt Rapp.

Um Davis Koch halten sich hartnäckig Gerüchte

Zu der recht entspannten Sichtweise des neuen Geschäftsführers passt, dass sich um Stürmer Davis Koch noch immer hartnäckig Gerüchte halten: Demnach soll der Deutsch-Kanadier für zwei Jahre bei den Adlern unterschreiben und das erste Jahr fest zum Falken-Kader gehören, was ohne Frage eine Verstärkung wäre. Natürlich kommentiert Rapp solche Gerüchte nicht, er wiederspricht jedoch auch nicht. Sollte Koch tatsächlich zurückkommen, als 22. Spieler, dann könnten es sich die Falken tatsächlich erlauben, nur noch für Derek Damon einen Ersatz zu holen - und alles weitere abwarten. Das ist angesichts der aktuellen Unwägbarkeiten im Sport allgemein und im Eishockey speziell nicht die schlechteste Option.

Dass die Falken das Team zusammenhalten, ist auch ein Zeichen dafür, dass der Verein relativ gut durch die Krise gekommen ist. Das bestätigt Rapp. "Wir sind auch dank unserer Partner mit einem blauen Auge davongekommen", sagt er. Der Falken-Kader ist schon jetzt eine Ansage an die Konkurrenz und die Spieler legen wortreich nach: "Wir alle wollen hier noch was zu Ende bringen", sagt Maginot.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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