Der Löwe bleibt ein Falke: Brady spielt eine weitere Saison in Heilbronn

Eishockey  Die Heilbronner Falken verlängern auch mit Ian Brady. Ein echter Coup, der US-Amerikaner glänzt mit Spielwitz und Übersicht, ist ein echter Spielmacher. Ganz nebenbei komplettieren die Falken eines der besten Verteidigerpaare der DEL 2.

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Ian Brady (links) lässt seine Gegner gerne mal ins Leere laufen: Der Amerikaner gehört zu den besten Verteidigern der DEL 2, glänzt mit Spielwitz und Effektivität.

Foto: Veigel

Von einer wilden Mähne ist Ian Brady weit entfernt. Die dunklen Haare trägt der US-Amerikaner kurz und akkurat frisiert, sofern er nicht einen Helm auf hat. Auch seine 1,83 Meter erinnern kaum an die Imposanz eines Löwen. Und doch trägt Brady den König der Tiere als Spitznamen: Ian - the Lion. Zu verdanken hat er das dem letztjährigen Co-Trainer Ilkka Pakarinen, der auf die Weise den Instinkt des 26-Jährigen lobte. "Er ist ein lautloser Killer, der unerwartet aus dem Nichts zuschlägt", erklärte der Finne einmal.

Lautlos hat Brady sich auch diesmal wieder angeschlichen und für eine weitere Saison bei den Falken unterschrieben. Ein echter Coup, immerhin gehört der Verteidiger ohne Frage zu den Klassenbesten in der DEL 2. Ein wahrer König eben. Nach seinem Wechsel aus Frederikshavn schlug Brady in Heilbronn auf Anhieb ein, war die erhoffte Verstärkung in der Abwehr.

Der Amerikaner mischt auch offensiv kräftig mit

Nicht nur das: Mit seinem offensiven Spiel mischte der Amerikaner auch vorne ordentlich mit: In den 51 Spielen der Hauptrunde erzielte er satte 57 Scorerpunkte (12 Treffer und 45 Vorlagen). Damit war Brady nicht nur der drittbeste Scorer des Falkenkaders, sondern auch der drittbeste Verteidiger der gesamten DEL 2. Vermutlich auch aus diesem Grund gewann Ian Brady die Wahl zum Verteidiger des Jahres. Klar, dass die Falken-Verantwortlichen einen wie ihn halten wollten. "Seine Präsenz auf und auch neben dem Eis ist bemerkenswert, er ist zu jeder Zeit ein Gewinn für die Mannschaft", sagt der neue Falken-Geschäftsführer Stefan Rapp.

Auch Ian Brady selber hatte großes Interesse, seinen Vertrag bei den Falken zu verlängern. "Es ist großartig, nach Heilbronn zurückzukehren und ich freue mich schon darauf, das Falkentrikot wieder überzustreifen", sagt er. Brady ist schon der 18. Spieler der Vorsaison, der ein Falke bleibt. "Unserem Ziel, in Bezug auf die Konstante innerhalb des Kaders, kommen wir Schritt für Schritt immer näher", sagt Rapp.

Der Trainer ist begeistert von Bradys Qualitäten

Das klingt, als wäre Brady nicht der letzte Spieler aus dem Vorjahres-Kader, auf dessen Wiedersehen sich die Fans freuen können. Brady aber gehört zu den bedeutendsten. Auch Trainer Michel Zeiter unterstreicht dessen Wichtigkeit. "Von seinen offensiven Qualitäten bin ich sehr begeistert und überzeugt. Mit seiner Erfahrung, Leadership und Spielübersicht wird er großen Einfluss auf unser Spiel nehmen."

Tatsächlich ist Brady keiner, der durch knallharte Checks, Einzelaktionen oder gar Fights auffällt. Statt spektakulär, ist der 26-Jährige effektiv, der defensive Kopf, ein Spielmacher. Spielverständnis und Spielwitz zeichnen ihn aus, er genießt bei den Kollegen Respekt, sein Wort hat Gewicht. Ein legitimer Nachfolger von Derek Damon, wenn es um das Amt des Kapitäns geht. Als die Falken in der Vorsaison personell stark angeschlagen eine Reihe von Spielen binnen weniger Tage vor der Brust hatten, jammerte Brady nicht rum: "Wir begreifen diese Situation als Herausforderung, nicht als Problem."

Mit Götz versteht er sich blind

Auch laute Töne mag er nicht, daher ist seine Ansage umso erstaunlicher: "Nachdem die letztjährige Saison so unerwartet abgebrochen wurde, wollen wir etwas zu Ende bringen und haben Großes vor." Den perfekten Partner an seiner Seite hat er in Marcus Götz gefunden, das Duo gehört zu den besten Verteidigerpärchen, das die Liga zu bieten hat. "Mit meinem schwedischen Kollegen verstehe ich mich blind", meinte Brady einmal. Perfekt für die Jagd.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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