Der dritte Falken-Streich in Serie: 5:2 gegen Crimmitschau

Eishockey  Die Heilbronner Falken machen sich gegen Crimmitschau das Leben selber schwer und überzeugen nicht wirklich. Unterm Strich steht aber ein 5:2. Die Unterländer sind 2021 noch ungeschlagen.

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Voller Einsatz: Keeper Matthias Nemec (am Boden) war einer der besten Falken gegen Crimmitschau, verhinderte mehrfach Schlimmeres.

Foto Andreas Veigel

Die Heilbronner Falken sind 2021 weiter ungeschlagen: Gegen die Eispiraten Crimmitschau fuhr das Team von Michel Zeiter beim 5:2 (1:0, 2:2, 2:0) schon seinen dritten Sieg in Folge ein und hat damit den Anschluss an die Konkurrenz in der DEL 2 hergestellt. Der Dreier darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass Heilbronn wahrlich kein gutes Spiel ablieferte und phasenweise Fehler en masse produzierte - aber das Glück des Tüchtigen hatte. "Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen", sagte Trainer Zeiter hinterher. Die Führung nach 40 Minuten fand auch er schmeichelhaft.

Es hakt bei den Falken im Spielaufbau

Im Vergleich zu Freitag in Weißwasser hatten die Falken zwar keine lange Anreise, doch irgendwie taten sie sich erneut ein wenig schwer, ins Spiel zu kommen. Nach vorne entwickelten die Gastgeber phasenweise Tempo - aber im Aufbau war ordentlich Sand im Getriebe. Einige Pässe liefen ins leere, und das waren noch die besseren. Andere landeten gleich beim Gegner: So wurde es rasch gefährlich vor dem Kasten von Torhüter Matthias Nemec. Der ließ sich jedoch nicht überwinden, strahlte viel Ruhe und Gelassenheit aus.

Die beste Chance in der Anfangsphase hatten die Falken, doch Bryce Gervais knallte den Puck nur an den Pfosten. Im direkten Gegenzug hatten die Falken großes Glück, als Eispirat Daniel Weiß das leere Tor nicht traf. Auch in Unterzahl brachten die Gäste den Puck nicht im Kasten unter. Crimmitschau schnürte die Falken fast die kompletten zwei Minuten lang in der eigenen Zone ein, allerdings fehlte die ganz zwingende Chance. Kirsch sorgte in den letzten Sekunden der Unterzahl immerhin für Entlastung, sein Schuss aber ging übers Tor.

Das war hüben wie drüben sicher noch nicht das Gelbe vom Ei - dafür ging nach dem Powerbreak die Post ab. Gleich den ersten Angriff schlossen die Falken mit Tempo ab: Justin Kirsch nahm über links mächtig an Fahrt auf. Seinen Schuss ließ Gäste-Torhüter Mark Arnsperger zur Seite abprallen. Genau da stand Yannik Valenti: Der Rückkehrer traf zum 1:0 ins leere Tor. Das tat gut.

Über weite Strecken ist es spielerische Magerkost

Allerdings setzten die Falken ihren Vorsprung leichtfertig wieder aufs Spiel. Nach überflüssigem Foul im Angriffsdrittel stand die zweite Unterzahl an und wieder machte Crimmitschau mächtig Druck. Aber wieder trafen die Piraten nicht. Der Rest des Abschnitts: eher spielerische Magerkost.

Und das blieb es auch im zweiten Abschnitt. Wobei die Gäste das aktivere und schussfreudigere Team waren. Und doch stand es nach gut 30 Minuten 3:0 für die Falken. Weil mitten in die Crimmitschauer Angriffbemühungen der Marcus Götz zum 2:0 von der blauen Linie traf (25.). Nicht ganz unhaltbar. Und weil Youngster Lukas Ribarik in Überzahl traf, wenn auch nur per Konter. Denn das Überzahlspiel der Falken war nichts, hier fielen die Ungenauigkeiten im Passspiel noch einmal mehr auf. Aber es stand 3:0. Da interessiert alles andere erstmal weniger.

Fast wäre aus der 3:0-Führung ein 3:3 geworden

Doch die Falken waren sehr weit davon entfernt, das Spiel nach Hause zu fahren. Ein Gegentreffer hatte sich die ganze Zeit über angedeutet, am Ende wurden es gleich zwei: Marius Demmler traf zum 1:3 (36.), als er einen Falken-Fehlpass direkt auf die Kelle bekam und wuchtig ins Tor beförderte. Zwei Minuten später fiel das 2:3, als Mathieu Lemay erst Kapitän Mapes alt aussehen ließ - und anschließend aus spitzem Winkel ins Tor traf. Es war die Konsequenz aus den vielen Fehlern im Aufbau. Auch das 3:3 hätte noch fallen können, das blieb den Falken aber erspart.

Zwei späte Heilbronner Tore machen den Arbeitssieg perfekt

Im Schlussabschnitt zeigten sich die Falken insofern verbessert, dass sie die Scheibe in Bedrängnis auch mal aus der Gefahrenzone raus hauten. Daher passierte auch lange Zeit nichts. Eng wurde es bei einer Überzahl der Gäste, als diese aber wieder komplett waren, erlöste Wruck sein Team mit dem 4:2. Pierre Preto ließ das 5:2 ins leere Tor folgen. Ein Arbeitssieg. Aber ein Sieg.

Tor: Nemec, Tiefensee. Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maschmeyer - Pavlu, Mapes Maginot. Angriff: Gervais - Wruck - Della Rovere, Reisz - Miller - Pierre Preto, Valenti - Neal - Kirsch, Ribarik - Thiel.

Tore: 1:0 (11.) Valenti, 2:0 (25.) Götz, 3:0 (31.) Ribarik, 3:1 (36.) Demmler, 3:2 (38.) Lemay, 4:2 (57.) Wruck, 5:2 (60.) Pierre Preto. Strafminuten: 8/4. Schiedsrichter: Roland Aumiller, Florian Fauerbach. Zuschauer: 0.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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