Der Dauerbrenner will eine größere Rolle bei den Falken spielen

Eishockey  Auch Jan Pavlu bleibt in der nächsten Saison bei den Heilbronner Falken. Der 25-jährige Verteidiger sieht noch Entwicklungspotenzial für sich und das Team.

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Jan Pavlu geht in seine dritte Saison bei den Falken: In seinen bisherigen zwei Spielzeiten stand er noch in jedem Spiel für Heilbronn auf dem Eis.

Foto: Mario Berger

Das mannschaftsinterne Abschlussfest hat sich bei Jan Pavlu ins Gedächtnis gebrannt. Die Situation nach der abgebrochenen Saison war im März speziell, die Stimmung auch, keine Frage. Alles fühlte sich unwirklich an, so unvollendet.

Keine Freude über ein erreichtes Ziel, keine Trauer über ein Aus. Nichts. Und doch sind die Erinnerungen des Falken-Verteidigers aus einem anderen Grund nachhaltig. "Das war kein Abschied wie normalerweise nach einer Saison, wo keiner weiß, ob man sich im Sommer wiedersieht", sagt der 25-Jährige über diese besondere Zusammenkunft.

Ein wichtiger Baustein in der Defensive

Vielmehr war das Fest ein stilles Versprechen: sich als Team wiederzusehen. Das Angefangene gemeinsam zu vollenden. Der Idee hat sich auch Pavlu verschrieben: Der italienische Nationalspieler hat seinen Vertrag beim DEL-2-Verein nun um ein Jahr verlängert und steht damit in der langen Reihe seiner Teamkollegen aus der abgelaufenen Saison. Er ist bereits der 19. Spieler, der wieder bei den Falken unterschrieben hat. "Mein Ziel war es, in Heilbronn zu bleiben", sagt er. Jan Pavlu fühlt sich wohl bei den Falken, das haben die 18 vor ihm auch gesagt. Irgendwas muss dran sein.

Pavlu, der mit seiner Frau gerade erst das neue Eigenheim im gut eine Stunde entfernten Lampertheim bezogen hat, freut sich, dass auch nach den Wechseln des Geschäftsführers und Trainers noch Interesse an ihm da ist. Michel Zeiter schätzt Jan Pavlus internationale Erfahrung - sieht in ihm einen wichtigen Baustein in der Defensive. "Ich freue mich sehr, dass Jan weiterhin für uns spielt und mit seiner Spielweise unsere Verteidigung stabilisiert."

Stabilität ist bei Zeiter ein wichtiges Stichwort: Auf der Defensive liegt sein besonderes Augenmerk. Bei allem Offensivspektakel, das unter dem Schweizer erhalten bleiben soll, will der neue Coach einen Anlauf unternehmen, den Gegentorschnitt der Falken deutlich zu drücken. "Man wird keinen Verteidiger finden, der das nicht gut findet", sagt Pavlu lachend. Er ist gespannt, was sich unter Zeiter ändert, wie er das System verfeinern will. Für Pavlu selbst ist klar, dass er den nächsten Schritt machen will. "Ich möchte eine größere Rolle im Team spielen und mich steigern."

Scorerwerte sind nach unten gegangen

Luft nach oben sei in seinem Fall noch, auch deswegen, weil Pavlu vor einigen Jahren erst vom Stürmer auf Verteidiger umgeschult hatte. Auch seine Plus-Minus-Statistik ist durchaus ausbaufähig: Die stand bei überschaubaren minus sechs, stellt aber im Vergleich zum Vorjahr (minus elf) eine Verbesserung da. Seine Scorerwerte sind indes nach unten gegangen: von 15 (drei Tore und zwölf Assists) auf sieben (vier Tore und drei Assists). Dafür ist Jan Pavlu aber ein Dauerbrenner: In den vergangenen beiden Saisons in Heilbronn ist der Deutsch-Italiener von Verletzungen verschont geblieben, hat tatsächlich alle Spiele absolviert.

Das spricht für Pavlus Fitness, an der er auch in den vergangenen Wochen fleißig gefeilt hat. "Meistens zu Hause oder im Wald", beschreibt er. Ab sofort geht es auch wieder ins Fitnessstudio. "Und im Juli will ich wenigstens ab und zu aufs Eis."

 

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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