Den Falken gelingt der siebte Streich

Eishockey  Heilbronner Falken gewinnen auch das zweite Spiel innerhalb von zwei Tagen gegen Bad Nauheim. Dank des siebten Siegs in Folge verbessert sich das Team von Bill Stewart auf den siebten Platz in der Tabelle.

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"Dieses war der sechste Streich. Doch der letzte folgt sogleich" - so heißt es in "Max und Moritz" von Wilhelm Busch. Die Heilbronner Falken setzen aber schwer darauf, dass ihr siebter Streich nicht ihr letzter in dieser Saison war. Am Gründonnerstag gelang bei der Neuauflage des Duells vom Dienstag gegen Bad Nauheim mit 5:2 (1:1, 3:1, 1:0) der siebte Sieg in Serie. Damit zogen die Unterländer in der DEL2-Tabelle an Crimmitschau vorbei und belegen nun sogar Rang sieben. Am Samstag (18.30 Uhr) empfängt das Team von Trainer Bill Stewart zum dritten Heimspiel in Folge und zum vierten Derby der Saison die Bietigheim Steelers.

Früher Torwartwechsel bei Bad Nauheim

Nicht überraschend begannen beide Teams mit nahezu identischen Aufstellungen wie zwei Tage zuvor an gleicher Stelle. Die größte Veränderung betraf die Gäste. Für Felix Bick begann Philipp Maurer im Tor. Der 20-Jährige machte einen guten Job, musste allerdings nach einer Viertelstunde verletzungsbedingt raus.

Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits einmal hinter sich greifen müssen. In der fünften Minute griffen die Falken lehrbuchmäßig an. Davis Koch zog auf der linken Seite ins gegnerische Drittel, hielt den Kopf oben und entschied sich gegen den Pass vors Tor, sondern bediente den mitgelaufenen Kevin Maginot in seinem Rücken. Der schussgewaltige Verteidiger fackelte nicht lange und setzte den Puck platziert ins Eck zum 1:0.

Ein gelungener Start für die Gastgeber, die fortan mehr Spielanteile besaßen. Die Partie hatte aber nicht die gleiche hohe Intensität wie noch am Dienstag. Nauheim verlegte sich in erster Linie aufs Kontern. Das allerdings durchaus gekonnt. In der 17. Minute kam James Arniel allerdings zu Gute, dass gleich zwei Falken ausrutschten, der 30-jährige Kanadier dadurch freie Bahn Richtung Tor hatte und Falken-Goalie Florian Mnich keine Abwehrchance ließ. Sekunden später hätte um ein Haar Kelsey Tessier die Roten Teufel sogar in Führung gebracht. Doch so ging es mit dem 1:1-Unentschieden in die erste Pause.

Paukenschlag von Bryce Gervais

Das Mitteldrittel begann mit einem Paukenschlag. Noch vor Ablauf der ersten Minute nutzte Bryce Gervais einen Fehler im Aufbauspiel der Gäste zum 2:1 (21.). Die Falken blieben im Anschluss am Drücker, trafen aber auch in Überzahl nicht. Das gelang allerdings den Gästen, als Marcus Götz auf die Strafbank musste. Stefan Reiter erzielte mit einem verdeckten Schuss den 2:2-Ausgleich (30.). Bitter für die Falken, die bis dahin in Unterzahl sogar das gefährlichere Team waren.

Für einige Minuten übernahmen jetzt die Gäste das Kommando. Cason Hohmann zog ähnlich wie Dylan Wruck am Dienstag seine Kreise im Falken-Drittel. Dann bekam er es allerdings mit dem humorlosen Maginot zu tun, der hartnäckig an ihm dranblieb. Hohmann kam zu Fall, die Referees ließen weiterlaufen, Maginot bediente mustergültig den mitgelaufenen Josh Nicholls und die Falken gingen zum dritten Mal in diesem Spiel in Führung (33.).

Justin Kirsch trifft aus unmöglicher Position

Und es kam noch besser: Eigentlich nur auf Wechselfahrt nach vorne spielten sich Pierre Preto und Justin Kirsch die Scheibe zu. Die Kollegen konnten nach langer Eiszeit zur Bank fahren. Als niemand damit rechnete zog Kirsch aus unmöglichem Winkel ab und versenkte den Puck direkt am Pfosten zum 4:2 (37.). Dieser Treffer zeigte Wirkung bei den Gästen, die Glück hatten in ihrer Paraylse in den Schlussminuten des Drittels nicht noch das fünfte Gegentor zu bekommen.

Wie schon zwei Tage zuvor galt es für die Falken im Schlussdrittel wieder, einen Zwei-Tore-Vorsprung nach Hause zu bringen. Das gelang weitgehend überzeugend. Die Nauheimer versuchten zwar noch einmal alles, doch Mnich war einmal mehr ein starker Rückhalt im Tor. Die Falken besaßen nicht die Zweikampfüberlegenheit wie am Dienstag, ein wenig Müdigkeit machte sich aber beiden Teams bemerkbar. Das Tempo war nicht mehr ganz so hoch, das Angriffsspiel lief auf beiden Seiten nicht mehr so flüssig.

Knapp zwei Minuten vor dem Ende nahmen die Gäste den Goalie vom Eis. Aus dem eigenen Drittel setzte Stefan Della Rovere mit einem platzierten Schuss in leere Tor den 5:2-Schlusspunkt (59.). 

Tor: Mnich, Nemec; Abwehr: Götz - Länger, Philipp Preto - Maginot, Mapes - Dziambor, Ribarik; Angriff: Gervais - Koch - Nicholls, Della Rovere - Wruck - Valenti, Pierre Preto - Neal - Kirsch, Thiel - Klos - Reisz. Tore: 1:0 (5.) Maginot, 1:1 (16.) Arniel, 2:1 (21.) Gervais, 2:2 (30.) Reiter, 3:2 (33.) Nicholls, 4:2 (37.) Kirsch, 5:2 (59.) Della Rovere. Schiedsrichter: Michael Klein, Thorsten Lajoie. Strafminuten: 6/2.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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