Heilbronner Falken: Das erste Heimspiel ist wichtig für ein gutes Gefühl

Eishockey  Gegen Ravensburg wollen die neuformierten Heilbronner Falken ihre Entwicklung fortsetzen - am Freitag zu Hause und am Sonntag in Oberschwaben.

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Die Kleinigkeiten verbessern, das defensive Verhalten optimieren: Gegen Ravensburg wollen Falken-Coach Jason Morgan (links) und sein Co-Trainer Christoph Schubert mit dem Team den nächsten Schritt machen.

Foto: Andreas Veigel

Wie aussagekräftig Vorbereitungsspiele sind, darüber lässt sich streiten. Eine gute Vorbereitung samt guter Ergebnisse lässt noch lange keinen Rückschluss auf den Rundenverlauf zu. Trainer freilich ziehen aus solchen Spielen Erkenntnisse, sehen, woran gearbeitet werden muss, wo sie Schwerpunkte setzen müssen. Für die Spieler selber geht es noch um etwas anderes: ums Erleben. Ein Gespür. Die Stimmung. Das 6:3 im ersten Vorbereitungsspiel bei Ligarivale ESV Kaufbeuren hat den Heilbronner Falken gut getan. "Mit einem Erfolg zu starten, war gut für das Gefühl", sagt Kapitän Christopher Fischer.

Auch Trainer Jason Morgan war angetan und mit dem Ergebnis allemal zufrieden. Der Kanadier hat gesehen, dass die Chemie, die er dem Team nach den zwei ersten gemeinsamen Wochen im Trainingsbetrieb attestiert hatte, auch in einem Spiel zum Tragen kommt. "Der Spirit, den wir haben, dass sich jeder für jeden reinhängt: Das war in diesem Spiel gut zu erkennen", sagt der 44-Jährige. Dass in einem zu großen Teilen neu formierten Team lange nicht alles rund lief, sieht Morgan als Teil eines normalen Entwicklungsprozesses der Vorbereitung. In diesem soll am Wochenende gleich die nächste Stufe erreicht werden.

Fischers erstes Heimspiel seit 14 oder 15 Jahren

Zwei Mal treffen die Falken auf Ravensburg. Bevor es am Sonntag (16 Uhr/Sprade TV) zu den Oberschwaben geht, steht an diesem Freitag (20 Uhr) das erste Heimspiel der neuen Saison gegen die Towerstars an. Ein gutes Ergebnis soll den ersten Eindruck stärken, das gute Gefühl auch auf die Zuschauer überspringen. "Es ist mein erstes Spiel hier seit 14 oder 15 Jahren", sagt Fischer. Der Kapitän hofft darauf, dass möglichst viele Fans kommen. Und er hofft auf eine gute Stimmung, zu der "wir unseren Teil beitragen wollen".

Die Ravensburg-(Fest-)Spiele sollen nach Meinung von Morgan und Fischer dazu dienen, weiter am System zu arbeiten. Dafür sind die Ravensburger vielleicht sogar der perfekte Gegner. "Sie spielen unheimlich aggressiv, greifen sehr kompakt an und versuchen dabei, in Pucknähe in Überzahl zu sein", sagt Morgan, der die Oberschwaben bei deren 2:3-Niederlage zuletzt gegen Kaufbeuren analysiert hat. Er hofft auf einen Stresstest für seine Defensive, bei der er vor einer Woche den größten Verbesserungsbedarf ausgemacht hatte.

Offensivmöglichkeiten machen zuversichtlich

"Wir müssen eine bessere Defensiv-Struktur finden", sagt der Trainer. Die ersten zwei Drittel gegen Kaufbeuren waren ihm mitunter zu "schlampig". Aber dafür war das Spiel gut: "Um das Sommerhockey abzuschütteln." Im letzten Abschnitt klappte es besser, die Falken zogen davon, spielten viel gradlinigeres Eishockey. Und dass sie vorne Qualität haben, war schnell zu spüren. Die beiden Tore von Neuzugang Karl Fabricius, der die Scheibe gekonnt ins Tor abfälschte, waren Beweis genug. Dass die Falken auch in Unterzahl trafen, dazu auch Jungspunde wie Noah Dunham sich zwei Mal in die Torschützen-Liste eintrugen, macht zuversichtlich. "Wir wissen, dass wir vorne Jungs haben, die nicht viele Chancen für ein Tor brauchen", sagt Fischer.

Dass Kaufbeuren im Fünf-gegen Fünf besser wirkte, führt der Verteidiger auf die vier kompletten Linien des Gegners zurück, während Heilbronn mit drei Reihen agierte. Das wird auch an diesem Freitag der Fall sein, zumal niemand ins Team zurückkehrt und auch Florian Mnich und Arkadiusz Dziambor fehlen. Torhüter Luca Ganz rückt als Backup nach, zudem wird Jungadler Malte Krenzlin am Freitag seinen Einstand geben.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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