Corey Mapes und Michael Knaub bleiben Heilbronner Falken erhalten

Eishockey  In der Weiterverpflichtung von Corey Mapes und Michael Knaub sehen die Heilbronner Falken ein wichtiges Zeichen. Denn dabei handelt es sich um zwei Identifikationsfiguren.

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Mit Corey Mapes (li) und Michael Knaub bleiben zwei Identifikationsfiguren des Heilbronner Eishockey dem Verein erhalten.

Foto: Andreas Veigel

Die Fans waren schon in Sorge. Ruhig war es zuletzt um die Heilbronner Falken geworden. Zu ruhig, für ihren Geschmack. "Mit Ruhe hat das aber nichts zu tun", erklärt Stefan Rapp.

Beim neuen Falken-Geschäftsführer herrscht Hochbetrieb, der Kader für die neue Saison in der DEL 2, nach dem die Fans so lechzen, ist da nur eine Baustelle von vielen. Aber eine wichtige, keine Frage. Umso glücklicher waren Rapp und Trainer Michel Zeiter, dass sie am Montagvormittag die Weiterverpflichtung von gleich zwei Spielern bekanntgeben durften – die ersten unter der Regie des neuen Führungsduos. Gewichtigen Spielern: Mit Verteidiger Corey Mapes und Stürmer Michael Knaub bleiben den Falken zwei Identifikationsfiguren erhalten. "Es ist ein ganz wichtiges Zeichen nach außen, auch an die Fans", sagt der Trainer.

Wertvoll auf und neben dem Eis 

Zeiter stuft die zwei deutschen Spieler als wertvoll ein, weil sie auf und auch neben dem Eis Gewicht für das Team haben. Beim Videostudium seien ihm Mapes, der für zwei Jahre unterschrieb, und Knaub aufgrund ihrer Präsenz schnell aufgefallen.

Beim Verteidiger war er vor allem von dessen Einsatz beeindruckt. "Er spielt aufopfernd für die Mannschaft", findet Zeiter. Gerade bei Torhütern ist Mapes beliebt. "Er blockt im Spiel mehr Schüsse als jeder Torwart, das lässt sich an den blauen Flecken ablesen", sagt Rapp augenzwinkernd. Auch das körperbetonte Spiel, mit dem sich Knaub einen Namen gemacht hat und wofür er auch zum Fan-Spieler des Jahres in der DEL 2 gewählt wurde, hat es Zeiter angetan. Wobei der Schweizer hinterher schiebt, dass "wir seine Strafquote ein wenig runterbringen müssen". Mit 151 Strafminuten spielte Knaub bei den Bad Boys der Liga ganz vorne mit.

Potenzial mehr zum Vorschein bringen

Der Trainer sieht mehr in seinem Stürmer, will dessen wahres Potenzial noch mehr zum Vorschein bringen. "Michael ist jemand, der im richtigen Moment am richtigen Ort sein kann." Mit seinem Körper könne er im Slot wichtige Scheiben gewinnen, Rebounds holen – und Tore schießen. "Das müssen wir durch unser Spielsystem fördern."

Worte, die ein Spieler gerne hört. Viel Überzeugungsarbeit mussten die Falken-Bosse in beiden Fällen nicht leisten. Für Michael Knaub ist ein Traum in Erfüllung gegangen. "Ich wollte unbedingt bleiben, fühle mich sehr wohl", sagt er. Zwar habe es andere Angebote gegeben. Doch der 25-Jährige hat sich in Geduld geübt. "Ich habe abgewartet, was hier passiert – das hat sich gelohnt, ich bin happy", sagt er. Auch von Rapp gibt es angesichts der Corona-Lage Lob für das Verhalten seiner beiden Spieler: "Alle waren sofort bereit aufeinander zuzugehen."

Verträge mit Corona-Klausel

Ob die Spieler Abstriche machen mussten, das wollte niemand verraten. Aber klar ist, dass es in den Verträgen eine Corona-Klausel gibt, mit de sich die Clubs absichern. Für die Spieler kein Problem: "Ich bin absolut zufrieden", sagt Knaub.

Er war auch nach dem Saisonende in der Stadt geblieben, hatte sich an der lädierten Schulter operieren lassen und danach fleißig an seiner Genesung gearbeitet. "Bis zum Saisonstart gibt es wieder 100 Prozent Knaub", verspricht der 1,95 Meter Hüne. Ende des Monats wird er für vier Wochen nach Kanada zur Familie fliegen. "Meine Eltern habe ich jetzt zehn Monate nicht mehr gesehen." Die Vorfreude ist groß. Auch auf die danach beginnende Vorbereitung. "Ich kann es kaum abwarten, bis alle wieder hier sind, wir zusammen trainieren können."

Siebte Saison für Mapes 

Wenn es soweit ist, geht Corey Mapes in seine insgesamt siebte Saison bei den Falken – die vierte in Folge. Weil der 27-jährige zwischendrin ein paar Jahre weg war, ist ihm die schlimmste Zeit erspart geblieben. "Ich musste hier nie Playdowns spielen", sagt er. Klar, das soll so bleiben. In Heilbronn streben sie nach der positiven Entwicklung in jüngster Zeit ohnehin wieder nach Höherem. Den nächsten Schritt machen, natürlich. "Am schönsten wäre es aber, mal was zu gewinnen", sagt Mapes. Das würde auch den Fans sicher gefallen.


Es wird auch Veränderungen geben

Die großen Veränderungen auf dem Posten des Geschäftsführers und Trainers sieht Corey Mapes relativ gelassen. „Die Mannschaft bleibt ja zusammen, insofern ändert sich für uns nicht so viel“, sagt Mapes, dem bei den neuen Bossen die „hohe Leidenschaft für das Eishockey“ gefällt. Dass die Mannschaft weitgehend zusammenbleiben soll, ist kein Geheimnis. „Es gibt positive Zeichen, dass wir dieses Ziel auch erreichen“, sagt Stefan Rapp, der bald weitere Weiterverpflichtungen bekanntgeben will. Aber es wird – abgesehen von Kapitän Derek Damon, der seine Karriere beendet hat – Veränderungen geben. Bewusst. „Wir wollen neuen Impulse setzen“, sagt er.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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