Bryce Gervais bleibt bei den Heilbronner Falken

Eishockey  Der Top-Torschütze der Vorsaison zählt weiterhin zum Kader des Heilbronner Eishockey-Teams. Der 28-Jährige wollte unbedingt bleiben und seine Mission zu Ende bringen. Das freut die Fans.

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Bryce Gervais gehörte zu den Leistungsträgern bei den Heilbronner Falken, spielte eine starke Saison. Mit dem Ende aber ist er unglücklich. Foto: Andreas Veigel

Als die Heilbronner Falken im Sommer des Vorjahres Bryce Gervais verpflichteten, war auch die letzte Hoffnung dahin. Die Verpflichtung des Kanadiers bedeutete nichts anderes, als dass mit Greg Gibson ein weiterer Leistungsträger verloren war. Inmitten der Vorbereitung auf die neue Runde. Die Folgen einer Gehirnerschütterung machten es Gibson unmöglich, seinen Vertrag zu erfüllen. Eine Hiobsbotschaft für den DEL-2-Club. In der Trauer über den schmerzhaften Verlust war der auf die schnelle geholte Bryce Gervais für viele erstmal nur irgendein Ersatz.

Dominante Rolle in der Mannschaft

Nur nicht für seinen damaligen Trainer. "Bryce wird eine dominante Rolle in unserem Team einnehmen", prophezeite Alexander Mellitzer. Der Österreicher behielt recht: So schnell wie Bryce Gervais nach Heilbronn kam, so schnell wurde auch klar, dass seine Verpflichtung ein Volltreffer war. Mit seiner Unbekümmertheit, vor allem aber seiner enormen Schnelligkeit, ließ Gervais seinen Vorgänger Gibson rasch in Vergessenheit geraten. Mit 28 Treffern war Gervais der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison sogar der beste Torschütze der Falken.

Mit jedem Tor stieg seine Beliebtheit bei den Fans. Klar, dass der 28-Jährige bei den Anhängern weit vorne auf der Wunschliste für den Kader der neuen Saison steht. Besser: stand. Denn an die Personalie darf jetzt ein Haken dran. Seit Dienstagmorgen ist offiziell, dass die Verantwortlichen den Wunsch der Fans erfüllen werden. Gervais bleibt für ein weiteres Jahr ein Falke - nimmt die erste von insgesamt vier Kontigentstellen ein. "Meine Frau und ich sind wirklich sehr glücklich, zu den Falken zurückzukehren. Ich freue mich sehr darauf, schon bald wieder unsere Fans zu sehen", lässt Gervais ausrichten. Auch für ihn ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen.

Rapp beeindruckt von Leidenschaft

Das hat auch der neue Geschäftsführer Stefan Rapp bei den Verhandlungen gespürt. Und nachhaltig beeindruckt. "Es hat uns absolut positiv überrascht, dass er mit voller Leidenschaft und Überzeugung weiterhin das Heilbronner Trikot tragen möchte", erzählt Rapp.

Gervais fühlt sich halt wohl. "Der familiäre Zusammenhalt bei den Heilbronner Falken scheint schon außergewöhnlich zu sein, wenn dies von den Spielern und ihren Familien aus Eigeninitiative so gesagt wird." Dass der Kanadier bei den Falken bleibt, wundert Trainer Michel Zeiter mit Blick auf dessen Vita wenig. Vor seinem Jahr in der Schweiz beim EHC Olten war Bryce Gervais drei Jahre in Folge bei den Chicago Wolves sowie vier in Minnesota. "Er ist keiner, der hin- und herwechselt. Das zeigt seinen Charakter", sagt Zeiter, der Gervais schon zu dessen Schweizer Zeiten gesehen hat. "Mit seinem Speed und der hohen Intensität bringt er viel Qualität ins Spiel." Deswegen war es auch ihm ein besonders Anliegen, den Kanadier, dessen Stärke auch das Eins-gegen-Eins ist, weiter zu verpflichten.

Abruptes Ende hinterlässt Spuren

Gervais selber sieht zudem seine Mission als noch nicht erfüllt an, das abrupte Saisonende hat Spuren hinterlassen. Es nagt an dem 28-Jährigen und seinen Teamkollegen. "Ich habe das Gefühl, dass wir hier noch etwas zu Ende bringen sollten, was wir in der abgelaufenen Saison leider nicht konnten." Er selbst wird ein wichtiger Baustein sein, diesen Auftrag zu erfüllen. Aus dem Ersatz vom Sommer ist über den Winter ein Leistungsträger geworden. Und ein Hoffnungsträger, wohl gemerkt mit Luft nach oben. Immerhin hatte Bryce Gervais in der zweiten Saisonhälfte erst richtig Fahrt aufgenommen.

 

Kontinuität

Bryce Gervais ist bereits der 17. Spieler aus der vergangenen Saison, der den Heilbronner Falken erhalten bleibt. "Der Kader nimmt langsam Formen an, freut sich Trainer Michel Zeiter, der den unter Alexander Mellitzer eingeschlagenen Weg fortsetzen will. Im Tor bereit stehen für die neue Runde Matthias Nemec, Arno Tiefensee und Tom Schickedanz, als Verteidiger unter Vertrag sind Brock Maschmeyer, Corey Mapes, Marcus Götz sowie Moritz Wirth, bei den Stürmern sind es Dylan Wruck, Tim Miller, Justin Kirsch, Stefan Delle Rovere, Michael Knaub, Louis Brune, Valentino Klos, Pierre Preto, Jan-Luca Schumacher, Sebastian Hon und Tobias Möller. map


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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