Bietigheim darf häufiger nach Heilbronn kommen

Eishockey  Die Falken feiern einen 6:2-Derbysieg gegen die Steelers und verlassen den letzten Tabellenplatz der DEL2. Bietigheimer gehen nach 32 Sekunden in Führung. Pierre Preto trifft doppelt für die Gastgeber.

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Aron Reisz (rechts) lieferte sein bisher bestes Spiel im Falken-Dress ab, kämpfte wie ein Berserker und ging keinem Zweikampf aus dem Weg.

Foto: Mario Berger

Mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel des Jahres sind die Heilbronner Falken im Jahr 2021 weiter in der Erfolgsspur. Nach der ersten Niederlage am Freitag beim 2:4 in Dresden zeigte das Team von Trainer Michel Zeiter am Sonntag im Derby gegen die Bietigheim Steelers eine starke Reaktion. Aufgrund einer höchst disziplinierten Leistung gelang ein verdienter 6:2 (1:1, 2:1, 3:0)-Sieg und somit der Sprung vom Tabellenende der DEL 2. "Wir sind überglücklich über den Sieg. Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft. Sie hat viel Energie aufs Eis gebracht", sagte Zeiter.

Das Derby begann tatsächlich gruselig für die Falken. Mit einem simplen Bauerntrick düpierte Riley Sheen die gesamte Defensive plus Goalie Matthias Nemec und erzielte nach 32 Sekunden die Bietigheimer Führung. Wach ins Spiel starten sieht in jedem Fall anders aus.

Früher Rückstand hat Hallo-wach-Effekt

Immerhin hatte der frühe Rückstand eher einen Hallo-Wach- als einen Kopf-in-den-Sand-Effekt für die Gastgeber. Zwar brannte es immer mal wieder, wenn die Steelers-Paradereihe auf dem Eis war. Ansonsten gestalteten die Heilbronner die Partie aber zunehmend offen, wenngleich die Gäste spielerisch überlegen agierten.

Eine erste Überzahlsituation brachte noch nichts Zählbares ein. In der 16. Minute führte ein blitzsauberer Konter dann aber zum nicht unverdienten Ausgleich. Justin Kirsch bediente Simon Thiel mustergültig, Jimmy Hertel im Steelers-Tor hatte aus kurzer Distanz keine Abwehrchance.

Ein Derby ist während Corona deprimierend

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So wie Roger Schramm und Moritz verfolgten viele Falken-Fans das Spiel von zu Hause aus. Foto: Privat

Außer den beiden Treffern passierte nicht viel. Das Geschehen auf dem Eis war ebenso trist wie die Atmosphäre in der leeren Eishalle. Ein Derby in Pandemie-Zeiten ist eine deprimierende Angelegenheit.

Um die Stimmung zumindest der Falken-Anhänger vor den heimischen Bildschirmen zu heben, starteten die Gastgeber ins Mitteldrittel deutlich schwungvoller. Erstmals klappte auch das Überzahlspiel. Matt Neal ließ zunächst eine hundertprozentige Gelegenheit liegen, bediente dann aber Verteidiger Brock Maschmeyer mustergültig, und die Falken führten 2:1 (23. Minute).

Weckruf für die Steelers

Dieser frühe Treffer war jetzt der Weckruf für die Steelers, um die Bemühungen zu intensivieren. Benjamin Zientek zielte in der 28. Minute zu genau und traf das Lattenkreuz. Mitten in die Bietigheimer Drangphase hinein liefen Dylan Wruck und Pierre Preto einen perfekten Konter und stellten auf 3:1 (32.).

Das beeindruckte die Steelers jedoch keineswegs, sie schnürten die Falken in deren Drittel ein. Statt sich mal mit einem Icing zu befreien, versuchten die Heilbronner spielerische Lösungen und scheiterten dabei einmal zu oft. Max Renner verkürzte mit einem sehenswerten Lupfer zum 2:3 (33.). Mit etwas Glück hielten die Gastgeber diese knappe Führung aber bis zum Ende des Drittels.

Die Falken dominieren plötzlich das Geschehen

Vielleicht gab das Rückenwind. Vielleicht hatte die Steelers auch der Overtime-Sieg im Spitzenspiel in Kassel mehr Kraft gekostet als gedacht, in jedem Fall dominierten die Gastgeber plötzlich das Geschehen. Ein frühes Powerplay brachte dieses Mal zwar noch keinen Torerfolg, aber die Falken blieben auch in Gleichzahl am Drücker. Pierre Preto ließ das 4:2 frei vor Hertel noch liegen (45.), doch Kevin Maginot zielte wenig später genau ins Eck und traf (46.). Die Scheibe wurde noch von Tim Miller abgefälscht.

Das Tor sorgte für zusätzliche Sicherheit, Pierre Preto ließ lediglich 45 Sekunden später das 5:2 folgen. Die Vorentscheidung in diesem Derby. Die Steelers gaben zwar nicht auf, die Falken verteidigten allerdings diszipliniert und hatten einen gewohnt starken Nemec im Tor. Der zum Spieler des Abends gewählte Justin Kirsch setzte den Schlusspunkt zum 6:2 (57.).

Tor: Nemec, Tiefensee; Abwehr: Götz - Philipp Preto, Maschmeyer - Pavlu, Mapes - Maginot; Angriff: Pierre Preto - Wruck - Gervais, Kirsch - Neal - Thiel, Ribarik - Miller - Reisz, Knaub. Tore: 0:1 (1.) Sheen, 1:1 (16.) Thiel, 2:1 (23.) Maschmeyer, 3:1 (32.) Pierre Preto, 3:2 (33.) Renner, 4:2 (46.) Miller, 5:2 (47.) Pierre Preto, 6:2 (57.) Kirsch. Schiedsrichter: Stephan Bauer, Aleksander Polaczek Strafminuten: 6/10.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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