Ärgerliche Strafen kosten die Falken zwei Punkte

Eishokey  Heilbronner Falken verlieren enges DEL-2-Duell in Bad Nauheim 3:4 nach Verlängerung. Dabei war das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison bis kurz vor Schluss nahe.

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Kann nicht wahr sein, oder? Judd Blackwater traf zum zwischenzeitlichen 1:1 für Heilbronn. Die Falken drehten die Partie gegen Bad Nauheim im letzten Abschnitt zunächst, um dann doch noch nach Verlängerung zu verlieren. Foto: Marc Schmerbeck

Viel hatte den Heilbronner Falken nicht zu ihrem ersten Sechs-Punkte-Wochenende der neuen Saison gefehlt. Und doch sind es am Ende nur vier Zähler geworden: Nach dem 5:3 am Freitag gegen Selb zog das Team von Trainer Jason Morgan am Sonntag in Bad Nauheim den Kürzeren. Die letzten beiden Gegentore beim 3:4 (0:1, 1:1, 2:1) nach Verlängerung kassierten die Falken in Unterzahl. "Wenn man neutral ist, muss man sagen, dass die Nauheimer ein bisschen Glück hatten", sagte Falken-Co-Trainer-Christoph Schubert mit Blick auf die aus seiner Sicht zu kleinlichen Strafen.

 

Falken ohne Kirsch

Nominell waren die Falken einer weniger als gegen Selb, Justin Kirsch fehlte. Dafür war Brock Maschmeyer zurück. "Er wird uns Sicherheit und Stabilität geben", sagte Morgan.

Beides war gleich gefragt: Die Nauheimer kamen mit viel Tempo aus der Kabine und spielten ein sehr aggressives Forechecking. Gepaart mit dem Selbstvertrauen vom 7:3-Erfolg am Freitag in Bad Tölz eine sehr gefährliche Waffe. Doch Heilbronn machte das defensiv gut, stand in den ersten Minuten unheimlich kompakt. Für einen geordneten Spielaufbau aber waren es nicht die besten Bedingungen.

Mnich fungiert als starker Falken-Rückhalt

Trotzdem: In den ersten 20 Minuten entwickelte sich ein temporeiches, interessantes Spiel, in der Florian Mnich aufseiten der Falken die Hauptrolle spielte. In der achten Minute bewahrte er sein Team nach einem starken Angriff der Gastgeber vor dem Rückstand, drei Minuten später bügelte er einen Bock seiner Vorderleute bravourös aus. Einmal jedoch war auch er geschlagen: Als Stefan Reiter im Slot nachsetzte und einen Rebound versenkte (12.).

 

Das Tempo blieb auch in der Folge hoch - viele Chancen gab es aber nicht mehr. Die Beste vergaben die Roten Teufel Sekunden vor der Sirene. Die Falken nahmen zwar einen Rückstand mit in die Pause, aber auch die Gewissheit, im Spiel zu sein. "Wir müssen mehr dahin gehen, wo es wehtut", sagte Stürmer Julian Lautenschlager.

Der Wille, genau das zu tun, war zu Beginn des zweiten Drittels zu erkennen. Die Falken legten jetzt einen Zahn zu, brachten mehr Energie aufs Eis und checkten viel besser vor. Nach einer verpassten Chance der Gastgeber schlugen die Falken dann zu: Judd Blackwater schaltete am schnellsten, schnappte sich die frei vor dem Tor liegende Scheibe und traf zum 1:1 (24.). Es lief jetzt gefühlt in die richtige Richtung, zumal die Falken wenig später mal ihr Powerplay testen durften.

Doch genau das entwickelte sich in die falsche Richtung: Ihren ersten Konter ließen die Nauheimer noch ungenutzt. Der zweite saß dann jedoch: Nach einem Scheibengewinn war Tristan Keck auf und davon und schob zum 2:1 (29.). Das tat den Falken richtig weh. Zumal in dem engen Spiel, in dem Chancen schwer zu kreieren waren. In Unterzahl danach brannte zwar nichts an, gefühlt aber war der Flow für den Moment weg. Mnich hielt die Falken aber mit einigen Paraden im Spiel.

Der Videobeweis sorgt fürs Heilbronner 3:2

Das war gut und wichtig. Die Falken witterten ihre Chance und kämpften sich zurück in das Spiel. Erst staubte Simon Thiel zum 2:2 ab (45.). Und sechs Minuten später gelang das 3:2, als Julian Lautenschlager die Scheibe über die Linie drückte. Die Schiedsrichter, die zunächst auf kein Tor entscheiden hatten, mussten die Entscheidung nach Videobeweis revidieren. Doch als der Torschütze auf der Strafbank saß, schlug Tobias Wörle für die Bad Nauheimer zum 3:3 zurück (57.). Es ging in die Overtime. In der sich die Szene wiederholte: Diesmal musste Thiel auf die Strafbank. Diesmal traf Jerry Pollastrone zum 4:3-Sieg (63.).

Tor: Mnich, Natterer. Abwehr: Maschmeyer - Morrison, Fischer - Mapes, Preto - Hadamczik, Angriff: Fabricius - Blackwater - Williams; Lambacher - Lautenschlager - Della Rovere; Dunham - Klos - Thiel; Volkmann. Tore: 1:0 (12.) Reiter, 1:1 (24.) Blackwater, 2:1 (29.) Keck, 2:2 (45.) Thiel., 2:3 (51.) Lautenschlager, 3:3 (57.) Wörle, 4:3 (63.) Pollastrone. Strafminuten: 4/8. Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Eugen Schmidt. Zuschauer: 1812.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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