Zwei wichtige Duelle mit dem Angstgegner der Falken

Eishockey  Die Heilbronner Falken treffen am Freitag und Sonntag auf Ravensburg. Gegen die Towerstars fällt die Bilanz von Trainer Alexander Mellitzer bescheiden aus. Diesmal wird ein Neuzugang sein Debüt feiern. Es gibt auch Neuigkeiten zur Trainerfrage.

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Zwei wichtige Duelle mit dem Angstgegner

Gegen die Ravensburg Towerstars mit Olafr Schmidt im Tor und Verteidiger Patrick Seifert (li.) taten sich die Heilbronner Falken um Kapitän Derek Damon zuletzt fast immer schwer.

Foto: Archiv/Veigel

Noch sechs Spiele müssen die Heilbronner Falken in der DEL-2-Hauptrunde absolvieren. In den nächsten beiden geht es am Freitag (20 Uhr) zu Hause und am Sonntag (18.30 Uhr) gegen den amtierenden Meister aus Ravensburg. Die Bilanz gegen die Towerstars ist unter Trainer Alexander Mellitzer bescheiden. In sechs Partien gab es nur einen Sieg. "Im Vergleich zur Vorsaison haben wir es aber mit einem komplett unterschiedlichen Team zu tun", sagt der 40-Jährige.

Bereits in der Heimpartie dürfte ein neuer Verteidiger sein Debüt feiern: Bronson Maschmeyer, der ältere Bruder von Brock, hat in bisher vier Trainingseinheiten überzeugt und wird lizensiert. "Damit ist die Kabine jetzt aber voll. Wenn noch einer kommt, muss der einen Campingstuhl mitbringen", sagt Mellitzer. Es sei denn, er hieße Leon Draisaitl: "Für Leon würde ich sogar mein Büro räumen und mich künftig ins Auto setzen", scherzt der Falkencoach über den eher unrealistischen Transfer des deutschen NHL-Stars.

Die Falken sind aktuell in der Favoritenrolle

Doch auch ohne den Nationalspieler sind die Falken gegen die aktuell nur auf Platz neun rangierenden Oberschwaben in der Favoritenrolle. Für Ravensburg ist zwischen direkter Playoffqualifikation und Playdowns noch alles möglich.

Damit sich die bisherige Bilanz des Schreckens gegen die Towerstars bessert, fordert Mellitzer: "Wir müssen wie gegen Kassel stark verteidigen und einfach nach vorne spielen." Als zusätzliche Motivationshilfe ein kleiner Rückblick:

  • 5. Oktober 2018, 2:3-Niederlage nach Verlängerung: "Trotz des Spielverlaufs ist es ein gewonnener Punkt für uns", sagte Mellitzer nach seiner Ravensburg-Premiere. Seine Falken hatten nämlich 2:0 geführt und erst 45 Sekunden vor Spielende den Ausgleich kassiert. Pawel Dronia erzielte den Siegtreffer in der Verlängerung. Ravensburg war bis dahin komplett verlustpunktfrei.

  • 23. November 2018, 2:5-Niederlage: Das Spiel war enger, als der Endstand aussagt. Nach einem 0:3-Rückstand kamen die Falken auf 2:3 heran. Knackpunkt war, dass die Falken nach dem 2:4 eine vierminütige doppelte Überzahl ungenutzt ließen. "Es war nicht anzuschauen. Wir haben mit zehn Mann im Powerplay agiert, die immer müder geworden sind und immer mehr Fehler gemacht haben", ärgerte sich Mellitzer über das Powerplay seines Teams.

  • 6. Januar 2019, 3:5-Niederlage: Eine abwechslungsreiche Partie am Dreikönigstag. Die Falken führten 1:0, lagen 1:3 zurück und glichen durch Kyle Helms acht Minuten vor dem Ende zum 3:3 aus. "Wir haben nach dem 1:3 dran geglaubt, haben auch ausgeglichen. Dann das 3:4 bekommen. Das hat uns nicht geschmeckt", sagte Mellitzer.

  • 10. Februar 2019, 3:4-Niederlage im Penaltyschießen: Ein episches Aufeinandertreffen. Erst der 16. Penalty von Mathieu Pompei brachte die Entscheidung. Die Falken waren wie aktuell etwas aus dem Tritt, hatten nur vier Punkte aus sieben Spielen geholt.

  • 13. Oktober 2019 5:2-Sieg: Eine spektakuläre Partie. Die Falken führten nach 27 Minuten mit 4:0. Ravensburg wechselte den Goalie. Es war aber ein Aussetzer von Mirko Pantkowski, der Ravensburg wieder ins Spiel brachte. Yannik Valenti machte den Sieg klar. "Einen Spieler mit solch einer Bombe hatte ich noch nie", sagte Mellitzer über den Youngster. Interessante Randnotiz: Die Falken blieben ohne Strafzeit.

  • 1. Dezember 2019, 2:3-Niederlage: Nach zuvor vier Siegen in Folge endete die Serie der Falken. "Im ersten Drittel waren wir nicht auf Augenhöhe mit Ravensburg , das 1:1 war eher schmeichelhaft", befand Mellitzer. "Schnelles Spiel, wenig Zeit, wenig Platz", fasste Falken-Stürmer Yannik Valenti zusammen.

Trainerfrage wird wohl erst nach der Saison geklärt

Bleibt er, oder geht er? Das Rätselraten um die Zukunft von Falkentrainer Alexander Mellitzer wird wohl noch einige Wochen weitergehen. "Die Entscheidung wird wohl erst nach Saisonende, also spätestens Anfang Mai fallen", sagte Manager Atilla Eren am Donnerstag. Klar ist, dass die Falken gerne mit dem 40-jährigen Österreicher weiterarbeiten würden. Mellitzer ist sich aber noch nicht sicher, wie er sich beruflich auch im Hinblick auf seine Familie weiter orientieren möchte.

"Wir haben entschieden, ihm die nötige Zeit zu geben, so dass er sich jetzt voll und ganz auf das Saisonfinale konzentrieren kann", sagte Eren. Die Kaderplanung für die nächste Saison laufe uneingeschränkt weiter, wie ja an den jüngsten Vertragsverlängerungen abzulesen sei. Sicher sei zudem, dass Mellitzer auf keinen Fall zu einem anderen DEL- oder DEL-2-Club wechseln werde. 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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