Systemupdate soll die Fehler der Falken ausmerzen

Eishockey  Die Heilbronner Falken haben ihren missglückten Start analysiert. Änderungen im Spielaufbau und ein neuer Stürmer sollen Besserung bringen.

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Systemupdate soll die Fehler der Falken ausmerzen

Mit einem Tor und einer Vorlage deutete Yannik Valenti (links) in Frankfurt sein Potenzial an. Gegen Crimmitschau blieb aber auch er blass.

Foto: Andreas Veigel

Was nützt die beste Technik, wenn das System den Geist aufgibt? Auf dem Laptop von Alexander Mellitzer war das Bild am Donnerstag nach dem Training eingefroren. Mitten in der Gegneranalyse. Der Bildschirm des Falken-Trainers zeigte eine Stillleben einer Szene aus dem Spiel des EV Landshut, diesen Freitag um 20 Uhr der Heimspielgegner von Heilbronn, in Dresden. Gut zu sehen waren die dick-roten Pfeile, mit denen der Trainer die Punkte in der Defensive des Aufsteigers zeigen wollte, an denen die Falken mit dem Forechecking ansetzen sollten.

Doch nichts ging mehr. Ein Neustart des Rechners war erforderlich. In gewisser Weise brauchen die Falken den nach ihrem enttäuschenden Auftakt auch. Null Punkte aus den beiden Spielen zu Hause gegen die Eispiraten Crimmitschau und auswärts in Frankfurt bedeuten den letzten Platz, die Falken sind das einzige Team der DEL 2, das komplett blank dasteht. Es war auch weniger das 3:5 in Frankfurt, das die Anhänger schockte, zumal die Leistung im Großen und Ganzen passte.

Mellitzer: Da haben wir uns ein Ei gelegt

Ernüchternd war vielmehr das peinliche 2:6 im Heimspiel gegen Crimmitschau - vor allem die Art und Weise, wie die Heilbronner sich von einem weniger hochklassigen Gegner haben auseinandernehmen lassen, war schon besorgniserregend. "Da haben wir uns ein absolutes Ei gelegt", weiß Mellitzer, dass der Fehler im System alleine aufseiten seines Teams zu suchen ist. Was ihm erst beim Videostudium hinterher richtig bewusst wurde: wie viele lange Pässe die Falken gespielt haben. Und wie viele genau dieser Pässe vom Gegner abgefangen wurden.

"Die langen Pässe und in der Folge die Turnover haben uns das Spiel gekostet", sagt er. Das neue System stellt er deswegen aber nicht in Frage. Zumal es in erster Linie auf dem Spiel ohne Scheibe basiert - wie das aggressive Forechecking mit gleich drei Stürmern. "Die Fehler, die wir in dem Spiel gemacht haben, waren mit der Scheibe." In der Vorwärtsbewegung. Die Folge: Konfusion überall. Ein Systemupdate müsste daher reichen, findet Mellitzer. "Wir müssen die Scheibe über kurze Pässe so schnell wie möglich nach vorne zu den Stürmern bringen."

Getestet und für gut befunden: Davis Koch

Dort werden die Verteidiger vermutlich schon am Freitag gegen den Aufsteiger aus Landshut einen neuen Abnehmer finden. Heilbronn hat unter der Woche mit Davis Koch einen neuen Stürmer getestet und für gut befunden. "Er ist mit der Scheibe stark, kann ein Powerplay aufziehen und trifft gute Entscheidungen", sagt Mellitzer über den 21-jährigen Deutsch-Kanadier. Die Cleverness Kochs hat es dem Trainer angetan. "Er kann seine Mitspieler gut in Szene setzen." Bisher aber hat Koch seine Fähigkeiten alleine in der Western Hockey League, einer Juniorenliga unter Beweis gestellt. Dafür laut Mellitzer aber überzeugend.

Mit der Verpflichtung reagieren die Falken letztlich darauf, dass Samuel Soramies seit Saisonbeginn bei den Adlern Mannheim im Kader steht. "Ich plane nicht mit ihm", wird der Trainer deutlich. Mit Koch - sofern die Lizensierung rechtzeitig fix ist - könnten die Falken bereits gegen Landshut mit vier vollen Sturmlinien spielen. Damit haben Sebastian Hon und Valentino Klos einen festen Flügel, ein Vorteil in Sachen Abstimmung und Rhythmus. Und eine Entlastung für den Rest, der im neuen System noch mehr rennen muss als bisher.

Matthias Nemec wird im Tor stehen

Zum Update gehört für die Spiele gegen Landshut und am Sonntag in Kaufbeuren auch, dass Matthias Nemec im Tor stehen wird. Das sei bereits vor dem missglückten Saisonstart klar gewesen.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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