Siegesserie der Falken reißt in Ravensburg

Eishockey  Beim amtierenden Meister unterliegen die Heilbronner Falken mit 2:3. Goalie Matthias Nemec verhindert eine höhere Niederlage.

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Siegesserie der Falken reißt in Ravensburg

Falken-Speedy Bryce Gervais war mit seiner Sturmreihe noch am gefährlichsten, aber den Heilbronnern fehlte in Ravensburg die Durchschlagskraft.

Foto: Andreas Veigel

Die Falken haben am Sonntag die Chance verpasst, mit DEL-2-Tabellenführer Kassel Huskies nach Punkten gleichzuziehen. Die Heilbronner verloren beim amtierenden Meister in Ravensburg mit 2:3 (1:1, 1:2, 0:0). Damit riss auch die Serie nach vier Siegen in Folge. Am Freitag hatte das Team von Trainer Alexander Mellitzer das Spitzenspiel gegen Bad Nauheim noch mit 5:3 gewonnen. "Heute hat es nicht sein sollen", sagte der Falkencoach.

Anfangsphase gehört den Ravensburg Towerstars

Es war von Beginn an ein flottes Spiel in der CHG-Arena in Ravensburg. Die Gastgeber gingen früh in Führung. Justin Volek traf noch den Pfosten, doch den Nachschuss verwertete Vincenz Mayer zur 1:0-Führung (4.). Während in den ersten zehn Minuten die Towerstars spielbestimmend waren, hatten die Falken Vorteile ab der Drittelmitte.

Folgerichtig fiel in der Phase der Ausgleich. Yannick Drews und Davis Koch saßen auf der Strafbank, als Derek Damon dem früheren Bietigheimer Robin Just an der blauen Linie den Puck abjagte, den mitgelaufenen Dylan Wruck bediente, der gekonnt zum 1:1 verwandelte (12.). Der 37. Scorerpunkt im 24. Saisonspiel für den 27-Jährigen. "Im ersten Drittel waren wir nicht auf Augenhöhe mit Ravensburg, das 1:1 war eher schmeichelhaft", befand Mellitzer.

In der 17. Minute hatte Pierre Preto sogar frei vor Ravensburgs Goalie Olafr Schmidt drei Mal die Gelegenheit zur Führung, doch der Mann mit dem isländischen Vornamen reagierte glänzend. "Schnelles Spiel, wenig Zeit, wenig Platz", fasste Falken-Stürmer Yannik Valenti den ersten Spielabschnitt bei "Sprade TV" passend zusammen.

Doppelschlag der Gastgeber innerhalb von einer Minute

Im zweiten Drittel passierte zunächst wenig. Eine Überzahlsituation ließen die Falken ungenutzt. Samuel Soramies hatte nach Traumpass von Wruck eine Top-Gelegenheit, doch wieder war Schmidt auf dem Posten.

Dann ging es plötzlich ganz schnell. Marcus Götz verlor ein Laufduell gegen Boaz Bassen, der 20-jährige Verteidiger fand den mitgelaufenen Shawn O"Donnell und es hieß 2:1 für Ravensburg.

Keine Minute später agierten die Falken hinter dem eigenen Tor zu passiv, Just passte auf Jakub Svoboda und der fand frei vor dem Tor Andreas Driendl. So eine Chance lässt sich der DEL-2-Spieler der Saison 17/18 nicht nehmen - 3:1 für die Towerstars.

Falken gelingt durch Brady nur noch der Anschlusstreffer

Die Falken reagierten, wie es sich für ein Spitzenteam gehört: ungerührt. Mit erhöhter Schlagzahl schnürten sie die Gastgeber ein. Ian Brady nutzte ein wenig Raum, verzögerte geschickt und traf dann aus zentraler Position zum 2:3-Anschluss (37.).

Um Haaresbreite hätten die Ravensburger in Person ihres Topscorers Sören Sturm den Zwei-Tore-Abstand wiederhergestellt, doch Matthias Nemec parierte gegen den Verteidiger spektakulär in Manier eines Handballtorhüters.

Ins Schlussdrittel starteten die Falken mit viel Druck, aber es fehlten klare Torchancen. Die Towerstars verteidigten meisterlich, hielten den Gegner geschickt fern der gefährlichen Zone. Auch eine Überzahlgelegenheit brachte nichts Zählbares ein. In einigen Kontersituationen hätte Ravensburg eigentlich den vierten Treffer erzielen müssen, scheiterte aber am starken Nemec.

Falken im Tierheim

Am spielfreien Samstag haben die Eishockeyprofis der Falken im Heilbronner Tierheim gearbeitet. Die Außengehege mussten winterfest gemacht werden. Da waren starke, junge Männer gefragt. Auch einige Fans halfen mit beim Schubkarre fahren, Mulch schaufeln und Laub rechen. Nebenbei fanden unter anderem die Strafzeitenkönige des Teams Gelegenheit, Freundschaft mit dem einen oder anderen putzigen Vierbeiner zu schließen.

Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Götz - Brady, Mapes - Maginot; Angriff: Della Rovere - Damon - Nikiforuk, Soramies - Wruck - Gervais, Preto - Miller - Brune, Schumacher - Koch - Valenti.

Tore: 1:0 (4.) Mayer, 1:1 (12.) Wruck, 2:1 (31.) O"Donnell, 3:1 (32.) Driendl, 3:2 (37.) Brady

Strafminuten: 6/2.

Schiedsrichter: Bastian Haupt, Benjamin Hoppe.

Zuschauer: 2639.

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Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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