Playoff-Derby: 5:4-Overtime-Sieg der Bietigheimer

Eishockey  Gleich das erste Playoff-Derby in der Historie der Heilbronner Falken und der Bietigheim Steelers musste in der Verlängerung entschieden werden.

Von Stephan Sonntag


 

Dort behielt der große Favorit am Dienstagabend letztlich mit 5:4 (1:1, 3:3, 1:1) die Oberhand und ging in der Viertelfinalserie mit 1:0 in Führung. Spiel zwei steigt am Freitagabend (20 Uhr) in der Kolbenschmidt-Arena. Matchwinner für die Steelers war Alexander Preibisch mit seinem Siegtor in der 64. Minute.

 

Falken-Trainer Gerhard Unterluggauer hatte im Vorfeld gemutmaßt, dass es entscheidend sein könnte, welches Team seine Emotionen besser im Griff haben würde. Diesen Grundsatz hatten sich beide Mannschaften offenbar zu Herzen genommen. Jedenfalls begann das erste Playoff-Derby in der Geschichte beider Clubs verhalten. In der vierten Minute bekam Justin Kirsch die erste nennenswerte Torgelegenheit als Gastgeschenk der Steelers-Defensive überreicht. Allein durfte er auf Ilya Sharipov zulaufen, der im Tor den Vorzug vor Sinisa Martinovic erhalten hatte, und den Schuss des Falken-Pre-Playoff-Helden parierte. 

Bärenstarke Powerplay-Formation

Als in der siebten Minute Henry Martens auf die Strafbank musste, erwarteten die Steelers-Anhänger die Führung für ihr Team durch die bärenstarke Powerplay-Formation. Doch weit gefehlt. Nach einem gewonnenen Bully kringelte Kirsch durch die neutrale Zone und da ihn keiner angriff zog er plötzlich das Tempo an, düpierte einen Verteidiger und überwand Shapilov mit einem Rückhandschuss ins lange Eck. 1:0 für die Falken - mit einem Mann weniger auf dem Eis. Klar, dass die Falken-Fans gleich mal „Unterzahl scheißegal“ anstimmten.

Doch die Steelers waren nach achttägiger Eishockeypause jetzt auch drin im Geschehen. Ein weiteres Powerplay war chancenreich, blieb aber ohne Tor. Kaum waren die Falken wieder komplett, setzte Frédérik Cabana geschickt seinen Sturmkollegen Justin Kelly in Szene, der kompromisslos zum 1:1 verwandelte (15.).

Kronthaler verletzt in die Kabine

Die Falken kamen besser aus der Kabine, doch die Steelers machten das erste Tor im Mitteldrittel. Max Luges traf mit einem verdeckten Schuss ins kurze Eck zur 2:1-Führung (23.). Melichercik sah beim Gegentor nicht gut aus. Kurz darauf gab es den nächsten Nackenschlag für die Falken. Stephan Kronthaler musste nach einem Check verletzt in die Kabine. Christoph Eckl rückte als siebter Verteidiger an die Seite von Henry Martens. Doch weder das Gegentor noch die Verletzung brachten die Falken aus dem Konzept. Mit einem glänzenden Spielzug über Jordan Heywood und Kyle Helms glich Kevin Lavallée während einer Drangphase der Steelers zum 2:2 aus (30.). 
Die Gastgeber reagierten mit forciertem Angriffswirbel. In der 31. Minute scheiterte Tyler McNeely in einer Eins-gegen-Eins-Situation an Melichercik. Doch nur wenige Sekunden später war der Rotbart mit einem Abpraller zum 3:2 (32.) erfolgreich. 

Die Falken reagierten wieder cool. Sie spielten zwar ein katastrophales Powerplay, als Andrew McPherson draußen saß. Doch ein unnachahmliches Solo von Kapitän Heywood brachte in Überzahl doch noch den 3:3-Ausgleich 46 Sekunden vor Drittelende. 

Kurz vor Ende fällt der Ausgleich

Wieder mit Kronthaler und in doppelter Überzahl starteten die Falken ins Schlussdrittel - und die wussten sie zu nutzen. Kirsch traf von seiner Lieblingsposition an der blauen Linie zum 4:3 (41.). Die Steelers wirkten beeindruckt, die Gästefans jubilierten. Doch die Top-Offensive der Gastgeber hatte noch was in petto. Die Falken wehrten sich. Doch fünf Minuten vor Ende gelang Norman Hauner schließlich doch der 4:4-Ausgleich. Es folgte eine Dauer-Druckphase der Steelers, das 5:4 lag mehrmals in der Luft, doch es ging in die Overtime. 

Dort hatten die Steelers dann das glücklichere Ende für sich, nachdem die Falken gerade eine Unterzahlsituation überstanden hatten.

Tor: Melichercik, Frensel; Abwehr: Kurz - Heywood, Götz - Mapes, Kronthaler - Martens, Eckl; Angriff: Ross - Bernhardt - Alderson, Helms - Heatley - Lavallée, Kirsch - Plihal - Palka, Eberhardt,

Tore: 0:1 (8.) Kirsch, 1:1 (15.) Kelly, 2:1 (23.) Lukes, 2:2 (30. Lavallée, 3:2 (32.) McNeely, 3:3 (40.) Heywood, 3:4 (41.) Kirsch, 4:4 (55.) Hauner, 5:4 (64.) Preibisch
Strafminuten: 10/24
Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Christoffer Hurtik.
Zuschauer: 3155