Mit Schützenfest in die Pre-Playoffs

Eishockey  Mit einer ihrer besten Saisonleistungen schlagen die Heilbronner Falken die Roten Teufel Bad Nauheim mit 8:3. Mit dem dritten Sieg in Folge tüten die Falken auch die Pre-Playoffs ein.

Von Stephan Sonntag
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Es gab viel zu jubeln für die Heilbronner Falken am Sonntag gegen Bad Nauheim. Das 1:0 von Justin Kirsch (2.v.r.) war nur der Auftakt zu einem wahren Torreigen in der Kolbenschmidt-Arena. Foto: Andreas Veigel

Zwei Spieltage vor Ende der DEL-2-Hauptrunde haben die Falken die Teilnahme an den Pre-Playoffs unter Dach und Fach gebracht. Mit einer der besten Saisonleistungen schlugen die Heilbronner am Sonntag die Roten Teufel Bad Nauheim auch in der Höhe verdient mit 8:3 (3:0, 2:1, 3:2). "Es ist natürlich eine Erleichterung für uns, wenn wir damit die Pre-Playoffs erreicht haben. Wir waren heute von Anfang an bereit", sagte Coach Alexander Mellitzer.

Die Falken legten einen echten Blitzstart hin. Nach 43 Sekunden traf Justin Kirsch in bewährter Manier zum 1:0. Das war allerdings bereits die dritte gute Chance der Falken. Zuvor waren Greg Gibson und Kirsch selbst knapp gescheitert. Die Gäste waren höchstens körperlich anwesend. Die Falken nutzten das und blieben im 40-Sekunden-Tore-Rhythmus. Einen Stockfehler nutzte Samuel Soramies nach genau 80 Sekunden zum 2:0. So lässt sich ein Spiel mal beginnen.

Maschmeyer wird zum Schützen vom Dienst

Heilbronn blieb am Drücker. In der ersten Überzahlsituation ließ der neue Torschütze vom Dienst, Brock Maschmeyer, das 3:0 folgen (8. Minute). Sein Schlagschuss flog an Freund, Feind und Goalie Felix Bick vorbei ins Tor. Es war der vierte Treffer des Verteidigers in den vergangenen vier Spielen. Die Zuschauer auf der Sitzplatztribüne erhoben sich und klatschten - ein im ersten Drittel in der Kolbenschmidt-Arena selten zu beobachtendes Phänomen.

Die noch immer erstaunlich feierfreudigen Nauheimer Fans skandierten "Kämpfen, Nauheim, kämpfen". Davon war aber wenig zu sehen. Kevin Lavallée, Roope Ranta und Kirsch hatten beste Gelegenheiten zum 4:0. Erst eine gute Minute vor Drittelende setzten die Roten Teufel mal ein Achtungszeichen. Marcel Kahle traf den Pfosten. Da hatten die Falken mal Glück.

Mirko Pantkowski wird langweilig

Im Mitteldrittel legte Nauheim erwartungsgemäß zu. Der Tabellenfünfte wollte sich kurz vor Beginn der Playoffs beim neuen Tabellensiebten nicht vorführen lassen. Gerade als die Gäste erstmals Druck erzeugten, legte Kevin Lavallée das 4:0 nach. Bei einem Alleingang wurde der Stürmer erst noch grenzwertig gestoppt, doch statt zu hadern, holte er sich die Scheibe an der Bande zurück und ballerte sie in den Kasten.

Das vierte Gegentor zog den Nauheimern sofort wieder den Stecker. Heilbronn war im Spielrausch und drückte auf den fünften Treffer. Offenbar damit es nicht zu einseitig und langweilig wird, dribbelte Mirko Pantkowski hinter seinem Tor ein bisschen mit der Scheibe, bis sie ihm ein Nauheimer stibitzte. Nur durch ein beherztes Festhalten konnte der Falken-Goalie ein Gegentor verhindern, handelte sich aber eine Strafzeit ein, die Roope Ranta für ihn absaß. Sein erster Shutout der Saison war damit einmal mehr passé. Denn Dustin Sylvester bekam von Noureddine Bettahar in Überzahl verdammt viel Zeit, um sich die Ecke auszusuchen, der Nauheimer Goldhelm traf zum 1:4 (35.).

Das Schlussdrittel ist ein munteres Hin und Her

Doch das ficht die Falken nicht an. Kurz vor Drittelende stellte Soramies mit seinem ersten DEL-2-Doppelpack zum 5:1 (39.) den alten Abstand wieder her.

Das Schlussdrittel war ein munteres Hin und Her. Mit einem Blitztor nach 32 Sekunden verkürzte Cody Sylvester auf 2:5. Die Falken hatten allerdings auch noch Pfeile im Köcher. Nach einem Traumpass von Kirsch traf der starke Alex Lambacher in Überzahl zum 6:2 (47.). Jetzt durfte Nauheim wieder: Daniel Ketter besorgte das 3:6 (51.). In seinem 27. Spiel für die Falken durfte Jimmy Sharrow erstmals jubeln - 7:3 (54.). Zum Abschluss wollte sich die bisher noch leer ausgegangene erste Reihe ebenfalls nicht lumpen lassen. Greg Gibson traf zum 8:3-Endstand (56.).

Tor: Pantkowski, Mnich; Abwehr: Maschmeyer - Kurz, Pavlu - Sharrow, Mapes - Eberhardt; Angriff: Ranta - Damon - Gibson, Kirsch - Lavallée - Bernhardt, Soramies - Lambacher - Helms, Gelke - Bettahar.

Tore: 1:0 (1.) Kirsch, 2:0 (2.) Soramies, 3:0 (8.) Maschmeyer, 4:0 (26.) Lavallée, 4:1 (35.) D. Sylvester, 5:1 (39.) Soramies, 5:2 (41.) C. Sylvester, 6:2 (47.) Lambacher, 6:3 (51.) Ketter, 7:3 (54.) Sharrow, 8:3 (56.) Gibson

Strafminuten: 8/12.

Schiedsrichter: Bastian Haupt, Ulpi Sicorschi

Zuschauer: 1569.

Roope Ranta muss zahlen

Glück für Roope Ranta und die Heilbronner Falken: Der Stockstich des Falken-Topscorers gegen Marc Wittfoth am Freitag beim 5:2-Sieg in Freiburg zieht keine Sperre nach sich. Der Disziplinarausschuss der DEL 2 wertete die Aktion zwar als unsportlich, beließ es aufgrund der tadellosen Historie des Spielers aber bei einer Geldstrafe. Ranta hatte in der 58. Minute eine Spieldauerstrafe erhalten. Seinem Ausraster war anscheinend eine ähnliche Aktion von Wittfoth vorausgegangen, die aber weder von den Schiedsrichtern gesehen, noch auf den Videobildern eindeutig zu erkennen war. son


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