Irre Energieleistung der Falken in Tölz

Eishockey  Heilbronn kommt nach drei Rückständen zurück und siegt in der Overtime mit 6:5. Goalie Matthias Nemec ist trotz der fünf Gegentore erneut ein exzellenter Rückhalt.

Irre Energieleistung der Falken in Tölz

Matthias Nemec war trotz der fünf Gegentore gegen Bad Tölz ein bärenstarker Rückhalt im Tor der Falken. Mehrmals rettete er spektakulär. Mit ihm im Kasten sind die Heilbronner noch ungeschlagen.

Foto: Archiv/Veigel

Tabellenführer stürzen scheint das neue Hobby der Heilbronner Falken zu werden. Am Freitag schubste das Team von Trainer Alexander Mellitzer mit einem 6:3-Sieg den EHC Freiburg von der DEL-2-Spitzenposition. Am Sonntag erwischte es die Tölzer Löwen. Kapitän Derek Damon sicherte in der Overtime den hart erkämpften 6:5 (1:2, 2:2, 2:1)-Erfolg.

"Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Mellitzer nach dem Spiel etwas überraschend. Auswärtssiege bei Topteams sind ja schließlich noch nicht an der Tagesordnung. "Heilbronn hat sehr viel Talent", attestierte Tölz-Coach Kevin Gaudet dem Gegner respektvoll.

Falken reagieren wieder unbeeindruckt auf frühen Rückstand

Die Falken gingen mit denselben sechs Verteidigern und 13 Stürmern in die Partie wie am Freitag. Von Beginn an folgten die Gäste wieder ihrer Trainerdevise: "Pressen, pressen, pressen." Im Gegensatz zu den Breisgauern befreiten sich die Oberbayern aber immer wieder geschickt vom Gegnerdruck, überspielten die Gäste und kamen zu gefährlichen Überzahlsituationen.

Der erste Treffer fiel aber aus einer klassischen Drucksituation der Gastgeber heraus. Hatte Tyler McNeely in der elften Minute den Puck noch am leeren Tor vorbei geschoben, hielt Sekunden später Löwen-Topscorer Marco Pfleger den Schläger in einen Schuss von Max French und es hieß 1:0 (12.).

Die Falken reagierten unbeeindruckt. Gegen Freiburg hatten sie ja sogar einen frühen 0:2-Rückstand ruckzuck ausgeglichen. In der Wee-Arena lief es ähnlich. Samuel Soramies scheiterte zwar mit einem Penaltyshot an Ex-Falke Sinisa Martinovic (13.). Doch nach glänzender Vorarbeit von Dylan Wruck lupfte Verteidiger Marcus Götz die Scheibe zum 1:1 ins Netz (15.).

Zehn Sekunden vor Drittelende trifft McNeely

Unglücklich lief das Drittelende. Zehn Sekunden vor der Sirene bekam der Ex-Bietigheimer McNeely seine zweite hundertprozentige Chance von Lubos Dibelka auf dem Silbertablett serviert und dieses Mal traf der Kanadier zum 2:1. Falken-Goalie Matthias Nemec stand zu Beginn des Mitteldrittels weiter im Mittelpunkt. Mit einem Monstersave verhinderte der Keeper in der 23. Minute gegen Max French das 1:3. Drei Minuten später war allerdings auch Nemec machtlos, als seine Verteidiger Johannes Sedlmayr völlig aus den Augen verloren hatten. Der 29-Jährige bedankte sich mit seinem ersten Saisontor zum 3:1.

Eine doppelte Überzahl brachte die Falken zurück ins Spiel. Stefan Della Rovere nutzte die Gelegenheit mit einem ultraplatzierten Schuss in die lange Ecke zum 2:3. Jetzt stürmten beide Teams mit offenem Visier, alle 30 Sekunden gab es mal hier, mal dort Top-Einschussgelegenheiten. Nemec parierte mehrmals überragend und schließlich durfte auch ein Falke seine Tor-Premiere in dieser Saison feiern. Michael Knaub traf nach starker Vorarbeit von Yannik Valenti zum 3:3-Ausgleich (37.).

Doch wie schon am Ende des ersten Drittels, ging es nicht mit dem Remis in die Kabine. Ein Schuss von der blauen Linie von Matt MacKenzie landete in Überzahl zum 4:3 (39.) im Netz. Nemec war komplett die Sicht versperrt.

Kevin Maginot - erst Torschütze, dann Unglücksrabe

Das Schlussdrittel bestimmten über weite Strecken die Falken. Kevin Maginot gelang in der 42. Minute wenig bedrängt der erneute Ausgleich. In Überzahl sorgte Powerplay-Kanonier Yannik Valenti für die erste Falken-Führung in dieser Partie. Doch mit viel Dusel glich Tölz noch einmal aus. Ein Schuss von Pfleger prallte von Maginots Schlittschuh zum 5:5 ins eigene Tor (48.).

Bis zur Schlusssirene beendeten beide Teams das wilde Anrennen und stabilisierten ihre Defensiven. In der Overtime rettete Nemec sein Team weitere zwei Mal spektakulär, ehe der Kapitän wie schon am Freitag für die Entscheidung und zwei weitere Punkte sorgte.


Tor: Nemec, Pantkowski; Abwehr: Götz - Brady, Maginot - Mapes, Pavlu - Möller; Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais, Preto - Miller - Koch, Soramies - Wruck - Nikiforuk, Knaub - Klos - Valenti, Hon.

Tore: 1:0 (12.) Pfleger, 1:1 (15.) Götz, 2:1 (20.) McNeely, 3:1 (26.) Sedlmayr, 3:2 (35.) Della Rovere, 3:3 (37.) Knaub, 4:3 (39.) MacKenzie, 4:4 (42.) Maginot, 4:5 (44.) Valenti, 5:5 (48.) Pfleger, 5:6 (65.) Damon.

Strafminuten: 12/12.

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Cori Müns.

Zuschauer: 2620.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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