In der DEL 2 geht die Angst vorm Valenti-Hammer um

Eishockey  Yannik Valenti führt aktuell die DEL-2-Torschützenliste an, der Falken-Youngster hat den gefürchtetsten Schuss der Liga. Am Freitagabend wird ein alter Bekannter versuchen, den Torjäger zu stoppen: Rico Rossi nämlich, langjähriger Coach der Falken und nun in Diensten der Dresdner Eislöwen.

Email
In der DEL 2 geht die Angst vorm Valenti-Hammer um

Ist mit zehn Treffern in elf Spielen momentan der gefährlichste Torschütze der DEL 2: Yannik Valenti.

Foto: Andreas Veigel

Acht Wochen vor Weihnachten hat in den vergangenen Jahren bei den Heilbronner Falken meist schon der Baum gebrannt. Vor den Spielen am Freitag (20 Uhr) zu Hause gegen Dresden und am Sonntag (17 Uhr) in Weißwasser herrscht beim Tabellenzweiten der DEL 2 eitel Sonnenschein.

Yannik Valenti tritt in die Fußstapfen von Vater Sven

"Alle Spieler ordnen alles dem Mannschaftserfolg unter. Wir haben keine Punktegeier unter uns", sieht Trainer Alexander Mellitzer die Mentalität des Teams als wichtigsten Erfolgsfaktor. Trotzdem führen aktuell zwei Falkenspieler die Torjäger- und Topscorer-Liste der Liga an. Dylan Wruck hat in elf Spielen bereits 20 Scorerpunkte gesammelt, die Sensation sind aber die zehn Saisontore von Yannik Valenti. Der Youngster ist auf dem besten Weg, in die Tormaschinen-Fußstapfen seines Vaters Sven zu treten. Der schoss Mitte der 90er Jahre in 153 Spielen 84 Tore.

"Schon im Sommer beim Trainingscamp in Mannheim ist bei mir die Idee gereift, Yannik als Zielspieler in die Powerplay-Formation zu nehmen", sagt Mellitzer. Dass der 19-Jährige mittlerweile den gefürchtetsten Schuss der DEL 2 hat, konnte damals noch niemand ahnen. "Er macht aber nach jedem Training noch Sonderschichten, um sich weiter zu verbessern", lobt Mellitzer.

Rossi sieht das Dresdner Umfeld auf DEL-Niveau

Dem amtierenden Meister Ravensburg war vergangenen Sonntag kein Mittel gegen den Valenti-Hammer eingefallen. Und den Dresdnern? "Yannik Valenti - nie gehört. Ich kenne nur Sven. Mit dem bin ich 2016 Meister geworden", sagt Rico Rossi augenzwinkernd. Der Coach der Eislöwen will natürlich nicht im Vorfeld verraten, was er sich als Gegenmaßnahme überlegt hat.

Dresden hat Stürmer verpflichtet

Die Dresdner haben den zuletzt vereinslosen DEL-erfahrenen Stürmer Petr Pohl verpflichtet. Der 33-jährige Deutsch-Tscheche wird bereits am Freitagabend gegen die Falken sein DEL-2-Debüt feiern. "Petr ist ein erfahrener Spieler, der laufbereit und sehr torgefährlich ist", sagt Eis-löwen-Trainer Rico Rossi. 

Ende September hat der langjährige Falken-Coach das Traineramt bei den Sachsen übernommen. "Ich wollte einfach wieder einen Platz finden, an dem ich gute Arbeit leisten kann", sagt der 54-Jährige. "Das Umfeld hier, die Halle, die Geschäftsstelle, die Kabine, die Trainingsbedingungen - das ist alles auf DEL-Niveau", lobt Rossi.

Nur sportlich läuft es nicht: Mit lediglich neun Punkten aus elf Spielen rangieren die Dresdner auf Rang zwölf. Rossis Bilanz nach sieben Spielen: zwei Siege, fünf Niederlagen. Eine Trendwende ist nach zuletzt zwei Niederlagen nicht in Sicht. Im Fachblatt "Eishockey News" bemängelte Rossi den Fitnesszustand seiner Spieler. "Nichts gegen meinen Vorgänger, aber für meine Art Eishockey zu spielen, da brauche ich eine Mannschaft, die fitter ist", erläuterte er die Aussage gegenüber der Heilbronner Stimme. Die körperliche Konstitution muss jetzt während der Saison auf Vordermann gebracht werden.

Götz fehlt weiter, Nemec kehrt ins Tor zurück

Gerade die starke Physis ist ein weiterer Pluspunkt der Falken. "Das ist die Basis unseres Spiels. Unser Passspiel ist beispielsweise deshalb deutlich besser, weil wir mehr Eislaufen", erklärt Mellitzer. Wobei die Qualität der Einzelspieler ebenfalls eine Rolle spiele. "Einem guten Spieler kannst du keinen schlechten Pass geben", zitiert Mellitzer aus dem kleinen Eishockey-Einmaleins. Für dessen Umsetzung fehlt am Wochenende weiterhin Verteidiger Marcus Götz. Stürmer Valentino Klos wird zumindest am Freitag in Mannheim benötigt. Matthias Nemec rückt wieder ins Tor. "Wir haben trotzdem wieder vier Reihen beisammen", sieht Mellitzer die zwei Ausfälle gelassen.

"Wenn ich mir die jungen Heilbronner aktuell anschaue, dann erinnert mich das an meine guten Zeiten bei den Falken", sagt Rossi. Vom starken Start der Heilbronner sei er nicht übermäßig überrascht. "Sie haben großes Potenzial und bei ihren Personalentscheidungen offenbar auch das nötige Glück gehabt."


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

Kommentar hinzufügen