Im dritten Spiel gelingt den Falken der erste Saisonsieg

Eishockey  Beim 3:1 gegen Landshut reicht den Heilbronner Falken eine kämpferisch gute Leistung, um die ersten drei Punkte der neuen Saison einzufahren. Nach einem verkorksten Auftakt stimmte nun der Einsatz.

Falken-Torjubel nach dem Treffer zum 3:0 gegen Landshut. Foto: Veigel

Geht doch. Mit einer Verspätung von einer Woche sind nun auch die Heilbronner Falken in der neuen DEL-2-Saison angekommen. Im dritten Spiel fuhr das Team von Alexander Mellitzer am Freitagabend seine ersten drei Punkte ein und schlug Aufsteiger EV Landshut verdient mit 3:1 (3:0, 0:0, 0:1). Nach dem verkorksten Auftakt setzten die Falken spielerisch zwar keine Glanzpunkte, dafür stimmte der Einsatz. Und hinten stand lange Zeit die Null. Nur nicht bis zum Ende.

Klimaschutz hin oder her: Im Streik befand sich keines der beiden Teams. Im Gegenteil: Der Beginn war munter, beide Mannschaften rangen um die Kontrolle. Wobei den Gästen die erste Großchance gehörte. In der ersten Minute war ein Gästestürmer durchgebrochen, nur den Puck brachte er nicht an Matthias Nemec vorbei, der wie abgesprochen im Tor stand. Danach waren die Falken dran und machten es besser. Wenn auch nicht spielerisch. Im Nachstochern schnappten sich die Falken den Puck, ein Querpass – und Yannik Valenti hatte am langen Pfosten leichtes Spiel. 1:0. Das passte. Das gab Sicherheit.

Auch der Torpfosten hilft den Falken

Und es half: Die Falken ließen nicht locker, waren zwar weniger dominant als zum selben Zeitpunkt vor einer Woche beim unglückseligen 2:6 gegen Crimmitschau. Dafür verhinderten sie den Ausgleich, obwohl die Gäste gute Chancen hatten. In ein paar Situationen war Heilbronn defensiv auch nicht völlig auf der Höhe, produzierte den einen oder anderen Konter selbst und hielt weniger Schüsse fern als erhofft. Dafür jedoch fügte sich Nemec im Kasten nahtlos ein, hielt, was es zu halten gab.

Das Unterzahlspiel der Falken passte auch, allerdings half bei einem Schuss von Luka Trinkberger auch der Pfosten einmal mit (16.). Da führten die Falken aber schon mit 2:0, Bryce Gervais hatte zwei Minuten zuvor getroffen, aus einer unübersichtlichen Situation heraus drückte er die Scheibe über die Linie. Spielerisch nicht vom Feinsten, aber das war nach der Vorwoche und angesichts des noch leeren Punktekonto schnurz. Der Einsatz: Er stimmte ja, das Ergebnis entsprach dem Spielverlauf, und beim Pressing sieht halt vieles konfus, mitunter zufällig aus.

Nemec hinterlässt einen starken Eindruck 

Die Falken störte das wenig, sie legten das 3:0 nach: Mit einem Querpass vor dem Tor in Szene gesetzt, hob Davis Koch das Spielgerät geschickt unter die Latte. Gelungener Einstand für den Neuzugang. In der Summe: ein sehr solider Auftritt. Mit drei Treffern. Und: ohne Gegentor. Das tat gut. 3:0 stand es auch zur zweiten Pause, das zweite Drittel war zuweilen recht zäh. Landshut wollte sich noch nicht geschlagen geben, investierte kämpferisch mehr, ohne aber an die Leistung vom Sieg in Dresden vor einer Woche anzuknüpfen. Warum den Niederbayern nach vorne nichts gelingen wollte: darüber lässt sich diskutieren. Auf der einen Seite war das Offensivspiel der Gäste zuweilen einfallslos. Und kam doch was durch: kein Problem für Nemec, der bei seinem Debüt einen starken Eindruck hinterließ.

Zum anderen ließen die Falken nach hinten jedoch wenig anbrennen, arbeiteten sehr konzentriert, machten weniger Fehler. Und die gefürchteten Turnover: Sie fielen kaum mehr ins Gewicht. Das traf allerdings auch auf die Offensive der Falken zu. Die beiden Überzahlspiele waren gar nichts. Davor, dazwischen und danach versäumte es Heilbronn, das 4:0 nachzulegen. Chancen waren da, Gervais war in der 30. Minute über rechts durch, Louis Brune eine Minute später in der Mitte: Beide trafen nicht.

Falken nutzen längeres Powerplay nicht, um zu erhöhen

Zuvor hätte auch Pierre Preto erhöhen können: Sebastian Hon hatte das Auge für den besser postierten Kollegen, doch der Schuss strich am langen Pfosten vorbei. So blieb es beim zwischenzeitlichen 3:0, was für die Falken die beste Nachricht war. Zudem nahmen sie nach einem hohen Stock des Gegners dreieinhalb Minuten Überzahl mit ins letzte Drittel: eine Steilvorlage, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

Allerdings blieb es bei der Steilvorlage. Das Powerplay war nicht vorhanden. Vor allem spielerisch fehlte es an einer zündenden Idee. Immerhin: Die Zeit lief für die Falken. Das Spiel plätscherte vor sich hin, in einem Moment der Unachtsamkeit fiel bei eigener Überzahl das 1:3. Irgendwie passend, am Ende aber auch egal.

Tor: Nemec, Pantkowski Abwehr: Götz – Brady, Mapes – Maginot, Möller – Pavlu. Angriff: Della Rovere – Damon – Gervais, Preto – Miller – Brune, Valenti – Wruck – Nikiforuk, Koch – Klos – Hon. Tore: 1:0 (2.) Valenti, 2:0 (13.) Gervais, 3:0 (18.) Koch, 3:1 (53.) Czarnik. Strafen: 4/10. Schiedsrichter: Marcus Brill, Florian Fauerbach.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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