Ian Brady beschert den Heilbronner Falken den Sieg in Freiburg

Eishockey  Eine halbe Sekunde vor Ende der Overtime trifft Verteidiger Ian Brady zum 4:3 in Freiburg. Trainer Alwxander Mellitzer war mit dem Auftritt seines Teams allerdings nicht zufrieden.

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Perfektes Timing: Ian Brady beschert den Heilbronner Falken den Sieg in Freiburg

Verteidiger Ian Brady war in Freiburg der Matchwinner für die Heilbronner Falken. "Ein sehr cleveres Tor, er schaut auf die Uhr und zieht im richtigen Moment ab", lobte sogar Wölfe-Coach Peter Russell.

Foto: imago-images/Kessler-Sportfotografie

Gerade noch einmal gut gegangen: Die Heilbronner Falken haben am Freitagabend das Baden-Württemberg-Duell mit den Wölfen Freiburg in der Verlängerung mit 4:3 (1:1, 1:0, 1:2) für sich entschieden. Der entscheidende Treffer gelang Ian Brady eine halbe Sekunde vor Ablauf der Verlängerung. Durch zu viele Strafzeiten hätten sich die Heilbronner beinahe um Punktgewinne gebracht.

"Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits freue ich mich über den Sieg. Uns hat aber phasenweise die Balance und der Rhythmus gefehlt. Wir sind mit einem blauem Auge davon gekommen", sagte Falkentrainer Alexander Mellitzer.

Zerfahrener Beginn in Freiburg nach der Deutschland-Cup-Pause

Nach der Deutschland-Cup-Pause brauchten beide Teams einige Anlaufzeit, bevor die Abläufe wieder funktionierten. In den ersten zehn Minuten kamen nie mehr als zwei Pässe hintereinander an, die Partie war sehr zerfahren. Die erste Chance hatte Falken-Schreck Nikolas Linsenmaier, der in einer Eins-gegen-Eins-Situation aber an seinem Ex-Teamkollegen Matthias Nemec im Heilbronner Tor scheiterte.

Die Gästeführung fiel eher aus heiterem Himmel. Aus einer Forechecking-Situation heraus gewann Pierre Preto tief im Freiburger Drittel die Scheibe, passte auf Kanonier Yannik Valenti, der aus seiner Lieblingsposition zum 1:0 traf (14. Minute).

Gegen das derzeit beste Überzahlteam der DEL 2 leisteten sich die Falken allerdings zu viele Strafen. Jan Pavlu musste zwei Mal wegen Beinstellens vom Eis, kurz vor Drittelende erwischte es dann auch noch Ian Brady. Das war der eine Fauxpas zu viel. Im dritten Anlauf gelang Nick Pageau 20 Sekunden vor Drittelende in Überzahl der verdiente 1:1-Ausgleich. Stefan Della Rovere hatte zuvor über den Puck geschlagen und den Freiburger Stürmer erst dadurch in aussichtsreiche Position gebracht.

Die Falken kassieren zu viele Strafen, doch Miller trifft zur erneuten Führung

Im Mitteldrittel waren die Falken über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, doch sie kassierten weiterhin zu viele Strafen. In der 24. Minute musste Pavlu bereits zum dritten Mal in die Kühlbox. Linsenmaier scheiterte in Überzahl an der Latte.

In der 30. Minute erwischte es innerhalb von fünf Sekunden Michael Knaub und Tim Miller. Doch mit zwei Mann weniger auf dem Eis bewiesen die Falken, warum sie das beste Penaltykilling-Team der Liga sind. Viele Schüsse wurden geblockt und Nemec war an seiner alten Wirkungsstätte weiter der große Rückhalt.

In der 33. Minute drehte sich der Spieß erstmals um. Für ein Foul an Falken-Kapitän Derek Damon erhielt Christian Neuert zwei plus zwei Minuten. Drei Sekunden vor Ablauf der Strafe passte Davis Koch perfekt zu Miller, der am zweiten Pfosten mit der Rückhand Wölfe-Goalie Ben Meisner kein Abwehrchance ließ. Der zweite Falkentreffer fiel wieder ein Stück weit aus heiterem Himmel.

Geniale Einzelaktion von Dylan Wruck zum 3:3

Vor dem Schlussdrittel warnte Valenti im Interview bei SpradeTV vor weiteren Strafen, doch die Falken bekamen das Problem nicht abgestellt. In der 47. Minute musste Damon vom Eis. Alexander Brückmann gelang von der blauen Linie der 2:2-Ausgleich, nachdem die Freiburger zuvor wieder reichlich an Nemec gescheitert waren. Kaum waren die Heilbronner durch das Gegentor wieder komplett, bekam Louis Brune die nächsten zwei Minuten. Die überstanden die Gäste schadlos, doch das viele Unterzahlspielen kostete Kraft. Die Wölfe nutzen das in der 52. Minute. Ex-Falke Chris Billich passte ähnlich perfekt zu Linsenmaier, wie Koch beim 2:2 auf Miller. Der Freiburger Stürmer traf locker ins leere Tor zum 3:2.

Einer starken Einzelaktion von Dylan Wruck war es zu verdanken, dass die Partie in die Overtime ging. Der Falken-Topscorer tankte sich gegen zwei Verteidiger durch und vollendete formvollendet mit der Rückhand zum 3:3 (55.).

In Überzahl hätten die Falken sogar noch in regulärer Spielzeit den Sieg einfahren können, doch Valenti traf die Scheibe nicht voll. Das gelang eine halbe Sekunde vor Ende der Overtime dagegen Verteidiger Brady, der den Falken den Zusatzpunkt sicherte.


Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Möller - Brady, Maginot - Mapes. Angriff: Della Rovere - Damon - Wruck, Nikiforuk - Miller - Valenti, Preto - Brune - Koch, Hon - Soramies - Knaub.

Tore: 0:1 (14.) Valenti, 1:1 (20.) Pageau, 1:2 (36.) Miller, 2:2 (49.) Brückmann, 3:2 (52.) Linsenmaier, 3:3 (55.) Wruck, 3:4 (65.) Brady

Strafminuten: 8/16.

Schiedsrichter: Florian Fauerbach, Sascha Westrich

Zuschauer: 3025


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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