Ian Brady: Der lautlose Löwe im Falken-Team

Eishockey  Ian Brady ist kein spektakulärer, aber ein ungemein effektiver Spieler. Für ihn und die Falken warten zwei Duelle gegen Landshut am Wochenende. Ein Zaubertrank soll dabei helfen.

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Ob vor dem eigenen Tor, oder vor dem gegnerischen Kasten, Falken-Verteidiger Ian Brady (re.) weiß immer genau, was zu tun ist.

Foto: imago-images/Lutz Hentschel

Das Geheimnis der Heilbronner Falken ist gelüftet: in der Mannschaftskabine steht ein Zaubertrank. "Really Good 4 You!!!" steht auf riesigen Thermoskanne zu lesen. Was wirklich gut für seine Jungs ist, weiß der Miraculix der Falken namens Mellitzer. "Das war meine Idee", gibt der Falkencoach zu. Doch bevor sich jetzt die Dopingfahnder nach den Russen auch noch die Falken schnappen, hier die Entwarnung: die Kanne enthält lediglich heißes Ingwer-Wasser mit Zitrone. "Damit hier keiner krank wird", wie Mellitzer erklärt.

Denn das könnten die Heilbronner gerade am allerwenigsten gebrauchen. Denn vor dem großen Landshut-Wochenende - am Freitag (20 Uhr) ist der Aufsteiger zu Gast in der Kolbenschmidt-Arena, am Sonntag (17 Uhr) reisen die Falken nach Niederbayern - ist die Personalnot ohnehin schon groß genug.

Rund ein Drittel des Falken-Kaders fehlt

Den Heilbronnern fehlt rund ein Drittel des Kaders. Louis Brune, Yannik Valenti und Tobias Möller sind beim U20-Nationalteam, um sich auf die WM in Tschechien vom 26. Dezember bis 5. Januar vorzubereiten. Stefan Della Rovere ist verletzt und fehlt in der intensiven Phase bis zum Jahresende. Samuel Soramies, Pierre Preto und Moritz Wirth werden bei den Adlern Mannheim in der DEL gebraucht. Von dort konnte allerdings kurzfristig ein Sturmduo gewonnen werden (siehe Hintergrund). Unklar ist noch, ob Jan-Luca Schumacher zur Verfügung steht.

"Einige Spieler werden sicher längere Eiszeiten bekommen", sagt Mellitzer, sieht darin aber kein großes Problem. Ähnlich gelassen blickt auch Ian Brady auf die bevorstehenden neun Partien in drei Wochen: "Wir begreifen die Personalsituation als Herausforderung, nicht als Problem."

Brady stand bisher in allen 26 Spielen auf dem Eis

Der Verteidiger ist eine Konstante im Team, stand in bisher allen 26 Spielen auf dem Eis und hat dabei beeindruckende 31 Scorerpunkte gesammelt. "Das ist das Ergebnis einer guten Teamleistung", sagt der 25-Jährige bescheiden. Zusammen mit Marcus Götz bildet der US-Amerikaner eines der besten Verteidigerpärchen der Liga. "Mit meinem schwedischen Kollegen verstehe ich mich mittlerweile blind", sagt Brady.

Trotzdem haben die offensivstarken Falken immer mal wieder defensive Schwächen offenbart und bereits 84 Gegentore kassiert. "In ein paar Spielen haben wir einfach geschlafen", räumt Brady ein. "Wir befinden uns in einem steten Entwicklungsprozess und können sicher eines der defensivstärksten Teams der Liga werden."

Ian the Lion als Spitzname

Teamintern heißt der Mann aus dem 40.000-Einwohner-Städtchen Lombard in Illinois "Ian the Lion". Zuständig für sämtliche Codenamen ist Co-Trainer Ilkka Pakarinen. "Ian ist unser lautloser Killer, der unerwartet aus dem Nichts zuschlägt", erklärt der Finne die Wahl des Spitznamen.

Tatsächlich ist Brady kein Spieler, der durch knallharte Checks, Einzelaktionen oder gar Fights auf dem Eis auffällt. Sein Spielverständnis, seine mannschaftsdienliche Spielweise und sein Spielwitz zeichnen ihn aus. "Bei Ilkka weiß man nie, ob der Name als Kompliment gemeint ist", bleibt Brady schmunzelnd skeptisch.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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