Heiße Falken ersticken Freiburg

Eishockey  Die Heilbronner Falken überzeugen mit einem 6:3-Sieg über den bisherigen DEL-2-Tabellenführer. Das Spiel vor 1582 Zuschauern begann allerdings nicht wie erhofft.

Heiße Falken ersticken Freiburg

Der Anfang ist gemacht, der Puck liegt im Tor: Pierre Preto (rechts) hat für die Heilbronner Falken gegen den EHC Freiburg das 1:2 erzielt.

Foto: Andreas Veigel

Die Falken sind nach dem verkorksten Start-Wochenende in der DEL 2 heiß gelaufen. Gegen den bisherigen Tabellenführer EHC Freiburg feierten die Heilbronner am Freitagabend mit 6:3 (2:2, 3:0, 1:1) den dritten Sieg in Folge. Die Heim-Fans in der Kolbenschmidt-Arena skandierten "Die Nummer eins im Land sind wir". Stimmte am Ende nicht ganz, denn der Erzrivale Bietigheim rangiert noch vor den Heilbronnern.

Das Spiel vor 1582 Zuschauern begann allerdings nicht wie erhofft. Dabei war kurzfristig sogar der verlorene Sohn Samuel Soramies in den Kader gerückt, obwohl der Stürmer tags zuvor noch für die Adler Mannheim in der DEL gespielt hatte. Louis Brune wurde wegen einer leichten Muskelverletzung vorsichtshalber geschont.

Falken-Verteidiger checkten sich gegenseitig um

Die Falken erarbeiteten sich zwar früh Chancen, aber der Tabellenführer konterte eiskalt und effektiv. Wie so oft in Person von Freiburg-Urgestein Nikolas Linsenmaier. Erst nutzte der 26-Jährige das äußerst schlafmützige Rückzugsverhalten der Gastgeber zum 1:0 (5. Minute). Vor dem zweiten Tor legten die Falken-Verteidiger Kevin Maginot und Corey Mapes eine 1a-Slapstick-Einlage à la Laurel-und-Hardy hin und checkten sich gegenseitig um. Linsenmaier sagte danke und traf zum 2:0 (10.).

Doch die Falken antworteten mit einem Blitz-Comeback. Die zweite Sturmreihe um Pierre Preto, Tim Miller und Davis Koch erzeugte Dauerbeschuss, und im dritten Anlauf zappelte die Scheibe im Netz. Preto war nur 60 Sekunden nach dem 0:2 der Torschütze zum 1:2. Kaum zwei Minuten später war alles wieder offen. Mapes rehabilitierte sich in Überzahl mit einem schönen Pass auf Alex Nikiforuk, der Ben Meisner im Tor der Gäste zum zweiten Mal an diesem Abend bezwang. Mit dem 2:2 ging es auch in die erste Pause.

Die Freiburger bekamen keine Luft mehr zum Atmen 

Die Falken kamen im 8:2-Kaufbeuren-Modus aufs Eis zurück. Die Freiburger bekamen keine Luft mehr zum Atmen, wurden zeitweise sogar in Überzahl im eigenen Drittel eingeschnürt. Die Falken waren läuferisch und vor allem in den Zweikämpfen haushoch überlegen. Mit ihrem Forechecking gewannen sie den Puck oft bereits im gegnerischen Drittel zurück und erstickten den Spielfluss des Gegners im Keim. Zudem zogen sie immer wieder Strafzeiten für den Gegner, weil sich die Freiburger oft nur mit Fouls zu helfen wussten.

Die logische Folge: das zweite Drittel ging mit 3:0 an die Gastgeber. Erst staubte Preto einen Mapes-Schuss zum 3:2 ab (22.). In Überzahl donnerte Kanonier Yannik Valenti das 4:2 in die Maschen (30.). Verteidiger Jan Pavlu schloss in Stürmermanier einen schönen Angriff zum 5:2 ab (34.).

Michael Knaub machte seinem Ruf als Strafzeitensammler alle Ehre

Am beeindruckendsten war aber das Unterzahlspiel der Falken nach einer Strafzeit gegen Kevin Maginot. Allein Derek Damon und Stefan Della Rovere machten soviel Alarm, dass die Freiburger heilfroh sein konnten, nicht das 2:6 zu kassieren. Am Ende der zweiten 20 Minuten zeigte die Statistik 19:4 Schüsse für die Falken.

Die ersten zehn Minuten des Schlussdrittels waren die Gastgeber weiter dem 6:2 näher als die Gäste dem 3:5. Dann machte Michael Knaub seinem Ruf als Strafzeitensammler alle Ehre. Hatten die Falken bis dahin erst sechs Strafminuten kassiert, holte sich der 24-Jährige gleich mal 27 im Wortsinne mit einem Schlag ab. Freiburgs Topscorer Luke Pither ging jedenfalls glatt zu Boden.

In Überzahl schöpften die Breisgauer aber noch einmal Hoffnung. Cam Spiro verkürzte auf 3:5 (53.). Doch die Falken hatten ja noch ihren Kapitän. Damon zog in Unterzahl allein Richtung Freiburger Tor und traf zum entscheidenden 6:3 (55.). Der Sieg war hochverdient.


Tor: Nemec, Pantkowski; Abwehr: Götz - Brady, Mapes - Maginot, Möller - Pavlu; Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais, Preto - Miller- Koch, Valenti - Wruck - Nikiforuk, Knaub - Klos - Hon, Soramies.

Tore: 0:1 (5.) Linsenmaier, 0:2 (10.) Linsenmaier, 1:2 (11.) Preto, 2:2 (13.) Nikiforuk, 3:2 (22.) Preto, 4:2 (30.) Valenti, 5:2 (34.) Pavlu, 5:3 (53.) Spiro, 6:3 (55.) Damon.

Strafminuten: 35/52.

Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Dominic Erdle.

Zuschauer: 1582.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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