Heilbronner Falken filetieren die Eislöwen mit 9:2

Eishockey  Ein herausragendes Drittel mit sieben Treffern reicht Heilbronn, um das DEL-2-Spiel gegen Dresden und Ex-Trainer Rico Rossi mit 9:2 zu gewinnen.

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Heilbronner Falken filetieren die Eislöwen mit 9:2

Das war der erste Streich, viele weitere folgten im zweiten Drittel: Hier freuen sich die Falken übers 1:0 durch Davis Koch (Zweiter von links).

Foto: Andreas Veigel

Mit einem fulminanten Sieg sind die Heilbronner Falken ins letzte Drittel der DEL-2-Hauptrunde gestartet - und haben ein klares Signal an die Konkurrenz gesendet. Trotz eines verhaltenen ersten Drittels hat die Mannschaft von Alexander Mellitzer die Eislöwen aus Dresden um Trainer Rico Rossi eindrucksvoll aus der Halle gefegt und mit 9:2 (1:0, 7:1, 1:1) gewonnen. Im zweiten Abschnitt spielten die Falken groß auf, trafen alleine sieben Mal und hatten die Partie früh entschieden.

Die Freude der Falken war groß vor dem Duell: Nach Wochen personeller Dürre endlich mal wieder ein volles Line-up. Ganze vier Sturmreihen, dazu noch sieben Verteidiger - die Hoffnung auf Powereishockey made in Heilbronn war groß. Doch die Falken hatten ein Problem: Sie wussten nicht so recht, wohin mit ihrer überbordenden Kraft. Nach kurzer Eingewöhnungszeit hatte Heilbronn Spiel und auch Gegner weitgehend im Griff, irgendwie flutschte es aber nicht so, wie es der Zuschauer vom Mellitzer-Team gewohnt ist. Erst recht in der Konstellation.

Schwacher Beginn, starkes Mitteldrittel

Die erste Torchance: erst in der vierten Minute. Ein relativ harmloser Versuch vom zurückgekehrten Pierre Preto auf die kurze Ecke. Auch der Schuss von Derek Damon in der sechsten Minute war alles andere als herzerwärmend. Da versprühten die Eislöwen mit ihren wenigen Angriffen mehr Gefahr.

Dresden blieb immer gefährlich, allerdings lauerten die Gäste nur auf Fehler der Falken, zogen sich tief in ihr eigenes Drittel zurück. Und Heilbronn lief an, machte Tempo - spielte aber ein wenig verkopft. Statt die Scheibe gradliniger zum Tor zu spielen und schnell einen Abschluss zu suchen, wollten Kapitän Damon und Co. den Puck ins Tor tragen. Selbst in Überzahl spielten sich die Falken mehr Knoten in die Beine. Dass gipfelte in einem großen Chaos vor dem Tor von Marco Eisenhut, als die Unterländer mehrfach die Chance hatten, in Führung zu gehen. Die Gäste machten es schnörkelloser. An Mirko Pantkowski aber war kein Vorbeikommen - selbst, als es mal vor seinem Tor lichterloh brannte (12.).

Trotzdem blieb es in dem durch-schnittlichen Drittel nicht beim 0:0. Weil Davis Koch doch noch traf. Allerdings passte das 1:0 (18.) gut zum Spiel: Nach feinem Zuspiel von Jan Pavlu schloss er aus der Drehung ab, traf den Puck aber nicht richtig. Und doch ging er rein.

Richtig lustig wurde es im Mitteldrittel, da brachten die Falken ihre Pferdestärken eindrucksvoll auf das Eis. Insgesamt sieben Treffer erzielten sie in 20 Minuten. Ein Doppelschlag ebnete den Weg: Damon markierte nach einem Positionswechsel und perfektem Zuspiel von Dylan Wruck das 2:0 (24.), Brock Maschmeyer ließ im Fünf-gegen-Vier kurz darauf das 3:0 folgen (25.). Der vierte Streich gelang Stefan Della Rovere, als Damon die Scheibe clever für ihn ablegte (28.). Ein Spektakel.

Viel Stimmung in der Bude

Und es wurde noch besser: Zwar erzielte Dresden in Überzahl das 1:4, das störte die Falken aber wenig. Koch zum Zweiten (32.) stellte schnell den alten Abstand bei angezeigter Strafe gegen die Gäste her. Jetzt war Stimmung in der Bude, nachdem es auf dem Eis zuvor einige Nickligkeiten gegeben hatte. Damon (36.), Davis Koch zum Dritten (39.) und in Überzahl Bryce Gervais (39.) schraubten das Ergebnis auf 8:1. Die Halle stand Kopf, während Ex-Falken-Trainer Rico Rossi tobte. Dresden war fein filetiert. Den Rest spielten die Teams im Trainingsmodus zu Ende. Samuel Soramies setzte nach dem 2:8 den Schlusspunkt zum 9:2-Sieg.


Tor: Pantkowski, Nemec, Schickedanz. Abwehr: Pavlu - Maschmeyer, Brady - Götz, Mapes - Maginot, Wirth. Angriff: Gervais - Wruck - Koch, Della Rovere - Damon - Miller; Valenti - Savilahti - Soramies, Brune - Möller, Preto. Tore: 1:0 (18.) Koch, 2:0 (24.) Damon, 3:0 (25.) Maschmeyer, 4:0 (28.) Della Rovere, 4:1 (30.) Dotzler, 5:1 (32.) Koch, 6:1 (36.) Damon, 7:1 (39.) Koch, 8:1 (39.) Gervais, 8:2 (52.) Dotzler, 9:2 (59.) Soramies. Strafen: 6/12. Schiedsrichter: Patrick Altmann, Markus Schütz. Zuschauer: 2203.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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