Häppchen rund ums Derby

Eishockey  Die knappe Trainer-Antwort, der Heilbronner Nebel und der Verteidiger mit dem guten Erinnerungsvermögen: Alles Wissenswerte rund um das Spiel der Spiele.

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Häppchen rund ums Derby

Nicht zu fassen: Die Heilbronner Falken sind DEL-2-Tabellenführer. In der Zuschauergunst hat der Club aber noch Luft nach oben.

Foto: Mario Berger

Zu einem Gala-Abend gehören schmackhafte Häppchen. Diese Regel gilt natürlich auch für große Eishockey-Derby-Abende. Hier also die Häppchen zum 4:1-Sieg der Heilbronner Falken über die Bietigheim Steelers.

Neue Saisonziele: Platz sechs hatten die Heilbronner Falken als Saisonziel ausgegeben - die direkte Qualifikation für die Playoffs. Mit 32 Punkten nach 15 Spielen führen die Falken das Klassement nach fast einem Drittel der Saison an. Zudem verfügt man über die besten Special- Teams und hat den Top-Scorer der DEL 2 in seinen Reihen. Die Frage, ob nun neue Saisonziele ausgerufen werden müssen, beantwortet Trainer Alexander Mellitzer jedoch mit nur zwei Worten: "zu früh".

Historisch bewandert: Na klar konnte sich Corey Mapes noch an den 5:1-Derbysieg der Falken vom 9. März 2012 erinnern. Sieben Jahre ist es her, dass die Heilbronner die Steelers zuletzt als Zweitliga-Tabellenführer empfingen. "Mein Tor zum 3:1 habe ich auch noch genau vor mir. Das war ein tolles Spiel", sagte der Falken-Verteidiger.

Manager-Sorgen: Mit sorgenvoller Miene lief Atilla Eren Mitte des Schlussdrittels durch die Eishalle. Glaubte der Falken-Manager etwa nicht an den Sieg seines Teams? Mitnichten. "Ich habe Sorge, dass die Schiedsrichter das Spiel wegen des Nebels noch abbrechen. Da muss jetzt dringend eine Lösung her", erklärte Eren. Gefordert ist in dem Fall weniger die Falken GmbH, sondern die Stadtwerke Heilbronn als Eigentümer der Kolbenschmidt-Arena. Angesichts der mittlerweile bis weit in den Herbst hinein warmen Temperaturen verschärft sich das Problem in Zukunft vermutlich weiter. "Es war krass, als wir am Ende auf das Empty-Net-Goal gespielt haben. Man konnte gar nicht sehen, ob der Puck aufs Tor geht", sagte Mapes.

Realistischer Mediziner: Der Neckarsulmer Orthopäde Boris Brand wirkte am Sonntagabend ein bisschen geknickt. Kein Wunder, ist der Mediziner doch seit Jahren der Mannschaftsarzt der Steelers. "Früher sind wir wie die Könige hergekommen. Jetzt ist es andersherum, aber so ist nun mal der Sport."

Zuschauergunst: Dank der 3544 Fans beim Derby haben die Falken in der Zuschauergunst die Eispiraten Crimmitschau überholt und sind jetzt mit einem Schnitt von 1909 Besuchern Drittletzter der DEL 2. Ziel der Heilbronner ist es aber, regelmäßig mehr als 2000 Zuschauer in die Halle zu bekommen. "Heute war die Stimmung überragend und wir haben ja Tore, Faustkämpfe und einen Sieg als Anreiz für alle Zuschauer geliefert, um nächste Woche wiederzukommen", sagte Mapes und ergänzte: "Ich hoffe, die Fans gehen jetzt den Weg weiter mit uns."


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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