Goalie Nemec trifft mit den Falken auf seine alten Kameraden

Eishockey  Heute Abend ist DEL-2-Tabellenführer Freiburg zu Gast in Heilbronn. Obwohl turnusmäßig Mirko Pantkowski an der Reihe wäre, das Falken-Tor zu hüten, setzt Trainer Alexander Mellitzer auf Matthias Nemec. Der Grund ist einfach.

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Goalie Nemec trifft mit den Falken auf seine alten Kameraden

Für Matthias Nemec verliefen seine beiden ersten Spiele im Trikot der Falken perfekt: Heilbronn holte mit ihm im Tor sechs Punkte, kassierte dabei nur drei Gegentreffer. Foto: Andreas Veigel

Ganz so einfach ist es nicht. Zumindest lässt es Matthias Nemec nicht unkommentiert im Raum stehen, dass mit ihm die Wende kam. "Es lag nicht unbedingt nur an mir", sagt der Torhüter der Heilbronner Falken mit ein paar Tagen Abstand zu den Siegen gegen Landshut und in Kaufbeuren. "Aber es gibt Schlimmeres, als mit sechs Punkten in zwei Spielen zu starten."

Und der Neuzugang erhält die Chance, seine Mini-Serie auszubauen: Obwohl Nemec und Mirko Pantkowski sich zumindest zu Beginn immer nach zwei Spielen abwechseln sollten, wird der 29-Jährige an diesem Freitag wieder im Kasten der Falken stehen - wenn es um 20 Uhr gegen den EHC Freiburg geht. Den Tabellenführer. Und die alten Kollegen von Nemec.

Pantkowski ist nach Mannheim beordert worden

Die Entscheidung in der Torhüterfrage wurde dem Trainer abgenommen. Pantkowski wurde für Donnerstag zu den Adlern abberufen, die am Abend die Eisbären aus Berlin zu Gast hatten. Zwar war abzusehen, dass Pantkowski nur auf der Bank sitzen würde, dennoch hat Alexander Mellitzer gestern bereits entschieden, von seinem ursprünglichen Plänen abzuweichen und Nemec im Kasten zu lassen. "Die Jungs sollen ein Tag vor dem Spiel wissen, ob sie spielen." Und Mellitzer hat bei beiden ein gutes Gefühl.

So aber kommt Nemec in den Genuss, gegen seine alten Teamkollegen ran zu dürfen. "Für mich ist das ein Spiel wie jedes andere", sagt der 29-Jährige. Zumal er nur eine Saison in Freiburg gespielt hat. Natürlich kenne er die meisten noch - und die ihn. "Mal sehen, für wen das ein Vorteil ist", sagt er. Mellitzer hat da keinen Zweifel, will basierend auf einer guten Torwartleistung und starker defensiver Arbeit einen weiteren Sieg einfahren. Das vergangene Wochenende hat den Falken Selbstvertrauen verliehen.

Ausgeglichenheit, Laufbereitschaft und Disziplin waren die Tugenden des vergangenen Wochenendes

Das hohe Tempo und die läuferische Überlegenheit gegen Kaufbeuren haben Mellitzer, der konsequent vier Sturmreihen aufbot, sehr gefallen. "Es hat oft so ausgesehen, als ob wir mit sechs Feldspielern auf dem Eis waren." Die eine kassierte Strafe zeuge letztlich auch von Laufbereitschaft und Disziplin. In Kaufbeuren haben die Falken auch viel genauer ausgelöst als beim 3:1 gegen Landshut am Freitag. "Da war längst nicht alles nur Licht", meint Mellitzer. Im Allgäu sah das schon besser aus, die Falken arbeiteten über die Mitte, wo ein Spieler die Scheibe verteilte, anstatt mit langen Pässen.

Ein Vorteil nicht nur für das Forechecking. Die Falken standen defensiv wesentlich kompakter als am ersten Wochenende. "Die Jungs haben mir damit sehr geholfen", weiß auch Nemec das verbesserte Verhalten zu schätzen. Das hat den Wohlfühlcharakter für den Neuzugang noch einmal gesteigert. Auch wenn der EHC Freiburg die DEL-2-Tabelle derzeit anführt: Seinen Wechsel zu den Falken hat er nicht bereut. Die Konkurrenzsituation gefällt ihm, die hat es in Freiburg so nicht gegeben. Hinzu kommt die Kooperation mit den Adlern und deren Torwarttrainern, die Nemec gut kennt. "Heilbronn ist der nächste Schritt in der Entwicklung", sagt Nemec, der nun im besten Torwartalter angekommen ist.

Torwartfrage für Sonntag in Tölz noch offen

Ob der Neue auch am Sonntag, 18.30 Uhr, in Bad Tölz im Tor steht, will der Trainer erst am Samstag entscheiden. Für Matthias Nemec zählt ohnehin erst einmal alleine das Spiel am Freitagabend. So ganz normal wie er sagt, ist das Spiel dann auch wieder nicht. "Über einen Sieg gegen Freiburg würde ich mich doppelt freuen", sagt er. Kaum auszudenken, wenn ein Sieg in Bad Tölz dazukommt.

 

Falken suchen noch nach einem Trikotsponsor

Auf den Auswärtstrikots ist die Firma Hertner derzeit noch zu sehen, im ersten Heimspiel aber war die Brust noch leer: Die Heilbronner Falken sind momentan noch auf der Suche nach einem neuen Sponsor für den wertvollsten Platz auf ihren Trikots. Die Firma Hertner hat sich nach drei Jahren zurückgezogen. Derzeit laufen Verhandlungen über einen Nachfolger, wobei es mehrere Optionen gibt, sagt Manager Atilla Eren. "Es ist denkbar, dass ein neuer Sponsor einsteigt oder ein vorhandener sein Engagement erhöht." Unter Druck sieht sich der Verein aber nicht, zumal die Werbefläche nur etwa vier bis fünf Prozent der Einnahmen durch Werbung ausmacht. Zudem werben die Falken noch drei Heimspiele lang für den Verein miteinander.de, der sich für ausgesuchte Kinder- und Jugendprojekte einsetzt. 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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