Fünf ehemalige Falken stehen im Olympia-Finale

Eishockey  In der Nacht auf Sonntag kämpft das deutsche Eishockey-Nationalteam um die olympische Goldmedaille. Gleich fünf der Finalisten standen schon für die Heilbronner Falken auf dem Eis.

Von Stephan Sonntag und Stefanie Wahl

Nationaltorhüter Danny aus den Birken und Angreifer Marcus Kink im Falken-Trikot. Foto: Archiv

Bei David Wolf war es nur ein einziges Spiel. Aber Danny aus den Birken, Marcus Kink, Frank Mauer und Matthias Plachta haben als Förderlizenzspieler aus Mannheim ihre ersten Schritte im Profi-Eishockey in Heilbronn absolviert.

"Das war eine richtige tolle Zeit damals bei den Falken. Ich bin Rico Rossi noch heute sehr dankbar, er war ein sehr entscheidender Faktor für meine Karriere. Und auch für all die anderen Jungs wie Danny", sagte Frank Mauer nach dem Finaleinzug. Im Halbfinale hatte das deutsche Team am Freitag sensationell Kanada mit 4:3 besiegt. 

Falken-Kanadier sind weniger begeistert

Die heutigen Falken-Spieler hatten das Halbfinale gegen Kanada im Bus auf dem Weg zu ihrem DEL-2-Auswärtsspiel in Bayreuth verfolgt. "Einige haben am Spielende gejubelt, unsere Kanadier waren natürlich weniger begeistert", berichtete Atilla Eren.

Der Falken-Manager hofft durch den Erfolg der Nationalmannschaft natürlich auf einen kleinen Eishockey-Boom in Deutschland. Die anstehenden Saisonfinals in der DEL und DEL 2 sowie die anschließende WM in Dänemark dürften mehr im Fokus stehen. "Der Finaleinzug ist ein Novum. Ab sofort wird nicht mehr auf die Bronzemedaille von 1976 verwiesen, sondern mindestens auf die Silbermedaille von 2018", ist Eren überzeugt.

 

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Das sind die fünf Olympia-Finalisten mit Heilbronner Vergangenheit:

David Wolf

In der Oberliga-Saison 2006/2007 bestritt der Stürmer noch als Mannheimer Jungadler ein Spiel für die Falken. Zur neuen Saison sollte der 17-Jährige fest zum Kader gehören. Doch daraus wurde nichts. Wolf wechselte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zum Ligakonkurrenten nach Crimmitschau – dort war sein Vater und späterer Falken-Coach Manfred „Manix“ Wolf damals Nachwuchstrainer. In Heilbronn blieb man etwas ratlos zurück. Trainer Rico Rossi sagte damals: „Wir lassen jeden gehen, der nicht bei den Falken sein will.“

 

Danny aus den Birken

Danny aus den Birken
Danny aus den Birken im Heilbronn-Trikot. Foto: Archiv/HSt

Am 3. Dezember 2003 feierte der damals 18-jährige Goalie sein Debüt im Trikot der Heilbronner Falken. Stammkeeper Mike Rosati hatte sich verletzt. Bei der Feuertaufe gab es eine Niederlage, 2:3 in Wolfsburg. Insgesamt bestritt er in sechs Jahren 125 Spiele in der 2. Bundesliga und Oberliga für Heilbronn.

In der Zeit wurde er immer wieder zwischen Mannheim und Heilbronn hin- und hergereicht. „Das ist schon anstrengend. Mir ist es lieber, konstant bei einer Mannschaft zu sein“, sagte er kurz vor den Oberliga-Playoffs 2007, für die er von Rico Rossi zum Stammkeeper ernannt wurde und in dieser Rolle maßgeblich zum Zweitliga-Aufstieg beitrug. Zur Saison 2009/2010 wechselte der gebürtige Düsseldorfer dann in die DEL zu den Iserlohn Roosters.

Weiterlesen: Start der Playoffs im Jahr 2007: Die Hoffnung ruht auf Danny aus den Birken

 

Marcus Kink

Marcus Kink
Marcus Kink im Trikot der Heilbronner Falken. Foto: Andreas Veigel

Sein Debüt in Heilbronn feierte der Förderlizenzspieler aus Mannheim in der Oberliga-Saison 2003/2004. Sein erster Treffer gelang ihm beim 6:1-Sieg gegen den SC Riessersee.

Bis 2008 kam der Stürmer aber lediglich auf 25 Einsätze, erzielte dabei vier Tore und zwölf Assists. In den Playoff-Halbfinalspielen gegen Landshut hatte der gebürtige Düsseldorfer seine letzten Auftritte, ehe er endgültig nur noch für die Adler stürmte.

Weiterlesen: Der erste Einsatz von Marcus Kink für die Falken

 

Frank Mauer

Frank Mauer  

Kurz nach Weihnachten 2005 lief der damals 17-jährige Mauer erstmals für die Falken auf. Es gab eine 1:3-Niederlage in Landsberg, doch der Nachwuchsstürmer überzeugte.

Die Stimme schrieb damals: „Frank Mauer ist ein ziemlich schmächtiges Kerlchen. 67 Kilo Lebendgewicht, verteilt auf 175 Zentimeter, sind wenig, will man Duelle mit Eishockey-Verteidigern gewinnen, die oftmals Gardemaß und 15 bis 25 Kilo mehr auf den Rippen haben. Doch der Stürmer von den Mannheimer Jungadlern, erst 17 Jahre und zehn Monate alt, hat am Freitagabend keinerlei Respekt gezeigt. Frank Mauer ist in seiner ersten Oberliga-Partie für die Heilbronner Falken dorthin gegangen, wo es weh tut.“

Das tat er insbesondere in den Spielzeiten 06/07 und 07/08, in denen der gebürtige Heidelberger jeweils 44 Hauptrundenspiele bestritt. Anschließend war er bereits hauptsächlich für die Adler in der DEL aktiv. Insgesamt kommt Mauer auf 118 Spiele und 36 Tore für die Falken.

 

Matthias Plachta

Matthias Plachta

Mit 17 Jahren debütierte der gebürtige Freiburger 2008 im Zweitliga-Team der Heilbronner. 49 seiner insgesamt 66 Spiele für die Falken bestritt Plachta in der Saison 2009/2010, die mit dem Viertelfinal-Aus gegen Ravensburg endete. Sechs seiner acht Tore fielen in diesem Zeitraum.

Auch beim Streethockey trug Plachta gerne das Heilbronner Trikot – für die Hornets spielte er mit um die deutsche Meisterschaft.