Fünf Gründe, die jetzt für die Falken sprechen

Eishockey  Die Heilbronner Falken haben den Klassenerhalt in der DEL2 geschafft – ohne den schon zur Tradition gewordenen Umweg über die Playdowns. Zum ersten Mal seit drei Jahren muss das Team nicht bis zum Schluss zittern. Als Belohnung für den neunten Platz geht es nun in die Pre-Playoffs. Geht sogar noch mehr?

Von Martin Peter

Gegner in der Serie, die diesen Dienstag, 19.30 Uhr mit einem Auswärtsspiel startet, sind die Eislöwen aus Dresden. Zwei Siege sind erforderlich, um in die nächste Runde einzuziehen. Stimme.de zeigt, was vor dem Start für die Falken spricht:  

  1. Die Auswärtsstärke
    In Bietigheim gelang den Falken in dieser Saison zwar kein Sieg. In Sachen Auswärtsbilanz stehen die Heilbronner dennoch gut da. Foto: Hansjürgen Britsch  
    Die Falken sind wahrlich keine gern gesehenen Gäste. Sie gehören in der DEL 2 zu den vier besten Auswärtsmannschaften, heimsten in fremden Hallen satte 40 Punkte ein. Besser sind nur die Top Drei der Liga: Frankfurt (47), Bietigheim (44) und Riessersee (42). Insofern dürfte es den Falken nichts ausmachen, im Fall der Fälle mehr Auswärtsspiele machen zu müssen. Warum die Falken jedoch auswärts erfolgreicher sind, dafür hat Trainer Gerhard Unterluggauer keine Erklärung. "Ich habe keine Ahnung, normalerweise ist es immer umgekehrt." Die Auswärtsstärke könnte ein Vorteil sein.
  2. Der Lieblingsgegner
    Gegen Dresden gab es heuer schon mehrfach Grund zum Jubeln. Foto: Veigel  
    Ist Dresden der Falken liebster Gegner? Die vier Siege in vier Vergleichen sprechen dafür. Doch der Trainer hat Einwände: "Wir haben viermal gewonnen, aber nie gut gespielt", sagt er. Kevin Lavallée fordert gar: Die Spiele müssen komplett raus aus den Köpfen. "Das wird jetzt komplett anders." Alles sei möglich. "Aber wenn wir unsere Füße gut bewegen, gut laufen, dann haben wir gegen Dresden eine gute Chance." Die schätzt auch Unterluggauer zumindest höher ein als gegen Ravensburg. "Die sind richtig talentiert, vor allem offensiv. Ich bin froh, dass wir die gemieden haben."
  3. Der Druck
    Ganz klar, Weiterkommen wollen beide Teams − für Heilbronn ist es aber keine Pflicht. Die Falken haben ihr wichtigstes Ziel erreicht, bleiben der DEL 2 sicher erhalten und haben nun Planungssicherheit. "Die Stimmung ist nach drei Jahren Playdowns eine ganz andere", sagt Manager Atilla Eren. Ob bei Sponsoren, Gesprächen mit Spielern oder Trainerkandidaten: "Es hilft uns in allen Bereichen, dass wir diesmal früher ansetzen können." Auch in Sachen Kooperation mit den Adlern. Sportlich laste der Druck auf Dresden: "Die haben nicht eingeplant, dass sie kein Top-Sechs-Team sind", sagt Unterluggauer. Das sei indes kein Freibrief für seine Falken: "Die Jungs haben jetzt die Chance zu zeigen, dass sie mehr als Playdowns können, dass sie bereit sind. Ich bin sehr gespannt."
  4. Der Torhüter
    Mit Marcel Melichercik haben die Falken einen großen Fang gemacht: Der Slowake gehört zu den besten Torhütern der Liga. Foto: Veigel  
    Wie wichtig der Keeper gerade in Entscheidungsspielen ist, haben die Falken Ende vergangener Saison erlebt. Gerade rechtzeitig zu den Playdowns lief Andrew Hare zur Höchstform auf, hatte am Ende eine Fangquote von mehr als 90 Prozent und großen Anteil am Klassenerhalt. Mit Marcel Melichercik hat Heilbronn in diesem Jahr den vielleicht besten Keeper der Liga. "Der Tormann macht gerade in den Entscheidungsspielen einen ganz großen Teil aus", sagt der Trainer.
  5. Die Flexibilität
    Bedingt durch die vielen Verletzungen und Ausfälle hat jeder schon mit jedem gespielt. "Jeder weiß, was der andere macht", sagt der Trainer, der auf einen weiteren Vorteil setzte: die Ausgeglichenheit. "Ich schaue, dass die Balance gut ist." In der Tat punkten die Falken über alle Reihen hinweg.