Falken zufrieden mit einem Punkt

Eishockey  Bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung bei den Lausitzer Füchsen ist zu viel Sand im Heilbronner Offensiv-Getriebe. Der 154-Tore-Sturm, der am Freitag noch neun Mal getroffen hatte, kam kaum in Wallung.

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Falken zufrieden mit einem Punkt

An ihm lag es nicht: Matthias Nemec war noch der Beste bei den Heilbronner Falken, vereitelte reihenweise beste Chancen der Lausitzer Füchse. Das Problem der Unterländer war diesmal eher die viel gepriesene Offensive.

Foto: Archiv/Veigel

Ein Punkt. Mehr wurde es am Ende nicht für die Heilbronner Falken am Sonntag. Keine 48 Stunden nach dem furiosem 9:2-Sieg gegen die Dresdner Eislöwen verlor das Team von Alexander Mellitzer bei den Lausitzer Füchsen 3:4 (0:1, 2:1, 1:1) nach Verlängerung. Eine Niederlage, die aus Sicht des Falken-Trainers aber in Ordnung geht. "Wir haben heute einen Punkt gewonnen und nicht zwei oder drei verloren", sagte Mellitzer nach der intensiven DEL2-Partie.

Luft nach oben 

Das Problem der Falken in Weißwasser war bald ausgemacht: "Wir sind heute nie so richtig in Fahrt gekommen", sagte er. Zwei Drittel lang seien seine Falken "sicher nicht die bessere Mannschaft" gewesen. Daran änderte auch nichts, dass sein Team wieder mit vier Reihen Gas gab - wobei Mellitzer gleich auf zwei Positionen umstellen musste. Da Pierre Preto und Torhüter Mirko Pantkowski für die Adler Mannheim im Einsatz waren, rückte Jung-Verteidiger Moritz Wirth in die vierte Sturmreihe - und im Tor stand Matthias Nemec.

Gastgeber gehen mit ihrer ersten Chance in Führung

Und der hatte in der dritten Minute bereits das Nachsehen: Mit ihrer ersten Chance gingen die Gastgeber in Führung. Ein abgefälschter Schuss landete am zweiten Pfosten, wo Brad Ross kein Problem hatte, die Scheibe am chancenlosen Nemec vorbei ins Tor zu schieben. Es war der erste Treffer des Ex-Falken im dritten Spiel für die Lausitzer, die Ross zu Beginn des Jahres aus Amerika geholt hatten.

Nach dem 1:0 ging es munter hin und her - das Tempo war hoch. Heilbronn hatte da noch mehr vom Spiel. Die besseren Chancen hatten in den ersten 20 Minuten jedoch klar die Gastgeber. Die beste Chance hatten die Falken gar in Unterzahl, als Dylan Wruck bei einem Konter am Pfosten scheiterte (11.). Zuvor hatte Nemec aber schon zwei Mal glänzend pariert.

Weißwasser hatte sich die Führung inzwischen verdient

Der Falken-Keeper stand auch nach Ablauf der Strafe mächtig unter Beschuss - war aber ein Garant dafür, dass es beim 0:1 blieb. "Ich habe das gemacht, was mein Job ist", sagte der Falke hinterher bescheiden. Die Lausitzer hatten sich die frühe Führung inzwischen verdient.

Aber das zweite Drittel kam ja noch. Doch trotz guter Chancen kam der 154-Tore-Sturm nicht richtig in Wallung. "Wir haben offensiv viele schlechte Entscheidungen getroffen, viele technische Fehler gemacht", meinte Mellitzer. Das drückte sich in einem zuweilen zerfahrenem Spiel aus. Aber es war alles offen. Einen Bärendienst erwies Tim Miller seinem Team, als er sich mit den Unparteiischen solange ein Wortgefecht erlaubte, bis diese ihn zum Abkühlen in die Box beorderten. Das nutzten die Gastgeber, spielten Darcy Murphy in Überzahl sauber frei, der zum 2:0 traf. Die Falken kamen aber rasch zurück.

Die Falken waren wieder da

In Überzahl gelang Stefan Della Rovere das 1:2, als er einen Schuss von Ian Brady abfälschte (34.). Zwar mühten die Schiedsrichter noch den Videobeweis, aber der Treffer zählte. Die Falken: Sie waren da. In der 39. Minute gelang der durchaus verdiente Ausgleich: Dylan Wruck eroberte im Füchse-Drittel die Scheibe, und Bryce Gervais fälschte den Schuss von Davis Koch ab. 2:2.

Noch immer alles offen. Und das Momentum auf der Seite der Unterländer. Eigentlich. Denn nach 27 Sekunden im letzten Abschnitt gingen die Füchse wieder in Führung. Wieder hieß der Torschütze Murphy, er ließ dem grandiosen Nemec diesmal keine Chance. Ärgerlich: Die Falken hatten die Scheibe zuvor in der neutralen Zone vertändelt. Aber erneut glichen die Falken aus, 35 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Derek Damon traf mit einem Mann mehr auf dem Eis zum 3:3 und erzwang die Verlängerung. "Ein verdientes Ergebnis", fand Nemec, der das 3:4 durch Clarke Breitkreuz nur 27 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung nicht verhindern konnte.


Mehr Informationen zum Spiel

Tor: Nemec, Schickedanz. Abwehr: Maschmeyer - Pavlu, Götz - Brady, Maginot - Mapes. Angriff: Gervais - Wruck - Koch, Della Rovere - Damon - Miller, Valenti - Savilahti - Soramies, Möller - Brune - Wirth. Tore: 1:0 (3.) Ross, 2:0 (32.) Murphy, 2:1 (34.) Della Rovere, 2:2 (39.) Gervais, 3:2 (41.) Murphy, 3:3 (60.) Damon, 4:3 (65.) Breitkreuz. Strafminuten: 10/16. Schiedsrichter: Mischa Apel, Sven Fischer. Zuschauer: 2620.


 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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