Falken verlieren Nervenschlacht gegen Ravensburg

Eishockey  Nach einem langen Penaltyschießen unterliegen die Falken am Sonntagabend zu Hause gegen Ravensburg mit 3:4. Es war am Ende eine dramatische Partie.

Von Martin Peter

Falken verlieren Nervenschlacht

Strafminuten hat es in der Partie zwischen den Falken und Ravensburg nun wahrlich nicht gemangelt. Der Heilbronner Derek Damon (rechts) hat in dieser Szene unfreiwilligen Kontakt mit der Bande.

Foto: Andreas Veigel

Langsam braucht es ein gutes Gedächtnis, um sich an den letzten Sieg der Heilbronner Falken zu erinnern. Gegen Ravensburg ging die Mannschaft von Alexander Mellitzer wieder als Verlierer vom Eis, nahm beim 3:4 (1:1, 1:2, 1:0; 0:1) nach Penaltyschießen aber immerhin einen Punkt mit.

Am Ende war es ein hoch dramatisches Spiel, erst mit dem 16. Penalty standen die Gäste als Sieger fest.

Falken schlagen früh zu

Sofern es denn gewollt war: Dann war die Konfusion der Falken zu Beginn ein cleverer Trick. Dem Gegner einfach das Feld überlassen, dann zuschlagen: genial. Dass Heilbronn bis dahin locker hätte zurückliegen können: geschenkt. Beim ersten halbwegs vernünftigen Angriff der Falken in der vierten Minute zogen die Gäste die erste Strafe, bekamen 35 Sekunden später die Quittung.

Offenbar hatte sich nicht bis nach Ravensburg rumgesprochen, von wo aus Justin Kirsch seine Tore macht. So durfte sich der Falken-Angreifer von seiner Lieblingsposition erst zwei Mal ausprobieren, ehe er im dritten Anlauf das 1:0 markierte. Nun war Heilbronn im Spiel.

Neue Zusammenstellung der Reihen

Mellitzer hatte die Reihen im Vergleich zu Freitag durcheinandergewürfelt, tauschte sowohl bei den Angreifern als auch den Verteidigern munter durch. Das ging gut, auch in der folgenden Unterzahl. Die Falken ließen wenig zu. Hinzu kam, dass die Gäste sich Fehler leisteten. Da sah das Überzahlspiel der Falken Mitte des Drittels schon besser aus, wenngleich es mit einem weiteren Treffer nichts wurde.

Dafür kamen die Gäste zurück: In Überzahl. Allerdings hatte Ravensburg auch vier Minuten Zeit, da die Falken zwei Strafen kassierten. Robin Just war nach einem Querpass am zweiten Pfosten Nutznießer, überwand den starken Mirko Pantkowski zum 1:1.

Noch eine Spur konfuser und passiver als zu Beginn starteten die Falken ins zweite Drittel. Gewollt ist ein solches Durcheinander nur schwer hinzubekommen. Das Problem: Ein weiteres Mal hatten die Falken nicht so ein Glück. Denn diesmal ergriffen die Ravensburger ihre Chance: Jakub Svoboda traf in der 24. Minute zum 2:1. Zwei Ravensburger ließen drei Falken alt aussehen.

Auch danach schwammen die Falken hinten gewaltig, erst eine Strafe für Ravensburg erlöste sie von ihrem Leid. Allerdings spielte Heilbronn ein lahmes Powerplay, gab nur ein paar halblebige Schüsse auf das Tor ab. Viel zu wenig. Das Gute: Die Falken durften in diesem Abschnitt noch ein paar Mal in Überzahl ran, steigerten sich auch.

Falken kassieren Gegentor in Überzahl

Beim zweiten Mal wurde es deutlich gefährlicher. Aber erst im dritten Anlauf gelang das 2:2. Derek Damon hatte seinen Treffer selber eingeleitet, auf Kevin Lavallée gepasst und sich in Position gebracht. Das sah gut aus, verpuffte aber auch deswegen, weil es den Falken keine Sicherheit gab. Sie durften zwar ein viertes Mal in Überzahl ran: Doch statt in Führung zu gehen, kassierten sie einen Shorthander − ein Gegentor in Überzahl. Einen schlampigen Aufbaupass hatte Ravensburg in der neutralen Zone abgefangen, den anschließenden Konter nahmen die Falken aber auf die leichte Schulter, schon lag die Scheibe drin. Mathieu Pompei traf zum 2:3. Das tat weh.

Doch noch waren ganze 20 Minuten Zeit. Und die Falken sollte ihre Chance kriegen: Zwei Strafen für die Gäste binnen kurzer Zeit bescherten ihnen 80 Sekunden lang doppelte Überzahl. Nach nur 30 Sekunden lag der Puck drin: Justin Kirsch mit seinem zweiten Überzahltreffer besorgte das 3:3.

Danach ging es hoch her, es hagelte reihenweise Strafen, die Partie spitzte sich zu. Mit fortlaufender Spieldauer wurde es immer dramatischer. Ein Sieger aber sollte erst nach Penaltyschießen feststehen. Und das war extraklasse, wenn auch Ravensburg gewann.


Tor: Pantkowski, Frensel. Abwehr: Götz - Maschmeyer; Sharrow - Pavlu, Mapes - Kurz; Eberhardt. Angriff: Ranta - Damon - Gibson; Lambacher - Lavallée - Soramies; Ross - Bernhardt - Kirsch; Gelke - Helms. Tore: 1:0 (4.) Kirsch, 1:1 (18.) Just, 1:2 (24.) Svoboda 2:2 (37.) Damon, 2:3 (38.) Pompei, 3:3 (48.) Kirsch. Strafminuten: 18/20. Schiedsrichter: Daniel Kannengießer, Alexander Singer. Zuschauer: 1327.

 


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