Falken treffen auf starke Teams aus dem Osten

Eishockey  Unter dem ehemaligen Falken-Trainer Rico Rossi haben die Dresdner Eislöwen ihr Spiel verändert und jetzt einen Lauf. Bei den Sachsen treten die Heilbronner Eishockey-Profis am Freitag an, am Sonntag kommen dann die Lausitzer Füchse zum Familientag in die Kolbenschmidt-Arena.

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Zum zweiten Mal in dieser Saison trifft Stefan Della Rovere (links) gegen Dresden auf seine alten Teamkollegen, die unter Rico Rossi einen Lauf haben.

Foto: Andreas Veigel

Der Blick geht in diesen Tagen nach Osten: Bevor an diesem Sonntag, 17 Uhr, die Lausitzer Füchse nach Heilbronn kommen, treffen die Falken in der DEL2 am Freitag, 20 Uhr, auf ihren einstigen Sportdirektor und Trainer Rico Rossi. Der 54-Jährige trainiert seit Ende September die Eislöwen - und verspricht seinem alten Team einen heißen Tanz. "Die Falken interessieren mich in dem Spiel nicht", sagt der Italo-Kanadier, der noch immer Verbindungen nach Heilbronn hat. "Heilbronn ist ein Stück meines Lebens, ich war ja immerhin zehn Jahre da", sagt Rossi.

Neue Spielphilosophie bei den Eislöwen

In der Zeit haben die Falken auch den Aufstieg von der Oberliga in die DEL2 gepackt. Lange ist's her, über Kassel ist Rossi inzwischen in Dresden gelandet, wo er die schlecht gestarteten Eislöwen aus dem Tief holen soll. Im Osten war was Neues gefragt, nachdem es unter seinem Vorgänger Bradley Gratton so gar nicht lief für das ambitionierte Team. Eine neue Philosophie musste her. "Wenn du einen Verein mitten in der Saison übernimmst, dann musst du was ändern", sagt Rossi. Seine erste Amtshandlung: hoch mit der Trainingsintensität.

Der Fitnesszustand war nicht der Beste, fand der Coach. Bis heute bittet er seine Spieler an zwei Tagen die Woche gleich zwei Mal zum Training. "Das macht niemandem Spaß", sagt Rossi. Doch inzwischen trägt diese harte körperliche Arbeit Früchte. Vier ihrer fünf Duelle binnen zehn Tagen haben die Eislöwen zuletzt gewonnen - elf von 15 Punkten geholt. "Die Mannschaft läuft in die richtige Richtung", findet Rossi. Unter ihm scheinen die Eislöwen zu neuer Stärke gefunden zu haben, beeindrucken vor allem mit einem druckvollen Spiel. "Wir sind oft in der gegnerischen Zone, üben viel Druck aus und können das über 60 Minuten durchhalten."

Della Rovere freut sich auf Rückkehr nach Dresden

Klingt vertraut in Heilbronn, das spielerisch durchaus ähnlich agiert. "Mit dem Unterschied, dass die Falken das seit dem ersten Spieltag so machen", sagt Rossi. In Heilbronn ist Dresdens Aufschwung nicht verborgen geblieben, zumal ein direkter Draht in den Osten besteht. Stefan Della Rovere lief in der Vorsaison noch für die Eis-löwen auf, kennt die meisten Spieler von der Elbe. "Ich habe mit ein paar Jungs noch Kontakt", sagt der Stürmer der Falken, für den das Spiel ein besonderes ist. "Es ist noch ein bisschen mehr Wettbewerb für mich als sonst."

Familientag am Sonntag

Das Spiel gegen die Lausitzer Füchse an diesem Sonntag haben die Heilbronner Falken zum Familientag erkoren. Deswegen beginnt die Partie auch um 17 statt um 18.30 Uhr. Die Eintrittspreise an diesem Tag sind ermäßigt, die ersten 300 Kinder erhalten eine Überraschung. Zudem sind mehrere kleine Mitmachaktionen geplant. 

Vor allem vor den Angreifern der Gastgeber warnt Della Rovere. "Sie können jedem Gegner weh tun." Zumal in dieser Form. Bereits das erste Duell Mitte Oktober war eine "enge Kiste", erinnert sich Trainer Alexander Mellitzer. "Wir haben erst kurz vor Schluss in Unterzahl getroffen", sagt Mellitzer. Zuvor hatten die Falken in einem zähen Ringen viele Chancen ungenutzt liegen lassen. Zuletzt in Ravensburg waren die Heilbronner sogar ungefährlich, weshalb der Trainer nach zwei freien Tagen zu Beginn der Woche verstärkt an der Offensivzonen-Rotation gearbeitet habt.

Offensiv-Rotation war der wichtigste Trainingsinhalt

"Wir brauchen mehr Schüsse - in Kombination mit deutlich mehr Verkehr vor dem Tor", sagt der Trainer. Zumal die Aufgabe im Heimspiel am Sonntag auch nicht leichter wird. In Weißwasser hatten die Falken Mitte Oktober mit 1:2 verloren. "Die spielen ein flottes Hockey mit vielen kurzen Pässen und sie sind sehr schnell am Mann." Da passt es gut, dass Michael Knaub zurückkehrt, während Samuel Soramies in Mannheim ist.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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