Falken sind in Kassel chancenlos

Eishockey  Die Heilbronner Falken gehen im Spitzenspiel unter: 1:7 heißt es am Ende eines einseitigen Spiels gegen die Kassel Huskies, die Tabellenführer in der DEL2 bleiben. Ein Ex-Falke erzielte in der Partie einen Hattrick.

Chancenlos in Kassel

Nach einem Schlag ins Gesicht fuhr Bryce Gervais im Schlussdrittel direkt in die Kabine. Ob sich der Falken-Stürmer schwerer verletzt hat, war direkt nach Spielende noch unklar.

Foto: Andreas Veigel

Ein Spitzenspiel in der DEL 2 mit Heilbronner Beteiligung? Das hatte es seit sieben Jahren nicht mehr gegeben. Vielleicht lag es daran, dass die zweitplatzierten Falken beim Spitzenreiter Kassel keinen Fuß auf die Erde, respektive keine Kufe aufs Eis brachten. Auch in der Höhe absolut verdient gewannen die Huskies am Sonntag mit 7:1 (3:0, 2:0, 2:1). Mit seinem ersten Hattrick im Profi-Eishockey war ausgerechnet Ex-Falke Alexander Karachun der Matchwinner.

"Das war heute gar nichts. Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent, hatten kein Forechecking, waren hinten zu offen. Das war bisher das Spiel des Jahres für uns. Der Auftritt war nicht akzeptabel", watschte Alexander Mellitzer sein Team hinterher deutlich ab.

Bitteres erstes Drittel für die Falken

Die ersten 20 Minuten liefen richtig bitter für die Falken. Die Gäste kamen überhaupt nicht zur Entfaltung. Gefühlt waren die Huskies 80 Prozent in Puckbesitz, 15:3 lautete die Schussbilanz. Im Endeffekt war der 0:3-Rückstand nach 20 Minuten noch schmeichelhaft für die Heilbronner. Karachun eröffnete den Torreigen mit seinem platzierten Schuss in der fünften Minute. Topscorer Richard Mueller traf aus ähnlicher Position ebenso platziert zum 2:0 (9.). Nur 37 Sekunden später setzte Ben Duffy den Teamkollegen Ryon Moser perfekt in Szene und es stand 3:0.

Ein Alleingang von Michel Christ (14.) sowie eine siebzigsekündige doppelte Überzahl direkt im Anschluss hätten gut und gerne zum 4:0 und 5:0 führen können. Matthias Nemec, der für den von den Adlern berufenen Mirko Pantkowski wieder zwischen den Pfosten stand, war aber auf dem Posten.

Falken kommen nicht ins gegnerische Drittel

Zum nächsten Auswärtsspiel in Kasel am 28. Dezember wollen die Falken-Fanclubs Inferno, Kollektiv und die Treuen einen Sonderzug organisieren. Mindestens 350 Teilnehmer müssen gefunden werden, damit sich der Zug um circa 6.30 Uhr in Heilbronn in Bewegung setzen kann. Wer sich bis 18. Oktober anmeldet, zahlt 65 Euro für Fahrt und Ticket. Ab dem 19. Oktober sind es 75 Euro. Anmeldungen sind bei den Falken-Heimspielen möglich. 

Ins Mitteldrittel starteten die Falken mit ihrer ersten Überzahl. Doch von den beiden gefährlichsten Powerplay-Reihen der Liga war nichts zu sehen. Die Falken kamen praktisch gar nicht ins gegnerische Drittel. Etwas besser lief es bei der zweiten Gelegenheit wenig später, klare Torchancen blieben aber aus. Doch zumindest schienen die Falken nun endlich in der Partie angekommen. In der 31. Minute gelang dann endlich mal was Spielerisches: Ian Brady bediente Stefan Della Rovere, doch Gerald Kuhn parierte den Schuss aus kurzer Distanz.

Kaum war der beste Falken-Angriff passé, schlugen die Ex-Falken zu. Noureddine Bettahar bereitete das 4:0 erneut durch Karachun glänzend vor (32.). Fünf Minuten später legte Justin Kirsch das 5:0 nach. Das kleine Aufbäumen der Falken war gnadenlos niedergeschlagen. In Unterzahl hatte der wiedergenesene Louis Brune die beste Gästechance im Mitteldrittel. Doch allein vor dem Tor scheiterte der 19-Jährige an Kuhn.

Die Falken zeigen sich zu spät

Ein anderer 19-Jähriger im Falkentrikot machte es kurz nach Beginn des Schlussdrittels besser. In Überzahl gelang Yannik Valenti in bekannter Manier das 1:5 (32.). Zumindest nahm die Powerplayquote dadurch keinen nennenswerten Schaden. In den letzten 20 Minuten war es immerhin annähernd ein Spiel zwischen zwei Mannschaften, die Falken zeigten sich nur viel zu spät. Karachun mit seinem dritten Treffer und Austin Carroll schraubten den Endstand noch auf 7:1 in die Höhe.

Tor: Nemec, Gähr. Abwehr: Götz - Brady, Maginot - Mapes, Pavlu. Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais, Preto - Miller - Brune, Nikiforuk - Wruck - Soramies, Valenti - Klos - Koch, Knaub, Hon

Tore: 1:0 (5.) Karachun, 2:0 (9.) Mueller, 3:0 (10.) Moser, 4:0 (32.) Karachun, 5:0 (37.) Kirsch, 5:1 (42.) Valenti, 6:1 (51.) Karachun, 7:1 (53.) Carroll

Schiedsrichter: Patrik Gogulla, Nicole Hertrich

Strafminuten: 8/6.

Zuschauer: 3071

 


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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