Falken setzen erstes Ausrufezeichen

Eishockey  Heilbronn spielt beim 3:1-Sieg in Dresden seine Auswärtsstärke aus. Die Falken gehen damit in der Pre-Playoff-Serie gegen die Eislöwen mit 1:0 in Führung.

Von Martin Peter

Falken setzen erstes Ausrufezeichen

Da schau her: Die Heilbronner Falken haben den ersten Vergleich mit Dresden für sich entschieden und liegen in der Pre-Playoff-Serie mit 1:0 vorne.

Foto: Archiv/Andreas Veigel

 

Mental bereit sein: Das hatte Gerhard Unterluggauer von seinen Spielern gefordert. Und die Falken: Sie waren bereit. Mit 3:1 (2:0, 1:0, 0:1) gewann Heilbronn am Dienstagabend bei den Eislöwen in Dresden überraschend klar.

Damit gingen die Falken in dieser Pre-Playoff-Serie mit 1:0 in Führung und haben bereits am Freitag die Chance, zu Hause das Playoff-Viertelfinale klarzumachen. Zwar brauchten die Gäste in Dresden ein paar Minuten, um im Spiel anzukommen − danach aber zeigten sie sich gegen schwache Gastgeber kompromisslos.

Dresden ist am Drücker, Heilbronn trifft

In den ersten Minuten ging es nur in eine Richtung: die von Marcel Melichercik. Die Falken ließen sich einschnüren, zeigten wenig Gegenwehr, ließen Dresden einfach mal machen. Die Eislöwen aber wussten mit ihren Freiheiten wenig anzufangen, waren offenbar zu überrascht − und entwickelten bei ihren Chancen nur wenig Torgefahr. Auch in Unterzahl hielten sich die Falken schadlos, schienen danach indes im Spiel angekommen zu sein. Kaum wieder komplett, wurden die Falken mutiger und das Spiel vor halbleeren Rängen offener. Ihre erste Überzahl vergaben die Falken aber noch kläglich: Mut- und ideenlos war der Aufbau − schien aber zur Taktik zu gehören. Dresden wirkte danach eingeschläfert und kassierte dafür prompt die Quittung.

In der 13. Minute traf Kevin Lavallée zur etwas überraschenden Führung der Falken: Aus kürzester Distanz verwertete er einen abgefälschten Pass von Kyle Helms. Und nachdem Denis Palka von seinem Gegenspieler gelegt wurde, legten die Falken zwei Minuten später in Überzahl nach: Justin Kirsch zog von der blauen Linie einfach ab und erwischte Dresdens Marco Eisenhut auf dem falschen Fuß. Von der Kelle des Torhüters der Eislöwen flog die Scheibe zum 0:2 in die Maschen. Zwar hatten die Gastgeber noch kurz vor der Pause die dicke Chance zu verkürzen − doch an Melichercik war kein Vorbeikommen. Auf dem Weg in die Kabine bedachten die Eislöwen-Fans ihr Team mit Pfiffen.

Ein Geburtstags-Treffer von Heywood

Den Falken war das freilich herzlich egal: Sie machten auch im zweiten Drittel da weiter, wo sie im ersten aufgehört hatten. Als wieder ein Dresdner in der Kühlbox Platz nehmen musste, bauten sie die Führung aus. Kapitän Jordan Heywood machte sich mit seinem Treffer zum 3:0 an seinem 29. Geburtstag gleich selber ein Geschenk. Die Eis-löwen agierten in der Folge wütender, ein Plan war in ihrem Spiel aber nicht erkennbar.

Dresden fiel nicht viel ein, das machte es der Heilbronner Defensive leicht. Und falls doch was durchging: Melichercik war ja da. In der 24. und 26. Minute muss der Slowake ran, doch alles kein Problem. Dresden handelte sich in der Folge mehrere Strafen ein, was dem Spiel der Eislöwen wenig zuträglich war. Auf den Rängen war es − sofern nicht gepfiffen wurde − totenstill. Anspruch und Wirklichkeit klafften bei dem Team von Trainer Franz Steer, das in der Hauptrunde einen Platz in den Top Sechs angepeilt hatte, doch weit auseinander.

Dresden gibt im letzten Drittel Gas

Die Ansprache des Trainers in der Pause muss aber deutlich gewesen sein: Dresden legte zu Beginn des letzten Abschnitts zumindest die in den Playoffs gebotene Härte an den Tag und hatte auch etwas mehr vom Spiel. Heilbronn aber war an diesem Abend unerschütterlich. Das 1:3 der Dresdner 53 Sekunden vor Schluss in Überzahl − Brandon Alderson hatte eine Spieldauerstrafe kassiert − kam zu spät. Die Falken gewannen − und haben am Freitag Matchball.

 

Statistik

Tor: Melichercik, Frensel. Abwehr: Kurz - Heywood; Mapes - Götz; Kronthaler - Martens. Angriff: Bernhardt - Alderson - Ross; Lavallée - Heatley - Helms; Kirch - Plihal - Palka; Eberhardt - Fink. Tore: 0:1 (13.) Kevin Lavallée, 0:2 (15.) Justin Kirsch, 0:3 (22.) Jordan Heywood; 1:3 (60.) Martin Davidek. Strafminuten: 10/4. Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Christoffer Hurtik. Zuschauer: 1373.