Falken rutschen entspannt ins neue Jahr

Eishockey  Beim Tabellenzweiten der DEL2 herrscht vor dem Doppel-Wochenende gegen Bad Nauheim beste Laune. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Was die Personalsituation anbelangt, stehen die ersten Rückkehrer in den Kader in den Startlöchern.

Email
Falken rutschen entspannt ins neue Jahr

Einer, der den Fans gerade richtig viel Spaß bereitet, ist Davis Koch. "Ein richtig intelligenter, toller Spieler", lobt Manager Atilla Eren den Stürmer, der allein im Dezember elf Scorerpunkte sammelte.

Foto: Andreas Veigel

Zum Jahresauftakt steht den Heilbronner Falken ein Doppelwochenende bevor. Am Freitag (19.30 Uhr) geht es nach Bad Nauheim, am Sonntag (18.30 Uhr) sind die Roten Teufel zu Gast in der Kolbenschmidt-Arena. Bisher haben die dezimierten Falken die spielintensive Phase um Weihnachten und Neujahr bestens gemeistert. In den Duellen mit dem Tabellenvierten der DEL2 lässt sich der Vorsprung nach hinten weiter vergrößern. "Die Burschen machen einen Superjob", lobt Trainer Alexander Mellitzer.

Als Tabellenzweiter lässt sich entspannt aufs neue Jahr blicken, zumal demnächst einige Spieler in den Kader zurückkehren werden. Stefan Della Rovere trainiert wieder, die U20-WM-Teilnehmer Louis Brune und Yannik Valenti kommen nächste Woche zurück, Valentino Klos ist möglicherweise schon am Wochenende mit dabei.

In der jüngeren Vergangenheit ging es zur Jahreswende deutlich weniger entspannt zu

  • Jahreswechsel 18/19: Nach sechs Siegen in Serie im Dezember schwächelten die Falken zum Jahreswechsel. Das letzte Spiel 2018 ging mit 2:6 in Frankfurt verloren, die erste Partie 2019 war eine 3:4-Heimniederlage gegen Kaufbeuren. Der erste Derbysieg unter der Ägide von Trainer Alexander Mellitzer am 4. Januar vor 3792 Zuschauern in der Kolbenschmidt-Arena tat entsprechend gut. Matchwinner war Kapitän Derek Damon, der den entscheidenden Penalty zum 4:3 verwandelte. Manager Atilla Eren hatte zum Jahreswechsel ein bemerkenswertes Interview gegeben, in dem er einräumte, während seiner Amtszeit mehrfach ans Aufgeben gedacht zu haben. Hängen blieb auch folgender Satz: "Nach einem schlechten Wochenende landet man in der Hölle."

  • Jahreswechsel 17/18: Nach einem durchwachsenen Dezember demonstrierten die Falken zum Jahreswechsel erstmals ihr wirkliches Potenzial. Der Tabellenzehnte schlug nacheinander die DEL-2-Meister der drei vorangegangen Jahre: 2:0 gegen Kassel, 4:1 gegen Frankfurt, 6:5 gegen Bietigheim. Dazwischen gab es noch einen Auswärtserfolg in Weißwasser. Zu Saisonbeginn noch Kanonenfutter, hatte Heilbronn den Weg Richtung Pre-Playoffs eingeschlagen. "Wir haben umstrukturiert, dann gesäht, geschaut, gemäht und jetzt ernten wir", sagte Trainer Gerhard Unterluggauer. "Die Jungs haben kapiert, dass Gewinnen Spaß macht."

  • Jahreswechsel 16/17: Das letzte Spiel des Jahres war das Kellerduell bei den Eispiraten Crimmitschau. Der 5:2-Erfolg verbunden mit dem Sprung auf den drittletzten Platz gab Hoffnung auf ein besseres 2017. "Alle haben gemerkt, dass wir besseres Eishockey spielen, wenn wir diszipliniert und kompakt agieren", hatte Trainer Fabian Dahlem einen Lerneffekt bemerkt. Das 0:4 zum Jahresauftakt beim SC Riessersee sorgte aber schnell wieder für Ernüchterung. Kuriosum am Rande: Obwohl Schlusslicht der Liga, verfügten die Falken zum Jahreswechsel über das gefährlichste Powerplay (Erfolgsquote 24,8 Prozent).

  • Jahreswechsel 15/16: Eine gruselige Atmosphäre herrschte rund um die Kolbenschmidt-Arena. Der Tabellenletzte ging im letzten Spiel 2015 mit 1:6 in Frankfurt unter, verlor zum Jahresauftakt 1:4 gegen Crimmitschau und ließ zwei Tage später ein 2:8 in Garmisch folgen. Trainer Mannix Wolf bat zur großen Aussprache: "Ich habe den Spielern erklärt, dass die Arbeitsethik stimmen muss. Die Teamleistung muss immer da sein." War sie aber auch in der Folge nicht, vier Wochen später wurde Wolf entlassen.

  • Jahreswechsel 14/15: Die Falken am Boden. Ab Mitte November setzte es 13 Niederlagen in Serie, darunter das berüchtigte 2:12 in Frankfurt. Zum Jahreswechsel setzte es für das Schlusslicht beim Drittletzten in Crimmitschau ein 0:8. "Ich hoffe, dass das der absolute Tiefpunkt war", sagte Trainer Gerd Wittmann. War es nicht. Die Saison endete mit dem sportlichen Abstieg.

Michael Knaub fehlt nur für ein Spiel

Falkenstürmer Michael Knaub hat nach seiner Spieldauerstrafe aus der Partie gegen die Löwen Frankfurt keine weitere Sperre erhalten. "Nach Würdigung der Beweismittel sieht der Disziplinarausschuss keinen Anlass für eine weitere Bestrafung des Spielers", teilte das DEL-2-Gremium zum Jahreswechsel mit. Knaub hatte am Montag wegen eines Checks gegen den Kopf von Darren Mieszkowski in die Kabine gemusst. Da es bereits die fünfte Disziplinarstrafe gegen den 24-Jährigen in dieser Saison war, ist Knaub aber automatisch für ein Spiel gesperrt.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

Kommentar hinzufügen