Falken rauben Kaufbeuren den letzten Nerv

Eishockey  Die Heilbronner Falken zeigen beim ESV Kaufbeuren eine starke Mannschaftsleistung und zerlegen die Allgäuer am Ende mit 8:2. Es war der zweite Sieg am Wochenende. Und vom Trainer gab es Lob.

Falken rauben Kaufbeuren den letzten Nerv

Auch die vierte Reihe der Falken mit Sebastian Hon, Davis Koch und Louis Brune trug in Kaufbeuren wieder einen Treffer zum Falken-Sieg bei.

Foto: Andreas Veigel

Das tat der Falken-Seele richtig gut: Zwei Tage nach dem ersten Saisonsieg und der soliden Leistung gegen Landshut hat sich das Team von Alexander Mellitzer noch einmal gesteigert - und am Sonntag, angeführt von einem starken Derek Damon, furios mit 8:2 (1:1, 3:1, 4:0) in Kaufbeuren gewonnen. "Ein absolut positives Wochenende für uns", sagte der Trainer, der seine Mannschaft für ihre Kompaktheit lobte.

Der Frust musste raus, mit einem Schlag auf das Eis machte Ian Brady seinem Unmut mit der ersten Sirene Luft. 1:1 nach zwanzig Minuten - unnötig. Völlig. Weil die Falken besser waren, aber zu wenig aus dem Übergewicht machten. Was recht zäh begann, weil beide Teams sich schwer taten, ihr Spiel aufzuziehen und Torchancen zu kreieren, wurde mit der Zeit einseitig. Die Falken arbeiteten sich übers Forechecking in die Partie, Kaufbeuren kam damit kaum zurecht, wirkte zuweilen sogar schläfrig. "Wir waren nicht bereit", urteilte Kaufbeurens Max Schmidle.

Dylan Wruck tanzt die Kaufbeurer Abwehr aus

Aber eben auch, weil die Gäste so wunderbar nervten, die erste Chance von Sami Blomqvist, die Matthias Nemec im Kasten in aller Seelenruhe parierte, wegsteckten und nie locker ließen. Und sie trafen auch: Dylan Wruck tanzte in der neunten Minute mal eben zwei Allgäuer elegant aus und schob zur Führung ein. Fein gemacht. Da zahlte sich die DEL-Erfahrung des Neuzugangs doch aus. Die Falken hatten das Sagen, spielten flüssig, engagiert und hatten die große Chance auf 2:0 zu erhöhen.

Aus einer einfachen Überzahlsituation wurde schnell eine doppelte, über eine Minute fünf gegen drei, es fiel aber kein Tor. Die Falken bewegten sich gut, spielten die Joker schon fast schwindelig. Aber sie schossen eben zu wenig und vergaben die große Gelegenheit. Bei fünf gegen vier hätte das Team fast noch ein Gegentor kassiert. Glück gehabt, aber nur in der Szene. Kaufbeuren berappelte sich, kam wieder und traf 31 Sekunden vor der Pause. Das ärgerte nicht nur Brady.

Die Falken haben eine schnelle Antwort parat

Der Frust wich indes schnell, weil Heilbronn in Überzahl nachlegte. Sogar zwei Mal. Erst war es Kapitän Damon, der nach 30 Sekunden im zweiten Drittel das 2:1 erzielte. Zehn Minuten später machte dann der frei gespielte Yannik Valenti mit seinem gefürchteten Hammer das 3:1. Bislang gab es nichts auszusetzen. Zwar verkürzten die Allgäuer eine Minute später. Die Falken indes hatten eine noch schnellere Antwort parat: Valentino Klos stellte nur 24 Sekunden später wieder den alten Abstand her. Sauber. Auch ihr erstes Unterzahlspiel meisterten die Gäste bravourös, entnervten die Kaufbeurer regelrecht.

In der Summe ein starkes Drittel. Überzahl: stark. Unterzahl: wunderbar. Und im fünf gegen fünf war Heilbronn das bessere Team. Mit dem nervenden Forechecking ergab das die richtige Mischung, um Kaufbeuren nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Stark war auch der Wille, wofür die Szene von Marcus Götz in der 27. Minute stellvertretend steht. Der Schwede warf sich heroisch in einen Schuss und rettete mit einer Parade für den geschlagenen Nemec.

Heilbronn durchkreuzt die Pläne des Gegners

Kaufbeuren stellte für den letzten Abschnitt die Reihen um. Nutzte nur nichts. Nach 44 Sekunden waren die Pläne obsolet. Weil Pierre Preto das 5:2 markierte. Und weil Louis Brune bald nachlegte. 6:2. Kaufbeuren ließ zwar nicht locker, hatte aber keinerlei Idee. Heilbronn nutzte ein weiteres Powerplay zum 7:2 durch Dylan Wruck, Bryce Gervais setzte den Schlusspunkt zum 8:2.

Tor: Nemec, Pantkowski. Abwehr: Götz - Brady; Maginot - Mapes, Pavlu - Möller. Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais; Preto - Miller - Brune; Valenti - Nikiforuk - Wruck; Hon - Klos - Koch. Tore: 0:1 (9.) Wruck, 1:1 (20.) Eichinger, 1:2 (21.) Damon, 1:3 (31.) Valenti, 2:3 (32.) Gracel, 2:4 (32.) Klos, 2:5 (41.) Preto, 2:6 (44.) Brune, 2:7 (57.) Wruck, 2:8 (60.) Gervais. Strafen: 12/2. Schiedsrichter: Patrick Altmann, Robert Aumüller. Zuschauer: 2186.


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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