Falken mit 6:3 gegen Kaufbeuren zurück auf dem Erfolgsgleis

Eishockey  Zwei Drittel mühen sich die Heilbronner, dann platzt gegen Kaufbeuren im DEL-2-Spiel der Knoten. Unterhaltsam sind allerdings nur die finalen zehn Minuten.

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Falken mit 6:3 gegen Kaufbeuren zurück auf dem Erfolgsgleis

Davis Koch und seine Heilbronner Falken wurden nur scheinbar in die Knie gezwungen. Gegen Kaufbeuren genügte ein starker Zwischenspurt für die drei Punkte.

Foto: Andreas Veigel

Es war am Freitagabend lange kein schönes Eishockeyspiel in der Kolbenschmidt-Arena. 50 Minuten boten die zuletzt drei Mal sieglosen Falken und der ESV Kaufbeuren üble Magerkost. In den finalen zehn Minuten zeigten die Heilbronner den größeren Willen und gewannen verdient mit 6:3 (1:1, 1:1, 4:1).

Die spielerische Kehrtwende ließ lange auf sich warten. Ähnlich wie zuletzt im Derby gegen Bietigheim wirkten alle Aktionen der Gastgeber gehemmt. Die ungezügelten Puckjäger waren noch nicht wieder zurück. Da Kaufbeuren nun auch nicht gerade ein Feuerwerk auf dem Eis abbrannte, hatte das Spiel den Zug eines alten Kaugummis.

Eine Gegentor aus dem Nichts

Eher aus dem Nichts gingen die Gäste in Führung. Nach einem Bully kam Florian Thomas erstaunlich frei zum Schuss. Zeitgleich verschob ein Falkenspieler das Tor. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis und erkannten den Treffer dann an.

Am Spiel änderte das nichts. Die Falken kamen trotzdem schnell zum Ausgleich. Durch gutes Forechecking gelang es, Dylan Wruck zentral vorm Tor freizuspielen. Der DEL-2-Topscorer ließ Stefan Vajs im ESV-Tor keine Abwehrchance.

Danach zelebrierten die Gäste in zwei Überzahlspielen die neue Langsamkeit, verbrachten die meiste Zeit mit dem Puck hinter dem eigenen Tor, um in aller Ruhe zu wechseln. Das kam der Penaltykilling-Formation der Falken entgegen, die dadurch wenig Mühe hatten, die Kaufbeurer vom eigenen Tor fernzuhalten.

Im zweiten Drittel blieb das Spiel Stückwerk. Fehler auf beiden Seiten verhinderten jeglichen Spielfluss. Dieses Mal erzielten die Falken einen Treffer aus dem Nichts. In Überzahl hätten die Gastgeber um ein Haar das 1:2 durch Sami Blomqvist kassiert, Mirko Pantkowski hatte gerade noch mit einem Hechtsprung den Puck weggespitzelt. Der folgende Befreiungsschlag führte zum Treffer auf der Gegenseite. Der wohl schon auf Abschiedstour befindliche Eero Savilahti nahm den Pass entgegen und zog einfach mal ab.

Die 2:1-Führung brachte aber keine Sicherheit in die Aktionen. Die Fehlerzahl blieb enorm hoch. Den Ausgleich verschenkten die Falken schließlich mit einem unmotivierten Pass im eigenen Drittel. Den Schuss von Alexande Thiel wehrte Pantkowski noch ab, beim Abstauber von Blomqvist zum 2:2 war der Goalie machtlos.

Immerhin begannen jetzt die starken fünf Minuten der Heilbronner. Beinahe wären sie gekrönt worden, doch Stefan Della Rovere traf in der 33. Minute nur den Pfosten. Nach diesen fünf Minuten sackte die Partie wieder auf das bescheidene Niveau von zuvor ab.

Fürs Schlussdrittel hatten sich die Falken noch einen kleinen Energieschub aufgehoben. Der genügte aber schon, um die drei Punkte klarzumachen. Tim Miller sorgte mit einem Schuss für Verwirrung vor dem Kaufbeuerer Tor, Vajs wusste für einen Moment nicht, wo die Scheibe war. Dafür aber Samuel Soramies, der zum 3:2 abstaubte.

Falken-Motto: Raus aus dem Schlafwagen

Weiterhin lief längst nicht alles rund, aber die Falken hatten jetzt zumindest den Schlafwagenmodus überwunden. Mit purem Willen drückte Bryce Gervais in der 52. Minute einen Abpraller an Vajs vorbei zum 4:2 ins Netz. Jetzt kamen auch die Zuschauer langsam auf ihre Kosten. Es gab Action auf dem Eis. Keine zwei Minuten später legte Della Rovere das 5:2 nach.

Eigentlich die Entscheidung. Dachten auch die Falkenspieler und kassierten 13 Sekunden später den 3:5-Anschluss durch Daniel Oppolzer. Spannend wurde es aber nicht mehr. Denn Branden Gracel erhielt eine Fünf-Minuten-Strafe, nachdem er Ian Brady mit dem Schläger im Gesicht getroffen hatte. Kurz vor Schluss legte Della Rovere noch das 6:3 nach.


Tor: Pantkowski, Nemec; Abwehr: Götz - Brady, Maschmeyer - Pavlu, Mapes - Maginot, Wirth; Angriff: Savilahti - Damon - Della Rovere, Koch - Wruck - Gervais, Soramies - Miller - Preto, Möller - Klos - Brune.

Tore: 0:1 (5.) Thomas, 1:1 (7.) Wruck, 2:1 (23.) Savilahti, 2:2 (30.) Blomqvist, 3:2 (46.) Soramies, 4:2 (52.) Gervais, 5:2 (54.) Della Rovere, 5:3 (54.) Oppolzer, 6:3 (59.) Della Rovere.

Strafminuten: 12/37.

Schiedsrichter: Ruben Kapzan, Ulpi Sicorschi.

Zuschauer: 1603.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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