Falken gelingt die Quadratur des Kreises

Eishockey  Gegen die Lausitzer Füchse haben die schwachen Heilbronner lange nichts zu melden. Am Ende steht aber ein 5:4-Sieg für die Falken.

Von Martin Peter

Heilbronner Falken Leon Frensel
Torhüter Leon Frensel wehrt einen Schuss von Steve Saviano ab.

Nichts weniger als einen neuen Lauf: Das hatte sich der Trainer der Heilbronner Falken von seinem Team zum Auftakt in das letzte Drittel der Hauptrunde in der DEL 2 gewünscht. Nun: Sein Team hat ihn offenbar erhört, und gegen die Lausitzer Füchse zumindest einmal den Anfang gemacht.

Gegen den Tabellendritten setzten sich die Unterländer am Freitagabend mit 5:4 (2:1, 1:0, 2:3) durch und fuhren wichtige drei Punkte ein. Die kamen aber auf seltsame Weise zustande, zumal den Falken im ersten Drittel die Quadratur des Kreises gelang.

Offensiv fanden die Falken gar nicht erst statt

Wie man ein Drittel komplett auf den Kopf stellt: Das können die Heilbronner Falken vermutlich auch am Tag nach diesem Spiel noch nicht erklären. Bald 18 Minuten lang hatten die schwachen Gastgeber mal so gar nichts zu melden. Defensiv alles andere als sattelfest, fanden sie Falken offensiv erst gar nicht statt. Einmal, in der ersten Minute, tauchten Roope Ranta und Derek Damon zwar gefährlich vor dem Tor von Maximilian Franzreb auf – sie waren aber zu verspielt, und gaben gar keinen Schuss aufs Tor ab. Und das sollte es vorerst gewesen, was die Offensive anging.

Im Gegensatz zu Weißwasser, die Gäste hatten klare Vorteile, spielten wahnsinnig unaufgeregt, hatten das Spiel jedoch jederzeit im Griff. Leon Frensel, der für den erkrankten Mirko Pantkowski im Tor stand, konnte sich mehrmals auszeichnen. An ihm lag es jedenfalls nicht, dass die Gäste bald in Führung gingen – bei aller Häme aus dem Gästeblock.

Die Falken ließen ausgerechnet den Spieler ungedeckt, der am nächsten zum Tor stand. So hatte Anders Eriksson leichtes Spiel: Unbedrängt konnte er die Scheibe annehmen, sich drehen, Frensel verladen: und entspannt einschieben. 0:1. Auch in der Folge war die Partie einseitig.

Gäste hatten in Unterzahl die beste Chance

Heilbronner Falken jubeln über Derek Damon
Die Falken jubeln um den Torschützen Derek Damon (Mitte) nach dessen Treffer zum 2:1.

Das änderte auch das Powerplay der Heilbronner ab der neunten Minute nicht wirklich. Denn die beste Chance hatten erneut die Unterzahl spielenden Gäste. Doch Frensel war auf dem Posten. Trotzdem stand es zur Pause 2:1 für die Falken. Warum? Weil Marcus Götz nach Pass von hinter dem Tor mit dem zweiten Schuss der Falken überhaupt das 1:1 erzielten. Und weil Derek Damon in allerletzten Sekunde das 2:1 markierte – und damit den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte. Diese Führung: Sie war völlig unverdient.

Aber was scherte es die Falken? Wenig Aufwand, maximaler Ertrag: So durfte es es weitergehen. Allerdings investierten die Falken nun deutlich mehr, so dass sich nach der Pause ein ausgeglichenes Spiel entwickelte.

 

Hochklassig war es deswegen noch lange nicht, aber aus Sicht der Gastgeber besser. Klar: Abgesehen vom Ergebnis konnte es ja nur besser werden. Lange Zeit lebte das Duell indes von der Spannung, die sich aus dem Spielstand ergab. Gegen Ende des zweiten Drittels aber hatten die Falken die Oberhand gewonnen, mehr und vor allem bessere Chancen.

Gnadenloser Kapitän macht verdienten Punkt

Sofern auch die Lausitzer Füchse gefährlich wurden, hatte Frensel alles im Griff, war bis dato ein starker Rückhalt. Vorne aber brauchte es jedoch ein Powerplay, um doch noch zuzuschlagen. Und auch das lief zunächst alles andere als nach Plan. So brauchten die Falken lange, um ihre Formation zu finden und die Füchse unter Druck zu setzen. Als es so weit war, fiel auch das 3:1: Einen Schuss von Brock Maschmeyer blockte der Tabellendritte der DEL 2 zwar. Den Abpraller jedoch schob Maschmeyer rüber zu Damon. Der Kapitän war gnadenlos und überwand Franzreb im kurzen Eck zum 3:1. Verdient.

Doch sollte die Führung tatsächlich reichen? Nicht nur das. Die Falken legten sogar recht bald nach. In der 43. Minute markierte Tim Bernhardt das 4:1 und stieß damit das Tor zum Sieg weit auf. Als die Gäste Mitte des Drittels eine Überzahl schadlos überstanden, fing die Party langsam an. Kyle Helms machte mit dem 5:1 in das leere Tor alles klar. Eigentlich. Denn die Gäste kamen zurück. Weil Heilbronn Fehler machte, und Weißwasser eiskalt war. Eine Minute vor Schluss stand es plötzlich nur noch 4:5. Es wurde noch einmal eng. Es blieb aber beim knappen Sieg.


Tor: Leon Frensel, Tom Schickedanz. Abwehr: Götz - Kurz; Maschmeyer - Sharrow, Mapes - Pavlu; Eberhardt. Angriff: Ross - Bernhardt - Kirsch; Ranta - Damon - Gibson; Helms - Soramies - Lambacher; Gelke. 
Tore: 0:1 (5.) Eriksson, 1:1 (18.) Götz, 2:1 (20.) Damon, 3:1 (40.) Damon, 4:1 (43.) Bernhardt, 5:1 (55.) Helms, 5:2 (58.) Adam, 5:3 (58.) Reichel, 5:4 (59.) George. Strafen: 8/4. Schiedsrichter: Lukas Kohlmüller, Stefan Vogl. Zuschauer: 1491.

 

 


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