Falken drehen 0:2-Rückstand zum Sieg

Eishockey  Bemerkenswertes Comeback der Heilbronner bei den Löwen Frankfurt. Kevin Maginot erzielt den 4:3-Siegtreffer in der Overtime. Nur zwölf Sekunden hatten den Falken zum Sieg in der regulären Spielzeit gefehlt.

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Falken drehen 0:2-Rückstand zum Sieg

Ein starker Auftritt an seiner alten Wirkungsstätte: Kevin Maginot steuerte ein Tor uns zwei Assists zum Sieg in Frankfurt bei.

Foto: Archiv/Veigel

In einem DEL-2-Spiel, in dem die Punkte den Falken wahrlich nicht entgegen schwammen, hat das Team demonstriert, warum es auch zum Jahresende ganz weit oben in der Tabelle zu finden ist. Bei den vor Saisonbeginn als Topfavoriten gehandelten Löwen Frankfurt gelang den weiterhin dezimierten Heilbronnern am Montag ein 4:3 (0:2, 1:0, 2:1)-Sieg in der Verlängerung.

Kevin Maginot sicherte in der 63. Minute den zweiten Punkt, dabei hatten den Falken sogar nur zwölf Sekunden gefehlt, um sogar deren drei aus der Frankfurter Eissporthalle mitzunehmen.

Michael Knaub muss bereits in der sechten Minute vorzeitig vom Eis

Teil zwei der Heilbronner Hessen-Trilogie begann bitter. Eine Sechsfach-Chance der Löwen und einen Alleingang vom letztjährigen Falken-Topscorer Roope Ranta konnte Matthias Nemec in der fünften Minute noch entschärfen. Doch dann kam es knüppeldick, um nicht zu sagen knaubeldick. Iron Mike checkte übermotiviert den strauchelnden Darren Mieszkowski Kopf voran in die Bande. Das rief dessen großen Bruder Mike auf den Plan, der Michael Knaub per Crosscheck zu Boden brachte. Der war aber natürlich schnell wieder auf den Beinen, um sich zu rächen. Mit Müh und Not bekamen die Referees die Zwei-Meter-Hünen auseinander dividiert. Für Heilbronns Strafenkönig war die Partie vorzeitig beendet.

Die Folge: ein erstes Gegentor im Vier gegen Vier, ein zweites in der anschließenden dreiminütigen Unterzahl. Vor dem 0:1 ließ sich Kevin Maginot leichtfertig von Adam Mitchell die Scheibe klauen, Stephen MacAulay überwand Nemec (7. Minute). Das Powerplay der Frankfurter war zwar null konstruktiv, doch mit einer Einzelaktion gelang Maximilian Faber doch das 2:0 (10.). Ohne den einmal mehr unerhört starken Nemec im Kasten hätte dieses erste Drittel ganz bitter werden können für die Falken. Allein Ranta hatte zwei weitere Eins-gegen-Eins-Einschussgelegenheiten. Bei der besten Falken-Chance stand Kapitän Derek Damon der Pfosten im Weg (18.).

Tim Miller bringt die Falken zurück ins Spiel

Die Drittelpause tat den Gästen gut, um sich neu zu sortieren. Jan Pavlu hatte den Schläger in der 25. Minute schon zum Jubeln emporgereckt, doch sein Schuss landete erst unter Löwen-Goalie Jimmy Hertel und flutschte dann die Linie entlang am Tor vorbei. Zwei Minuten später war es dann aber soweit. Kapitän Damon ergatterte die Scheibe im gegnerischen Drittel, schoß Richtung Tor und Tim Miller staubte zum 1:2 ab (27.).

Die Falken waren jetzt am Drücker. Besonders in der folgenden Überzahlsituation. Der immer noch im Aggro-Modus befindliche Mike Mieszkowski hatte Damon abseits des Spielgeschehens einen Stockschlag verpasst und war mit zwei Minuten milde bestraft worden. Doch trotz immensen Drucks und gekonnt herausgespielter Chancen gelang kein zweites Tor.

Eero Savilahti erzielt sein erstes DEL-2-Tor

Doch die Falken hatten auch im Schlussdrittel klar Oberwasser. Per Abpraller aus der Luft glich Eero Savilhati zum 2:2 aus (46.). Das erste DEL-2-Tor für den Finnen in seinem zweiten Spiel. Und es kam noch besser für die immer souveräner werdenden Falken. Davis Koch staubte zur 3:2-Führung ab (54.).

Den Löwen fiel wenig bis nichts ein. 90 Sekunden vor dem Ende nahmen sie den Goalie vom Eis. Bryce Gervais traf statt des leeren Tores nur den Pfosten. So bekamen die Frankfurter nochmal die Chance und MacAulay traf im Nachschuss zum mehr als glücklichen 3:3-Ausgleich. In der Verlängerung krönte dann der starke Maginot seine Leistung mit dem Siegtreffer.


Tor: Nemec, Schickedanz; Abwehr: Brady - Götz, Maschmeyer - Pavlu, Maginot - Mapes, Wirth; Angriff: Savilahti - Damon - Miller, Gervais - Wruck - Koch, Detig - Knaub - Ribarik, Möller, Majewski.

Tore: 1:0 (7.) MacAulay, 2:0 (10.) Faber, 2:1 (27.) Miller, 2:2 (46.) Savilahti, 2:3 (54.) Koch, 3:3 (60.) MacAulay, 3:4 (63.) Maginot

Strafminuten: 20/45

Schiedsrichter:Sven Fischer, Patrick Gogulla

Zuschauer: 5535


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig. 

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