Falken beenden schwarze Auswärts-Serie

Eishockey  Nach zehn sieglosen Auswärtsspielen in Serie gewinnt Heilbronn bei Schlusslicht Freiburg mit 5:2 und macht einen weiteren Schritt in Richtung Pre-Playoffs.

Von Stephan Sonntag
Falken beenden schwarze Auswärts-Serie

Roope Ranta setzte in Freiburg den Schlusspunkt zum 5:2. Anschließend ließ sich der Heilbronner Goldhelm allerdings zu einem fiesen Foul gegen Freiburgs Marc Wittfoth hinreißen und kassierte eine Spieldauerstrafe.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Es war kein Eishockey-Feuerwerk, das die Heilbronner Falken am Freitag auf dem Freiburger Eis abbrannten. Es war vielmehr ein über 59:24 Minuten hoch seriöser, abgeklärter Auftritt, der genau das einbrachte, was er einbringen sollte: Drei Punkte nämlich. Einzige Ausnahme waren 36 ganz wilde Sekunden im Mitteldrittel, in denen die Partie durchaus hätte kippen können.

So aber stand am Ende nach zehn sieglosen Auswärtsspielen in Serie der ersehnte und verdiente 5:2 (1:0, 2:1, 2:1)-Erfolg für das Team von Trainer Alexander Mellitzer fest und damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Pre-Playoffs getan. Am Sonntag (18.30 Uhr) empfangen die Falken im drittletzten DEL-2-Hauptrundenspiel die Roten Teufel aus Bad Nauheim.

"Das war eine solide Auswärtsleistung. Der entscheidende Moment war das schnelle 3:1 für uns nach dem Anschlusstreffer", sagte Mellitzer.

Doch von Anfang an: Entgegen der Ankündigungen boten die Falken keine vier Sturmreihen auf, da Brad Ross doch noch nicht einsatzfähig war. Dafür stand Janik Möser von den Adlern zur Verfügung und bestritt in der Verteidigung sein viertes DEL-2-Spiel für Heilbronn.

Führung in der 12. Minute 

Die Falken begannen so, wie sie schon in den vorangegangenen vier Spielen aufgetreten waren. Kompakt nach hinten, zweikampfstark in der neutralen Zone, aggressiv im Forechecking. Ausgehend von dieser stabilen Defensive gingen die die Gäste in der 12. Minute in Führung. Ein gewonnener Puck im gegnerischen Drittel, blindes Verständnis der ersten Sturmreihe und ein präziser Schuss aus spitzem Winkel, genau zwischen Pfosten und Freiburgs Goalie Matthias Nemec hindurch. Greg Gibson war der Torschütze.

Freiburg kam nur selten gefährlich vor das Falken-Tor. Einige Querpässe fanden keine Abnehmer, ansonsten war Mirko Pantkowski zur Stelle.

Ganz ähnlich wie das 1:0 fiel auch das 2:0. Dieses Mal war Kyle Helms der Passgeber und Alex Lambacher der Abnehmer. Wieder brauchte Nemec zu lange, um das kurze Eck zu schließen. Das Tor in der 28. Minute fiel zum idealen Zeitpunkt. Gerade hatte Freiburg zum ersten Mal richtig Druck erzeugt und war dem Ausgleich nahe gekommen. Jetzt schien alles für die Falken zu laufen.

Katastrophen-Pass  führt zum 4:1

Doch im Eishockey wendet sich das Blatt oft unheimlich schnell. Dieses Mal war eine springende Scheibe der Auslöser. Der nach Verletzungspause zurückgekehrte Kevin Lavallée blockte einen Pass von Nikolas Linsenmaier, der Puck sprang senkrecht in die Luft, Lavallée verfehlte sie mit seinem Klärungsversuch, Linsenmaier machte es besser, passte zum freistehenden Ryon Moser und es hieß aus heiterem Himmel 1:2 (32.). Sekunden später musste Brad McGowan die Scheibe aus kurzer Distanz nur noch ins leere Tor feuern, doch Pantkowski war mit einer Monster-Tat zur Stelle und verhinderte den Ausgleich. Es folgte ein astreiner Gegenzug über Derek Damon und Roope Ranta, den der zuletzt enorm torgefährliche Brock Maschmeyer zum 3:1 (33.) abschloss. Es war bereits das zehnte Saisontor für den Verteidiger.

Ein Katastrophen-Pass eines Freiburger Verteidigers lud Lavallée im Schlussdrittel zum 4:1 ein. Der Heilbronner Stürmer ließ sich in der 48. Minute nicht zweimal bitten. In Überzahl verkürzte Sergej Stas zwar noch einmal für Freiburg (54.), doch wieder hatten die Falken sofort eine Antwort parat. 71 Sekunden nach dem 2:4 traf Roope Ranta zum 5:2-Endstand. Der Finne sorgte allerdings auch für den unschönen Schlusspunkt. Gut zwei Minuten vor dem Ende ließ sich Ranta zu einem Stockstich gegen Marc Wittfoth hinreißen, obwohl das Spiel bereits unterbrochen war. Das brachte ihm eine Spieldauerstrafe ein. "Dumm, sehr dumm", kommentierte Mellitzer die Aktion mit klaren Worten.

Tor: Pantkowski, Mnich; Abwehr: Maschmeyer - Kurz, Möser - Sharrow, Pavlu - Mapes, Eberhardt; Angriff: Ranta - Damon - Gibson, Lavallée - Bernhardt - Kirsch, Helms - Lambacher - Soramies, Gelke - Bettahar.

Tore: 0:1 (12.) Gibson, 0:2 (28.) Lambacher, 1:2 (32.) Moser, 1:3 (33.) Maschmeyer, 1:4 (48.) Lavallée, 2:4 (54.) Stas, 2:5 (55.) Ranta

Strafminuten: 6/33.

Schiedsrichter: Christoffer Hurtik / Erich Singaitis

Zuschauer: 1789.


Kommentar hinzufügen