Entspannte Fahrt für die Falken in die verbotene Stadt

Eishockey  Während den Bietigheim Steelers das Horrorszenario der Abstiegsrunde droht, haben die Heilbronner Falken ihr Saisonziel bereits erreicht. Trainer Alexander Mellitzer schont einige Leistungsträger im Hinblick auf die Playoffs.

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Einen Punkt brauchen die Falken noch, um sich das Heimrecht fürs Viertelfinale zu sichern. Foto: Andreas Veigel

Während in Bietigheim die Angst vor den Playdowns umgeht, fahren die Falken am Freitag ganz entspannt und voller Vorfreude zum DEL-2-Derby in die verbotene Stadt. Sämtliche Tickets für die Gästebereiche sind ausverkauft. Wenn um 19.30 Uhr das erste Bully gespielt wird, wird Playoff-Atmosphäre herrschen.

"Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, wir gehen es nicht entspannt an", sagt Alexander Mellitzer. Der Falkencoach hat zwar hart trainieren lassen, aber mit der direkten Playoffqualifikation ist das erste Saisonziel seit Sonntag unter Dach und Fach. Einen Punkt braucht sein Team noch, um sich das Heimrecht fürs Viertelfinale zu sichern. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, werden Stefan Della Rovere, Ian Brady, Samuel Soramies und Matthias Nemec am Wochenende geschont. Dafür kehrt Jordan Samuels-Thomas in den Kader zurück. Anderswo in der DEL 2 träumt man vor dem Hauptrundenabschluss von solch einer komfortablen Situation.

Ein Überblick über die Zitter-Standorte

Bietigheim 

Mit einem Derbysieg wären die Steelers sicher in den Pre-Playoffs. Sich darauf zu verlassen, die entscheidenden Zähler am Sonntag beim Tabellenzweiten in Kassel einzufahren, wäre fatal. Denn bei zwei Niederlagen könnte das Team von Trainer Marc St. Jean sogar noch in die Abstiegsrunde rutschen. Ein Horrorszenario für den Club, der doch nach der nächsten Saison mit der DEL liebäugelt.

Bad Nauheim

Zwischen Platz vier und zehn könnten die Hessen rein theoretisch im Abschlussklassement enden. Wobei es schwierig werden dürfte, in zwei Spielen fast 50 Tore auf die Falken gutzumachen. Die positive Nachricht für die Roten Teufel: "Wir haben es noch immer in eigener Hand", wie Trainer Christof Kreutzer betont. Schließlich geht es in den letzten beiden Partien gegen die direkten Konkurrenten Bad Tölz und Kaufbeuren.

Bayreuth

Lange zierten die Tigers das Tabellenende, doch nach sechs Siegen in Folge sind die Pre-Playoffs plötzlich wieder in Reichweite. Womöglich kommt der famose Endspurt jedoch zu spät, denn auf die Ränge acht bis zehn fehlen immer noch vier Punkte. "Wir wollen und müssen beide Spiele am Wochenende gewinnen, wir schauen nicht auf die anderen Teams und Ergebnisse, sondern ziehen unser Ding weiter durch", sagte Trainer Petri Kujala.

Ravensburg

Nur ein Punkt fehlt dem amtierenden Meister zu Rang sechs und der direkten Playoff-Qualifikation. Doch nach drei Siegen in Folge war die 4:5-Pleite nach 4:0-Führung gegen Dresden ein Stimmungskiller. Zudem verloren sie Stürmer David Zucker verletzungsbedingt. Als wäre das noch nicht genug, erfolgte am Dienstag die Trennung von Stürmer Timo Gans. Der 20-Jährige war bei der Fasnet in eine handgreifliche Auseinandersetzung verwickelt. "Wir haben keine andere Wahl gesehen", sagte Geschäftsführer Rainer Schan.

Schutz vor Coronavirus: Keine Handshakes mehr

Der Deutsche Eishockey-Bund hat nach Rücksprache mit dem Robert-Koch-Institut entschieden, dass als Schutz vor dem Coronavirus in der DEL 2 der bisher obligatorische Handshake der Teams nach dem Spiel ausgesetzt wird. "Das ist okay, dem Gegner lässt sich auch auf andere Weise Respekt zollen", sagt Falkentrainer Alexander Mellitzer. "In der NHL gibt es das auch nicht." Stellt sich die Frage, ob damit auch die allseits beliebten Faustkämpfe ausfallen? "Dabei ist die Ansteckungsgefahr sicher gering. Spucken und Küssen ist bestimmt gefährlicher", vermutet Mellitzer. Gerade Letzteres ward bei Derbys ohnehin noch nicht gesehen.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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