Eiskalter Williams beschert den Falken den Sieg

Eishockey  Die Heilbronner Falken gewinnen in der Verlängerung mit 4:3 bei den Towerstars in Ravensburg. Jeremy Williams nutzt in der Overtime einen Wechselfehler der Gastgeber eiskalt aus.

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Genau dafür haben die Heilbronner Falken Jeremy Williams verpflichtet: Dass er wie in Ravensburg im entscheidenden Moment zur Stelle ist, die Nerven behält und entscheidende Treffer markiert.

Foto: Archiv/Schmerbeck

Ein erneutes Null-Punkte-Wochenende zum Saisonauftakt haben die Heilbronner Falken am Sonntag verhindert. Dank des 4:3 (3:1, 0:2, 0:0)-Erfolgs in der Overtime in Ravensburg haben die Heilbronner ihre ersten beiden Zähler aufs Konto gebracht. Matchwinner war Jeremy Williams, der nach 61 Sekunden der Verlängerung den Siegtreffer erzielte. "Es war sehr wichtig für uns, eine Antwort auf die Niederlage vom Freitag zu geben", sagte ein erleichterter Falkencoach Jason Morgan.

Ohne Karl Fabricius, der bei der 1:5-Heimniederlage am Freitag gegen Crimmitschau einen Puck ins Gesicht bekam, dafür aber mit Florian Mnich im Tor starteten die Gäste. Schon früh wurden die defensiven Abstimmungsprobleme der Gastgeber deutlich. Stefan Della Rovere kam in der dritten Minute frei zum Abschluss, scheiterte aber an Goalie Jonas Langmann.

Eine einminütige doppelte Überzahl lassen die Falkne ungenutzt, treffen aber in einfacher Überzahl

Um das schnelle Passspiel der Falken zu unterbinden, mussten Alexander Dosch und Robbie Czarnik anschließend zu unlauteren Mitteln greifen. Die Folge war eine gut einminütige doppelte Überzahl für die Gäste. Die blieb zwar ungenutzt, aber in einfacher Überzahl gelang die Führung. Einen Schuss von Brock Maschmeyer parierte Langmann noch, doch Alex Lambacher verwertete den Rebound zum 1:0 (6.).

Mit einer frühen Führung im Rücken spielt es sich naturgemäß leichter als mit einem frühen Rückstand wie am Freitag gegen die Eispiraten. Eine weitere Strafe gegen Ravensburg wegen Spielverzögerung kam da gerade recht. Sieben Sekunden vor deren Ablauf stoppte Judd Blackwater einen Schuss neben dem Pfosten und versuchte die Scheibe anschließend über die Linie zu bugsieren. Della Rovere eilte hinzu und vollendete das Werk zum 2:0.

Stefan Della Rovere verpasst den Falken-Treffer zum wichtigen 4:1

Zwei Überzahlgelegenheiten, zwei Tore - ein perfekter Start für die Gäste. Doch die kalte Dusche folgte schnell. Sam Herr verwertete einen Abstauber zum 1:2-Anschluss (14.).

Aus einem Bully heraus gaben die Falken die postwendende Antwort. Mit erstaunlich viel Platz vor dem Tor versuchte Simon Thiel zunächst, die Scheibe an Langmann vorbei zu legen. Das misslang zwar, aber Julian Lautenschlager verwandelte ebenso frei zum 3:1 (15.). Keine Minute später hätte Della Rovere sogar das 4:1 markieren können.

Das wäre wichtig gewesen, denn die Towerstars gingen bei ihrer Saison-Heimpremiere natürlich mit neuem Elan ins zweite Drittel. Mit einer schicken Einzelaktion verkürzte David Zucker zum 2:3 (27.). Gegenspieler Lautenschlager sah in der Szene schlecht aus. Gleiches galt für Kirsch beim Ausgleich. In seinem Rücken stahl sich James Bettauer davon, der perfekt bedient das 3:3 markierte (34.).

Williams nutzt einen Wechselfehler der Towerstars eiskalt zum Siegtreffer aus

Die Falken schwammen jetzt gewaltig, kassierten Strafen. Unnötig waren besonders die zwei plus zwei Minuten für Kapitän Christopher Fischer wegen Meckerns. Immerhin hielt die Unterzahlformation mit ein bisschen Glück stand und es ging mit dem 3:3 ins Schlussdrittel. "Wir haben teilweise kopflos gespielt", ärgerte sich Fischer in der Drittelpause bei SpradeTV, durfte sich von der Kritik aber selbst nicht ausnehmen.

Im Schlussdrittel fanden die Falken wieder zu ihrem Spiel, waren das aktivere Team, Tore fielen aber keine mehr. So ging es wie schon im Vorbereitungsspiel in Ravensburg in die Overtime. Dort nutzte Jeremy Williams einen Wechselfehler der Towerstars eiskalt aus.

Noch wenige Fans

Die Zuschauerzahlen am ersten DEL2-Wochenende waren noch bescheiden. Während die Heilbronner Falken mit ihren 1506 Fans am Freitag über den eigenen Erwartungen lagen, waren die Kulissen in anderen Hallen enttäuschend. Etwa die 1406 Zuschauer in Dresden, die in der letzten regulären Saison 19/20 noch im Schnitt 3811 Besucher begrüßen durften. Auch beim Krösus in Frankfurt waren es lediglich 3019, statt der üblichen knapp 5000.


Tor: Mnich, Tiefensee. Abwehr: Mapes - Fischer; Maschmeyer - Morrison; Krenzlin - Preto, Hadamczik. Angriff: Tosto - Blackwater - Williams; Della Rovere - Lambacher - Kirsch, Thiel - Lautenschlager - Dunham; Volkmann.

Tore: 0:1 (6.) Lambacher, 0:2 (9.) Della Rovere, 1:2 (14.) Herr, 1:3 (15.) Lautenschlager, 2:3 (27.) Zucker, 3:3 (34.) Bettauer, 3:4 (61.) Williams

Strafminuten: 12/10.

Schiedsrichter: Daniel Kannengießer, Alexander Singer. Zuschauer: 1814.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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