Ein rabenschwarzer Freitag für die Heilbronner Falken

Eishockey  Die Heilbronner Falken legen einen Fehlstart hin und kommen beim 2:6 gegen Crimmitschau unter die Räder. Ein ernüchternder Auftritt.

Es lag nicht an diesem Freitag, dem 13. – bei allem Aberglauben. Doch dieser vermeintliche Unglückstag hätte kaum besser zum Start der Heilbronner Falken in die neue DEL-2-Saison passen können: Mit 2:6 (1:1, 0:3, 1:2) kamen die Mannen von Trainer Alexander Mellitzer am Freitagabend gegen Crimmitschau unter die Räder und legten einen krassen Fehlstart hin.

Die Falken wollten von Beginn an zeigen, wer Herr im Haus ist und sie drückten aufs Tempo. Ziemlich bald war auch der Plan des Trainers gut zu erkennen, den Gegner früh unter Druck zu setzen, ihn am besten erst gar nicht aus seinem Drittel herauskommen zu lassen. Die erste Chance gehörte auch den Falken und viel fehlte nicht, dann hätte Neuzugang Bryce Gervais per Abstauber direkt nach einem Schuss von Kapitän Derek Damon seinen ersten Treffer erzielt (1.). Zur Freude der Gastgeber kassierte Crimmitschau gleich eine erste Strafe – doch als große Freude ging das Powerplay der Falken wirklich nicht durch. Da war noch richtig Sand im Getriebe.

Falken Saisonauftakt
Der erste Treffer der Saison für die Falken. Foto: Andreas Veigel

Führung: Damon schob den Puck ins Tor

Versuch zwei in Überzahl wäre fast gar schief gegangen: Crimmitschaus Kapitän Adrian Grygiel hatte die beste Chance, Mirko Pantkowski, der den Vorzug vor Matthias Nemec erhalten hatte, hielt stark. Kurz durchatmen. Sortieren. Schon klappt das mit dem Toreschießen: In der siebten Minute war Damon dann zur Stelle, schob den Puck im Nachsetzen zum 1:0 ins Tor – schön durch die Schoner von Michael Bitzer. Die Party konnte beginnen.

Eigentlich. Denn so richtig Fahrt nahm sie nicht auf, Heilbronn dominierte die Partie zwar, hielt sich viel im Drittel der Gäste auf, übte Druck aus. Aber wirklich koordiniert wirkte vieles noch nicht. Vor allem nach der Scheibeneroberung stockte das Spiel ein wenig. Anfangs spielten die Gäste noch mit, taten sich noch ein wenig schwer. Aber die Sachsen hatten ihre Chancen. Keine schlechten sogar. Und das entsprach alles anderen als den Vorgaben von Mellitzer.

Als die Falken sich gerade etwas zurücknahmen, vielleicht neuen Anlauf nehmen wollten, war Crimmitschau dann auch zur Stelle. Im Duell zwei gegen eins hatte der Nachwuchsspieler Marius Demmler nach gutem Pass von Vincent Schlenker leichtes Spiel und traf zum 1:1. Gar nicht mal unverdient.

Und es war der Beginn vom Ende: Es sollte sich rächen, dass es die Falken versäumt hatten, das zweite Tor nachzulegen, als es möglich gewesen wäre. Denn im zweiten Drittel brach das Spiel der Gastgeber völlig in sich zusammen. Zwei Unterzahlsituationen in Folge hatten eine lähmende Wirkung: Heilbronn hatte in der Folge keinerlei Zugriff mehr, gerade wieder komplett, aber noch unsortiert, kassierte Heilbronn in der 29. Minute nach einem Scheibenverlust das 1:2, wurde billig ausgespielt, Schlenker musste nur einschieben. Mirko Pantkowski war wie beim 1:1 völlig chancenlos.

Falken Saisonauftakt
Austin Fyten trifft für Crimmitschau zum 4:1. Foto: Andreas Veigel

Geprügelt: Nach vorne ging für die Falken so gut wie nichts

Die Gäste witterten Morgenluft, während die Falken sich ihrem drohenden Schicksal ergaben. Die Folge: Das 1:3 durch Grygiel in der 32. Minute. Und weil es so schön oder so einfach war, legten die Gäste keine zwei Minuten später noch das 4:1 durch Austin Fyten nach. So einfach kommt man nur selten zur Treffern. Und auch diesmal traf Keeper Pantkowski keine Schuld. Er rettete drei Minuten später sogar sensationell, verhinderte das 1:5. So schleppten sich die Heilbronner Falken wie geprügelte Hunde in die zweite Pause. Nach vorne ging in diesem Drittel so gut wie nichts. Daran änderte auch eine Auszeit des Trainers nach dem 1:4 gar nichts.

Falls die Falken im letzten Drittel um Wiedergutmachung bemüht waren: Das wurde im Keim erstickt, 32 Sekunden nach Wiederbeginn markierte Grygiel das 1:5, Pohl nur wenig später das 1:6. Die Partie: Längst verloren. Ein ernüchternder Auftritt, wenn nicht gar erschreckend. 



Tor: Pantkowski, Nemec. Abwehr: Götz - Pavlu; Möller - Brady, Maginot - Mapes. Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais; Brune - Miller - Preto; Nikiforuk - Wruck - Valenti; Hon - Klos.
Tore: 1:0 (7.) Damon, 1:1 (17.) Demmler, 1:2 (29.) Schlenker, 1:3 (32.) Grygiel, 1:4 (34.) Fyten, 1:5 (41.) Grygiel, 1:6 (45.) Pohl, 2:6 (58.) Möller. Strafen: 8/10. Schiedsrichter: Bastian Haupt, Martin Holzer. Zuschauer: 1862.

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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