Die Prophezeiung erfüllt sich für die Heilbronner Falken nicht

Eishockey  Bei ihrem Auftritt bei den Löwen in Frankfurt zeigen die Heilbronner Falken zumindest teilweise, wozu sie in der Lage sind. Trotzdem misslingt die erhoffte Wiedergutmachung: Das Team von Trainer Alexander Mellitzer verliert am Ende unglücklich mit 3:5.

Falken
Am Freitag wirkte Neuzugang Bryce Gervais noch wie ein Fremdkörper in seinem neuen Team. Am Sonntag sah das schon besser aus, auch ein Tor steuerte der Kanadier bei – und trotzdem verloren die Falken 3:5 in Frankfurt. Foto: Andreas Veigel

Mehr als eine vage Hoffnung war am späten Freitagabend nicht geblieben. Die Heimspielpremiere der neuen DEL-2-Saison gegen Crimmitschau gerade mit 2:6 kolossal in den Sand gesetzt, blieb dem zerknirschten Trainer der Heilbronner Falken nicht viel anderes übrig, als nach vorne zu schauen. Auf das nächste Spiel. Am Sonntag. In Frankfurt, bei einem der Topfavoriten auf den Titel. „In 40 oder 44 Stunden haben wir wieder die Chance zu punkten, eine passable Leistung zu bieten“, meinte Alexander Mellitzer. Es war Zweckoptimismus.

Falken waren über weite Strecken des Spiels eine harte Nuss

44 Stunden. Nur. Für den Versuch einer Wiedergutmachung eine angemessene Zeitspanne. Aber gemessen an dem, was die Falken nach der desolaten Vorstellung alles hätten besser machen müssen: eine viel zu kurze. In Frankfurt setzte es die nächste Niederlage. 5:3 (2:0, 1:3, 2:0) gewannen die Hessen am Familientag vor 5091 Zuschauern. Die Falken mussten sich damit trösten, eine harte Nuss über weite Strecken des Spiels gewesen zu sein. Damit hatte sich zumindest ein Teil der Prophezeiung von Mellitzer erfüllt. 

Der Gegner erwischte den besseren Start

„Wir werden am Sonntag eine andere Falken-Mannschaft sehen“, hatte der Trainer in seiner Verzweiflung noch versprochen. Personell veränderte sich indes nichts: Brock Maschmeyer sowie Michael Knaub fehlten beide verletzt, Samuel Soramies war in Mannheim gefragt. Was anders war: Diesmal erwischte nicht Heilbronn, sondern der Gegner den klar besseren Start. Von einer Wiedergutmachung nichts zu sehen. Dafür fehlte den Unterländern nach dem 2:6 am Freitag auch das notwendige Selbstvertrauen, das Vertrauen in die Idee des Trainers. Und genau das wollte Frankfurt nutzen, drückte aufs Tempo – und hatte bereits in der ersten Minute zwei Chancen.

Heilbronn hielt zwar dagegen, wurde besser, blieb vorne aber lange ungefährlich. Im Gegensatz zu Frankfurt. Die Löwen hatten einige gute Gelegenheiten, das 1:0 durch einen Schuss von Stephen Delisle (7.) in den Torwinkel war die fast schon logische Konsequenz. Etwa in der Mitte des Drittels hatten die Falken ihre beste Phase, und erste gute Chancen. Die Tore aber: Die machten wieder die anderen.

Das 2:0 fiel in Heilbronner Unterzahl. Dabei sah das Penalty-Killing zunächst gut aus: Nur: Es hielt nicht über zwei Minuten. Max Eisenmenger traf zum 2:0. Als die Löwen nach der Pause noch das 3:0 nachlegten, Pantkowski hatte sich den Puck selber ins Netz geworfen, deutete sich eine weitere Schmach an. Doch nun, endlich, spielten die Falken das, was der Trainer vor der Saison versprochen hatte: Offensiv, druckvoll, läuferisch stark. Und sie trafen die richtigen Entscheidungen. 

Der Traum von einer Wiedergutmachung platzte kurz vor Schluss

Ausschlaggebend war eine Strafe gegen die Löwen, vier Minuten durften die Falken in Überzahl ran und machten es richtig gut. Yannik Valenti erzielte das 1:3 mit seinem gefürchtet harten Schuss. Sehenswert. Jetzt wurde auch auf Falken-Seite Eishockey gespielt. Das erst Mal in dieser Saison. Das 2:3 fiel in Überzahl, Stefan Della Rovere schob am langen Pfosten nur noch ein. Noch im zweiten Abschnitt gelang das 3:3 – Bryce Gervais traf per Penalty-Schuss. 

Im letzten Drittel ging es heiß her, beide Teams drückten auf das Tempo, wollten die drei Punkte. Aber nur Frankfurt bekam sie. Zwei Minuten vor Schluss platzte der Falken-Traum von einer Wiedergutmachung. Carter Proft erzielte das 4:3, das auch einer Überprüfung per Video stand hielt. Das 5:3 war ein Schuss ins leere Tor. 


Tor: Pantkowski, Nemec. Abwehr: Brady - Götz; Mapes - Maginot, Möller - Pavlu. Angriff: Della Rovere - Damon - Gervais; Valenti - Nikiforuk - Wruck; Miller - Brune - Preto; Klos - Hon. Tore: 1:0 (7.) Delisle, 2:0 (18.) Eisenmenger, 3:0 (25.) Delisle. 3:1 (27.) Valenti, 3:2 (32.) Della Rovere, 3:3 (38.) Gervais, 4:3 (58.) Proft, 5:3 (59.) Mitchell. Strafen: 8/22, Schiedsrichter: Michael Klein, Sascha Westrich. Zuschauer: 5091.

 

 


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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