Die Falken sind jetzt schlechtestes Team des Jahres

Eishockey  Die Heilbronner Falken kassieren beim 3:5 in Ravensburg bereits ihre zehnte Niederlage in 2020. Zwischenzeitlich lag das Team von Trainer Alexander Mellitzer bereits mit 0:5 zurück, bewies im letzten Drittel aber wenigstens Moral.

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Die Falken sind jetzt cchlechtestes Team des Jahres

Eine Szene mit Seltenheitswert: In den ersten beiden Dritteln tauchten Jan Pavlu (Zweiter von links) und die Falken nur selten vor dem Tor von Marco Wölfl auf. Was mitunter daran lag, dass Heilbronn viele unnötige Strafen nahm.

Foto: Andreas Veigel

Die Bilanz der Heilbronner Falken im neuen Jahr wird immer gruseliger: Das 3:5 (0:3, 1:2, 0:2) am Sonntag in Ravensburg war nicht nur die zweite Niederlage des Teams von Alexander Mellitzer am Wochenende gegen denselben Gegner. Es war zugleich bereits die zehnte Pleite im 15. Spiel 2020. Zwar bleiben die Falken Tabellenvierter in der DEL2, vom einstigen Spitzenteam ist aktuell aber nicht mehr viel übrig. "Das einzig Positive heute: Die Jungs haben sich nicht aufgegeben, haben Charakter gezeigt und sich im dritten Drittel zurückgekämpft", sagte Mellitzer.

Auch wenn Marcus Götz den Auftakt der Falken in die Partie als ganz ordentlich empfunden hatte: Gut ist anders. Ravensburg machte im Prinzip da weiter, wo es am Freitag aufgehört hatte. Die Gastgeber störten den Aufbau der Falken früh und vor allem gut.

Ravensburg diktiert das Geschehen

Die Gäste, bei denen diesmal neben Derek Damon kurzfristig auch noch Jordan Samuels-Thomas verletzt und Torhüter Matthias Nemec krank ausfielen, taten sich wieder schwer, in das Angriffsdrittel zu kommen. So diktierte zu Beginn Ravensburg das Geschehen, aber richtig in Bedrängnis brachten die Oberschwaben ihre Gäste trotz einiger Abschlüsse nicht. Noch nicht.

Daher war es den Towerstars recht, dass sich die Falken im ersten Drittel gleich drei Mal selber dezimierten, dumme Strafen kassierten. Ging es beim ersten Mal noch gut, schepperte es beim zweiten und dritten Mal. Nutznießer war zunächst Andreas Driendl, der Mirko Pantkowski mit seinem gezielten Schuss überwand (9.). Nur drei Minuten später stand es 2:0, dieses Mal traf Jared Gomes. Von den Falken: keine Spur. "Wir haben zu viele Strafen gezogen", sagte Götz in der Pause. In ihrem ersten und einzigen Powerplay kamen die Heilbronner zu nennenswerten Chancen, blieben aber ohne Erfolg.

Die Falken waren bedient

Ganz anders Ravensburg, das im fünf gegen fünf gleich das 3:0 folgen ließ: Verteidiger Timo Gams nutzte die rechte offene Flanke und traf ins leere Eck. Die Falken waren bedient - 17:5 Torschüsse sagten alles.

"Wir müssen stärker zurückkommen", forderte Götz. Im zweiten Drittel wurde es aber noch schlimmer. Die Ravensburger machten einfach weiter, wo sie aufgehört hatten. Die Falken blöderweise auch - und kassierten weiter fleißig Strafen. Immerhin: Eine fast zweiminütige, doppelte Unterzahl überstanden sie ohne weiteren Schaden.

Und doch stand es kurze Zeit danach 0:5. Matias Haaranen traf - natürlich in Überzahl - zunächst zum 4:0 (26.), Gomes ließ drei Minuten später das 5:0 folgen (28.). Die Fans waren begeistert, sangen: "Falken rupfen ist schön." Unterdessen ging der verzweifelte Blick von Pantkowski Richtung Trainer: Der Keeper hoffte auf Erlösung, musste jedoch im Kasten bleiben.

Drei Falken-Treffer sind am Ende zu wenig

Die Falken gelang noch der Ehrentreffer: Nach feiner Zusammenarbeit mit Bruder Brock vollendete Bronson Maschmeyer in der 38. Minute zum 1:5. Schussverhältnis im zweiten Drittel - 16:4 (!) für Ravensburg. "Heilbronn kassiert natürlich blöde Strafen, aber wir nutzen das gut aus", sagte Ravensburgs Topscorer Sören Sturm.

Im letzten Abschnitt holten seine Towerstars in Sachen Strafminuten ordentlich auf. So hielten die Falken ihre Powerplay-Quote konstant. Ian Brady erzielte in einfacher Überzahl das 2:5 (51.), Yannik Valenti dann in doppelter das 3:5 (56.). Mehr gelang aber nicht mehr.

Tor: Pantkowski, Schickedanz. Abwehr: Götz - Brady, Maschmeyer - Maschemeyer, Maginot - Mapes. Angriff: Soramies - Miller - Della Rovere, Gervais - Wruck - Koch, Preto - Valenti - Pavlu, Wirth - Brune - Möller. Tore: 1:0 (9.) Driendl, 2:0 (12.) Gomes, 3:0 (16.) Gams, 4:0 (26.) Haaranen, 5:0 (29.) Gomes, 5:1 (38.) Maschmeyer, 5:2 (51.) Brady, 5:3 (56.) Valenti.

Strafminuten: 28/30.

Schiedsrichter: Alexander Singer, Martin Holzer.

Zuschauer: 2615.

Lizenzen beantragt

Die lange Zeit von der Insolvenz bedrohten Krefeld Pinguine haben für die kommende Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen Lizenzantrag gestellt. Das teilte die DEL mit. Demnach hinterlegten alle 14 Erstligisten sowie Zweitligist Löwen Frankfurt die entsprechende Bürgschaft. Im Fall eines positiven Bescheids könnte Frankfurt somit nachrücken. Für die DEL 2 haben alle aktuellen Teams sowie elf Oberligisten einen Antrag gestellt. red


Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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