Die Falken arbeiten an ihrer Präsenz

Eishockey  Falken-Trainer Alexander Mellitzer verändert vor den Spielen gegen Freiburg und den EC Bad Tölz seine Offensivreihen und verleiht der Mannschaft ein leicht verändertes Gesicht. Auch das Team hat sich was einfallen lassen.

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Die Falken arbeiten an ihrer Präsenz

Ein Stadtbus der Heilbronner Verkehrsbetriebe ist ab sofort bis Mitte April nächsten Jahres vollständig im Design der Heilbronner Falken unterwegs.

Foto: Heilbronner Falken

Präsenz zeigen. Es geht darum aufzufallen. Mehr aufzufallen, sogar. Da haben die Heilbronner Falken offenbar Nachholbedarf, die Verantwortlichen haben daher nach eigenen Angaben zuletzt gleich eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Bekanntheit der Falken zu steigern. Dazu gehört seit Neuestem, dass ein Bus in Falken-Optik durch Stadt und Landkreis düst. Kann ja nicht schaden, zumal die Zuschauergunst bedingt mit den sportlichen Leistungen des DEL2-Teams einhergeht. Das ist derzeit Tabellenzweiter, hat in 17 Spielen immerhin schon 32 Punkte gesammelt. Ein guter Wert.

Gemessen an den Zuschauerzahlen sind die Falken jedoch nur Dritter - von hinten. Die bisher erreichten 1887 Zuschauer im Schnitt liegen zwar über dem Gesamtwert der Hauptrunde in der Vorsaison (1715). Aber trotzdem mit Luft nach oben. Ja, Präsenz zeigen könnte helfen. Und auch vorausgesetzt, die Mannschaft fällt weiterhin auf wie bisher. "Wir wollen unseren Teil dazu beitragen", verspricht Trainer Alexander Mellitzer vor den Spielen diesen Freitag, 19.30 Uhr, in Freiburg und am Sonntag zu Hause, 18.30 Uhr, gegen Bad Tölz.

Der Blick geht nach vorne

Das heißt: Sportlich attraktiv und erfolgreich sein. "Mehr können wir nicht tun", sagt Mellitzer mit Blick auf die noch immer noch mageren Zuschauerzahlen. Mehr erwartet auch niemand. Vor der Pause hatte das nicht geklappt, die beiden Duelle gegen Landshut und Kaufbeuren gingen verloren. "Für beide waren das "do-or-die-Spiele", die haben mehr Drecksarbeit gemacht", findet Mellitzer, der die letzten Punkte vor der Pause natürlich zu gerne mitgenommen hätte. "Der Blick geht aber nach vorne." Er richtet sich auf eine mental schwierige Phase.

"Der November liegt Mitten drin, vor den wichtigen Spielen, das Energie-Level ist oft ein bisschen unten", findet Mellitzer. Um gut durch diese heikle Phase zu kommen, bedienen sich die Heilbronner kleiner Veränderungen. "Wir halten das Training kurz: kurz und knackig", betont der Trainer. Und die Mannschaft hat sich überlegt, die anstehenden sieben Spiele bis Anfang Dezember als eigenes Segment zu betrachten. Das Ziel: möglichst Positiv aus dieser Phase rauszukommen. Aber wie viele Punkte es sein sollen, das will niemand verraten. Noch nicht.

Erstmal wieder die einfachen Dinge machen

Klar ist: Die neue Serie soll am Wochenende starten. Wenngleich Derek Damon die Gegner als "sehr unangenehm", bezeichnet. "Im Vergleich zum letzten Jahr, gibt es in der Liga kein Team, das man leicht bezwingen kann", findet der Kapitän der Falken. Das Wichtigste sei erstmal: Präsenz zeigen. "Da sein, einfache Sachen machen. Das letzte Spiel ist immerhin zwölf Tage her." Generell sei die Pause aber gut und wichtig gewesen. Die meisten Spieler waren in der freien Woche einige Tage weg, verreist. "Es war gut, noch einmal nicht an Hockey zu denken", findet Damon, der selber mit der Familie in Prag war. Zumal bis Saisonende kein Durchschnaufen mehr möglich ist. Eine lange Zeit.

Seit Dienstag ist das Team wieder komplett, von den verletzten mal abgesehen. Und gut erholt, hat Damon ausgemacht. "Alle sind wahnsinnig fokussiert, der Hunger ist bei uns allen zurück - und größer." Dazu soll die Reihenumstellung beitragen, die der Trainer für dieses Wochenende vorgenommen hat. Dylan Wruck bildet jetzt mit Damon und Stefan Della Rovere eine Reihe, Tim Miller spielt mit Alex Nikiforuk sowie Bryce Gervais, sofern Letzterer fit ist. Miller soll in der neuen Reihe als Spielmacher mehr zur Geltung kommen. Samuel Soramies wird den Part des Centers in der dritten Reihe spielen.

Ein neues Gesicht für die Falken

Die Falken arbeiten an ihrer Präsenz

Präsenz zeigen: Im Derby gegen Bietigheim klappte das gut, da war die Kolbenschmidt Arena voll. Ansonsten aber passt der Zuschauerzuspruch bei den Heilbronner Falken nicht wirklich zu den sportlichen Leistungen.

Foto: Mario Berger

"Samuel ist ein sehr kräftiger und sehr präsenter Spieler", sagt Mellitzer, der seinem Team beim Restart nach kurzer Pause ein anderes, neues Gesicht geben wollte.

Damon findet das gut. "Es bringt frische Energie." Der Kapitän sieht es als weitere Motivation. "Jeder will versuchen, in der neuen Zusammensetzung gut zu sein." Vielleicht auch besser. Ob Bryce Gervais schon am Freitag dabei ist, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Marcus Götz dagegen wird noch fehlen.

Vertrag verlängert

Nach Michael Knaub bleibt auch Davis Koch Heilbronn bis zum Ende der Saison erhalten. Die Falken-Verantwortlichen haben den Vertrag des 21-jährigen Stürmers, der Mitte September zum Team gestoßen war, nun verlängert. Für Mellitzer war das reine Formsache, zumal er von Davis von Beginn an angetan war. "Er spielt schnell, erkennt Räume und Spielsituationen sehr schnell", sagt der Trainer über seinen verspäteten Neuzugang. Ursprünglich wurde Koch geholt, um Samuel Soramies zu ersetzen, der zu Saisonbeginn bei den Adlern Mannheim gebraucht wurde, Inzwischen ist aber auch Soramies wieder bei den Falken. map

 

Martin Peter

Martin Peter

Autor

Über Umwege ist Martin Peter im August 2017 bei der Heilbronner Stimme gelandet. Der gebürtige Norddeutsche lebte davor lange Zeit am Alpenrand und berichtet nun über Eishockey und das sportliche Geschehen im Kraichgau.

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