Die Bewerbung der etwas anderen Art von Markus Eberhardt

Waiblingen/Heilbronn  Während er als Autofahrer an einer Kreuzung wartet, bekommt Markus Eberhardt einen Polizeieinsatz mit. Der Ex-Falkenspieler unterstützt die Beamten, hält einen Tatverdächtigen fest. Jetzt kommt heraus: Eberhardt will nach der Eishockeykarriere selbst Polizist werden.

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Markus Eberhardt im Trikot der Heilbronner Falken (links) und bei der Ehrung für seinen mutigen Einsatz. Kriminaloberrat Martin Lühning (rechts) überreichte dem Eishockey-Profi am Mittwoch ein Dankschreiben des Polizeipräsidenten Roland Eisele sowie ein kleines Präsent. Foto: Polizeipräsidium Aalen

Dass er Einbrecher fassen kann, das hat Markus Eberhardt bewiesen: Anfang Juli half der Ex-Falkenspieler der Waiblinger Polizei, einen Tatverdächtigen zu überwältigen - nach einer Verfolgungsjagd zu Fuß hielt Eberhardt den mutmaßlichen Einbrecher fest, bis ein Kriminalbeamter den Mann festnahm. Allein das wäre schon erwähnenswert. Doch nun kommt der Clou: Der 25-Jährige hat sich vor zwei Monaten bei der Polizei beworben. Einen Tatverdächtigen kurz nach einem Einbruch geschnappt - wenn das mal kein erstklassiges Bewerbungsschreiben ist. 

"Auf dem Eis ist man Körperkontakt gewohnt und nicht gerade scheu", sagt Eberhardt im Gespräch mit der Stimme. Dennoch führt er seinen Einsatz nicht auf seinen Beruf als Eishockeyspieler zurück. "Das ist eher aus dem Affekt heraus passiert. Es ging ja alles ziemlich schnell."

Eberhardt hatte die bessere Kondition

Der Ex-Falke hatte - an einer Roten Ampel wartend - beobachtet, wie eine Zivilstreife versuchte, zwei verdächtige Männer zu kontrollieren. Beiden gelang dabei die Flucht. Das Pech des einen bestand darin, in Richtung des Wagens von Eberhardt zu fliehen. Der 25-Jährige riss den Mann nieder, dem aber nochmals die Flucht gelang. "Dann hatten wir eine kleine Verfolgungsjagd", schildert Eberhardt. Jene war nicht von allzu langer Dauer. Eberhardt holte den Mann ein und hielt ihn fest. Kurz darauf war ein Kriminalbeamter zur Stelle. 

Zurück zu seiner Bewerbung: Die hat Eberhardt bei der Polizei in München abgegeben. Das hat mit seinem neuen Verein zu tun, der ebenfalls in Oberbayern angesiedelt ist: der EC Bad Tölz. Dort hat er für die kommende Saison unterschrieben. Seine Polizeiausbildung würde allerdings erst 2021 beginnen - sofern er den Aufnahmetest besteht. Gelingt das, dann ist der Plan, "dass ich bis dahin Eishockey spiele". 

In Tölz trifft Eberhardt auf alte Bekannte

Sein Abschied aus Heilbronn, nach dreieinhalb Spielzeiten, "das war schon schwer", gesteht Eberhardt. In diesen Tagen hat der 25-Jährige erst seine Ausbildung beim Autohaus Assenheimer + Mulfinger beendet, er hatte viele Freunde auf und abseits des Eises gefunden. "Das ist jetzt halt so", sagt Eberhardt, der sich gleichermaßen auf das Neue in Tölz freut. Dort trifft er auf illustre Namen, zwei weitere Neuzugänge etwa namens Tyler McNeely und - Shawn Weller. Beide wechseln vom Heilbronner Erzrivalen aus Bietigheim nach Oberbayern, letzterer ist der Lieblingsfeind der Falken-Fans. "So ist das im Sportbusiness: Erst lange Zeit Feinde, im nächsten Atemzug steht man auf der gleichen Seite." 

Wenn alles klappt, steht Eberhardt bald noch auf einer anderen Seite: Auf der des Gesetzes nämlich, bei der Polizeiausbildung in Bayern. Hilfreiche Erfahrungen bringt er ja mit. 

 

 

 


Tobias Wieland

Tobias Wieland

Onlineredakteur

Tobias Wieland kümmert sich um die onlinespezifische Aufbereitung eigener und fremder Artikel auf Stimme.de. Er erstellt Zeitleisten, Listicles, Grafiken und mehr. 

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